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Vorschau Auf diese drei Dinge sollten Anleger bei der EZB-Sitzung achten

Der EZB-Rat trifft sich zur ersten geldpolitischen Sitzung im neuen Jahr. Die Finanzmärkte erhoffen sich weitere Details zur neuen Strategie der Notenbank.
23.01.2020 - 06:00 Uhr 1 Kommentar
EZB: Das sind die drei wichtigsten Themen der Sitzung Quelle: Reuters
Christine Lagarde

Die neue EZB-Präsidentin im Konferenzsaal der Notenbank.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Für die neue EZB-Chefin Christine Lagarde verliefen die ersten Monate im neuen Amt bisher recht harmonisch. Ratsmitglieder loben ihre integrierende Art – und auch von Bankern hat sie viel Lob bekommen.

Allerdings hat Lagarde bislang auch noch keine kontroversen Entscheidungen getroffen. Das könnte sich im neuen Jahr ändern.

Nach der Ratssitzung der Notenbank an diesem Donnerstag wird die EZB-Chefin am Nachmittag weitere Details zur Debatte um die neue Strategie der Notenbank nennen.

Ein weiteres Thema dürfte die aktuelle Geldpolitik sein. Auf folgende drei Punkte kommt es bei der Sitzung an:

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    1. Strategiedebatte

    Bereits im Dezember hat Christine Lagarde offiziell angekündigt, dass die EZB in diesem Jahr ihre Strategie überprüfen will. Zuletzt hat sie das vor 17 Jahren getan. Bis Ende des Jahres will die EZB ihre Arbeit an der neuen Strategie abschließen. Am Donnerstag könnte Lagarde nun darauf eingehen, auf welche Themen sich die Überprüfung genau erstrecken soll.

    Als sicher gilt, dass ein zentraler Aspekt das Inflationsziel der EZB wird. Die Notenbank definiert dies aktuell so, dass sie eine Inflation von „unter, aber nahe zwei Prozent“ auf mittlere Sicht anstrebt.

    Viele Experten halten diese verklausulierte Formulierung für schwer verständlich und plädieren dafür, das Ziel auf zwei Prozent zu setzen. Es geht bei der Diskussion aber nicht nur um Verständlichkeit. Kritiker fürchten, dass dies letztlich darauf hinausläuft, dass die Notenbank eine höhere Inflation toleriert – was sie für falsch halten. Genau das halten aber manche Befürworter für erforderlich.

    Ein weiteres Thema wird voraussichtlich auch die Inflationsmessung sein. In der Definition der Inflation durch das europäische Statistikamt Eurostat sind bisher die Preise für das Wohnen in der eigenen Immobilie nicht einbezogen. Das sorgt angesichts der steigenden Immobilienpreise zum Teil für Unverständnis. Auch die die Effektivität der geldpolitischen Instrumente sowie die Auswirkungen des Klimawandels und der Einkommensungleichheit auf die Geldpolitik dürften eine Rolle spielen.

    Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte die EZB bei der Strategieüberprüfung einen zweigeteilten Ansatz verfolgen. Dabei könnten Preisstabilitätsziele von anderen Bereichen wie Finanzstabilität, Klima und Kommunikation getrennt behandelt werden.

    2. Geldpolitik

    Geldpolitisch gehen Ökonomen davon aus, dass die EZB keine größeren Änderungen vornimmt. Allenfalls könnte sie ihre Wortwahl zur Wirtschaftslage etwas anpassen. Zuletzt hatte es Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaft im Euro-Raum gegeben. Frederik Ducrozet, EZB-Experte vom Schweizer Vermögensverwalter Pictet, glaubt jedoch nicht, dass die Notenbank von ihrer Einschätzung abrückt, dass aktuell die Risiken für das Wachstum im Euro-Raum überwiegen.

    Auch für den weiteren Jahresverlauf gehen die meisten Ökonomen davon aus, dass die Notenbank den aktuell für die Geldpolitik entscheidenden Einlagenzins der Geschäftsbanken bei der Zentralbank bei minus 0,5 Prozent belässt. Zu den Ausnahmen gehört Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran. Er erwartet eine weitere Zinssenkung auf minus 0,6 Prozent im April.

    Nicht alle Ratsmitglieder gelten als Anhänger der Minuszinsen. Laut dem Protokoll der letzten Ratssitzung im Dezember gab es auch einige Mitglieder, die vor den Nebenwirkungen warnten. Auch hierzu könnte Lagarde auf ihrer Pressekonferenz befragt werden.

    Im September hatte die EZB auch Erleichterungen für die Banken bei den Minuszinsen beschlossen. Diese müssen nur für einen Teil ihrer Einlagen Minuszinsen zahlen. Der Ökonom der französischen Investmentbank Natixis, Dirk Schumacher, erwartet, dass Lagarde auch Hinweise darauf geben könnte, ob hier noch weitere Änderungen möglich sind.

    3. Digitalwährung

    Ein weiteres Thema, auf das Lagarde angesprochen werden dürfte, sind die weiteren Pläne der EZB zum Thema Digitalwährung. Sie selbst hatte auf ihrer Pressekonferenz im Dezember angekündigt, dass Europa bei dem Thema vorneweg gehen sollte.

    Der US-Konzern Facebook hat 2019 die Notenbankwelt mit Plänen für die Einführung einer eigenen Cyberdevise mit dem Namen „Libra“ aufgeschreckt. Experten trauen Facebook mit seinen 2,5 Milliarden Nutzern zu, mit dem Projekt das globale Finanzsystem auf den Kopf stellen zu können.

    In dieser Woche hat die EZB verkündet, dass sie gemeinsam mit der Bank von England, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und anderen Notenbanken wie der von Japan zu dem Thema eine Arbeitsgruppe gegründet hat, die von ihrem früheren Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré geleitet wird.

    Zudem hat der neue EZB-Generaldirektor für Marktinfrastrukturen, Ulrich Bindseil, kürzlich ein vielbeachtetes Papier vorgestellt. Darin wird die Idee diskutiert, dass jeder Bürger im Euro-Raum ein Konto für digitales Zentralbankgeld bei den Notenbanken bekommen könnte. Bis zu einer bestimmten Summe – etwa 3000 Euro, das durchschnittliche Haushaltseinkommen – würden dort attraktive Zinsen gezahlt, darüber hinaus aber nicht.

    Mehr: Lesen Sie hier, was Anleger über die Richtungsdebatte der EZB wissen müssen.

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    Mehr zu: Vorschau - Auf diese drei Dinge sollten Anleger bei der EZB-Sitzung achten
    1 Kommentar zu "Vorschau: Auf diese drei Dinge sollten Anleger bei der EZB-Sitzung achten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Kann mir jemand die Sinnhaftigkeit von 2% Inflation erklären? Für was soll die gut sein. 2% Geldwertminderung. Cui bono? Wer braucht Inflation?

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