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Vor der EZB-Ratssitzung Draghis Kopfschmerzen

Trotz massiver Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank steigen die Preise im Euro-Raum nicht. Was Verbraucher freut, bereitet EZB-Präsident Draghi Kopfschmerzen. Sollte die Zentralbank sich ein neues Ziel suchen?
03.09.2015 - 12:14 Uhr 22 Kommentare

Anleihenkäufe der EZB verfehlen ihr Ziel - was nun Herr Draghi?

Frankfurt Mario Draghi steht auf der EZB-Ratssitzung am heutigen Donnerstag vor einem schwierigen Balanceakt. Die Turbulenzen in China gefährden sein primäres Ziel, nämlich die Preisstabilität. Mit massiven Anleihekäufen von 1,1 Billionen wollte er die Preise in der Eurozone wieder in Richtung des mittelfristigen EZB-Ziels von knapp zwei Prozent anschieben. Doch dies gerät in immer weitere Ferne, wie aktuellen Zahlen der europäischen Statistikbehörde (Eurostat) von Montag zeigen.

Die Inflation im Euroraum verharrte demnach im August bei gerade mal 0,2 Prozent – deutlich entfernt vom EZB-Ziel von knapp unter zwei Prozent. Für Verbraucher sind gleich bleibende Preise eigentlich etwas Gutes. Für Notenbanker ist das aber anders.

Sie müssen auf der Hut sein, dass es nicht zu fallenden Preisen kommt (Deflation). Denn eine Abwärtsspirale wird etwa deswegen gefürchtet, da Verbraucher und Unternehmen Investitionen und Käufe in Erwartung weiter fallender Preise Anschaffungen verschieben. Es droht so ein Teufelskreis aus wirtschaftlichem Niedergang und sinkenden Preisen.

„Niedrige oder negative Inflationsraten sind zwar ein Segen für die Konsumenten. Sie dürften der EZB aber Kopfschmerzen bereiten,“ sagt der Ökonom Carsten Brzeski von der ING-Diba. Aktuell gibt es gleich mehrere Abwärtsrisiken für die Inflation:

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    • die drastisch gefallen Öl- und Rohstoffpreise, die man auch an der Tankstelle bemerkt
    • die jüngste Euro-Aufwertung und
    • die Konjunkturrisiken durch die Turbulenzen in China.

    Die aktuelle Entwicklung wirft allerdings die Frage auf, ob ein Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent noch realistisch ist. Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, glaubt, dass die EZB nach wie vor über genug Mittel verfügt, um die Inflation wieder anzutreiben. Sie könne ihr Anleihekaufprogramm noch erheblich ausweiten. Bisher bleibe dies weit hinter den Kaufprogrammen zurück, die die Notenbanken in den USA und Großbritannien gestartet hatten.

    Gleichzeitig warnt er: „Das Inflationsziel deshalb absenken zu wollen, weil die EZB es derzeit nicht erreicht, wäre für die Glaubwürdigkeit der EZB eine Katastrophe.“

    Der Rat ist „bereit, alle verfügbaren Mittel zu nutzen“
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    22 Kommentare zu "Vor der EZB-Ratssitzung: Draghis Kopfschmerzen"

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    • Draghi ist es ja nicht alleine.Alle Notenbanken der G7 + China fahren eine expansive Geldpolitik,um den Zins zu drücken,die eigene Währung zu schwächen und so den Export anzutreiben.Nur,wenn alle das Gleiche machen,dann hebt sich der Effekt auf.Was bleibt ist der billige Zins.Damit werden Schulden leichter finanzierbar für die überschuldeten Staaten.
      Die andere,wichtige Frage wird sein,was können Notenbanken effektiv in der Realwirtschaft bewirken?Können sie Konjunkturzyklen steuern?

    • Draghi wird sich einmal darauf hinaus reden, der Direktoriumsrat habe mit Mehrheit für diese Politik gestimmt, die er nur in derem Sinne umgesetzt habe. Er wird, einschließlich Griechenland, eine ökonomische Wüste hinterlassen, die uns alle, als Steuerzahler, teuer zu stehen kommen wird.

    • Also auf die nette Art:
      Herr Draghis vorrangiges Ziel ist es, unsere Währung zu schwächen.
      Er druckt Billionen ungedecktes Geld und erzeugt damit Aktien- und Vermögensgüterblasen und enteignet somit Sparer und Policen-Inhaber.
      Sein Keller ist voll mit wertlosen Ramschanleihen.

      Liebe Zensur, kann das jetzt so durchgehen?

    • durch die Politik des Herrn Draghi und vielen anderen Dilettanten wird das System früher oder später kollabieren.
      Die Weltschulden liegen bei ca. 52 Billionen Dollar, die 100 reichsten der Welt besitzen aber nur 350 Mrd Dollar.
      Niemand kann diese Schulden jemals zurückzahlen und sie werden jeden Tag mehr.
      Die Frage wird sein, wann kommt die dritte Währungsreform in Deutschland ??

    • Fiat-Geld ist künstlich erzeugt, ohne volkswirtschaftliche Leistung.
      Natürlich können Sie damit italienische Ramschanleihen oder einen Fiat kaufen.
      Vom Fiat haben Sie mehr, als von der Ramschanleihe.

    • Ob Draghi Kopfschmerzen hat oder nicht, ist irrelevant. Entscheidend ist der Eindruck, er ist am Ende mit seinem Latein, wie viele andere Ökonomen auch. Leider verfestigt sich auch der Eindruck, dass die EU und Eurozone ein Monster ist, das keinen bekannten Regeln (Verträge werden geschlossen und umgehend gebrochen) gehorcht. Die PolitikerInnen tun geschäftig als würden sie der Krise herr. Der augenblickliche Zustand der EU: Sie besteht wohl nur aus Schweden, Österreich und Deutschland. Glücklich die Briten, die demnächst über den Verbleib in der EU abstimmen dürfen.

    • Die Zensur ist im Büro angekommen.
      Viele Grüße liebe Linke.

    • Meinen sie mit dem Fiat-Geld die eingekauften Ramschanleihen der Italiener?

    • Die Deflationsbekämpfung ist doch nur ein medialer Vorwand, um die südeuropäischen Pleitebanken zu refinanzieren. Das weiss jeder, der mit Finanz-/ Bankwirtschaft zu tun hat.



    • Solange in EU-Deutschland eine markt- und gesellschaftsfeindliche Grün-Sozialistische Wirtschaftspolitik einer CO2 freien Welt und eine Energiewende = EEG Diktat vorherrscht, wird sich nichts ändern. Die Währung kann keine wohlstandsbringende Wirtschaftspolitik ersetzen. Wenn Merkel und CO. von einer CO2 freien Gesellschaft propagieren und die Stromversorgung in die Hände von Wind und Sonne (Mafia und Abzocker) gibt, dann wird eines kommen....ein neues Mangel und Armutszeitalter für EU-Deutschland. Und das spielt die Währung dann keine Rolle mehr. Danke!

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