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Währungsabwertung Türkische Lira sackt um zehn Prozent ab

Die türkische Währung gehört zu den empfindlichsten der Welt. Für den jüngsten blitzartigen Absturz ist aber nicht der Präsident der Türkei verantwortlich, sondern der der USA.
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Warum eine Rezession in der Türkei unausweichlich ist

Istanbul Die türkische Lira ist mal wieder zum politischen Spielball geworden. Über Nacht hat die türkische Währung im Vergleich zum US-Dollar um zehn Prozent an Wert verloren. Nachdem der Wechselkurs zu Beginn des Wochenendes bei ungefähr 5,76 Lira pro Dollar lag, stieg er in der Nacht zu Montag (Ortszeit) auf bis zu 6,2987 Lira an.

Normalerweise sorgt der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, mit Äußerungen oder radikalen politischen Aktionen für Schwankungen beim Wechselkurs der Währung des Landes. Doch diesmal liegen die Gründe weit entfernt von Erdogan – sowohl politisch als auch geografisch.

Verantwortlich sind die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump gegenüber China und die Reaktionen japanischer Investoren auf diese Politik: Trump hatte am Sonntag Zölle auf bestimmte chinesische Produkte noch einmal erhöht. Peking reagierte darauf mit Gegenzöllen. Der Wechselkurs zwischen US-Dollar und dem chinesischen Yuan stieg auf 7,14 Yuan pro Dollar an.

Aus Angst vor einer Ausweitung des Handelskriegs zwischen den beiden Weltmächten zogen viele Investoren ihr Geld aus riskanteren Regionen ab, um es in sicheren Häfen zu parken.

Die Türkei war davon besonders betroffen. Seit Jahresbeginn gehört das Land zu den attraktivsten Anlagezielen insbesondere von japanischen Investoren, die häufig eine durchaus aggressive Anlagestrategie fahren.

Alleine im Juli investierten Japaner umgerechnet 13,2 Milliarden Dollar in die Türkei, deren Währung nach einer Talfahrt seit Mai weltweit am stärksten an Wert gewonnen hat. So setzten auch fast 90 Prozent der japanischen Investoren auf weiter steigende Kurse, während nur eine kleine Minderheit auf einen sinkenden Kurs wettete.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg würden japanische Investoren um 7 Uhr morgens (Ortszeit) ihre Positionen überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen. Das ist offenbar auch an diesem Montag geschehen.

„Japanische Anleger haben in jüngster Zeit ihre Lira-Investments ausgebaut“, erklärt auch Toshiya Yamauchi von Ueda Harlow in Tokio. „Weil die Lira-Wechselkurse häufig stark ausschlagen, hat der jüngste Abschwung mit Sicherheit einige automatische Verkaufsorder provoziert.“

Gegen 7.20 Uhr morgens japanischer Ortszeit sackte der Lira-Yen-Kurs um zwölf Prozent ab. Erst in der Folge sank auch der Wechselkurs der Lira zum Dollar um knapp zehn Prozent. Inzwischen notiert die Lira zum Dollar im Vergleich zur Freitagsausgabe nur noch rund 1,3 Prozent schwächer.

Unter türkischen Internetnutzern machte sich trotzdem schnell Verdruss über die Auswirkungen von Trumps Chinapolitik breit. Auf Twitter beschwerten sich Nutzer mit dem Hashtag #ABDCinGerginliğiBitsin („Die Spannungen zwischen den USA und China sollen aufhören!“) über die Auswirkungen von Trumps China-Politik. Der türkische Präsident und die türkische Notenbank haben sich bisher noch nicht geäußert.

Mehr: Tiefe Zinsen schrecken die Investoren nicht ab: Sie kaufen für Rekordbeträge Anleihen. Experten warnen: Anleger hätten den Blick für die Risiken verloren.

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  • Der aktuelle Kurs ist 5,81. Vor einem Jahr lag er bei 6,83. Die Meldungen zur Lira sind wie die Meldungen zum Kurs des Pfund Sterling mit Vorsicht zu lesen. Auch das Pfund stürzt ja schon seit Jahren ins Bodenlose, der Kurs bleibt jedoch relativ konstant.

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