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Währungsunion Die Bundesbank lobt Griechenlands Wirtschaft

Die Bundesbank bescheinigt Griechenland, Spanien und Irland Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit – im Gegensatz zu Deutschland.
Update: 21.01.2019 - 12:37 Uhr Kommentieren
Nur durch einen Grexit könnte die griechische Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig werden, sagen Euro-Kritiker oft. Quelle: dpa
EU-Fahne über der Akropolis in Athen

Nur durch einen Grexit könnte die griechische Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig werden, sagen Euro-Kritiker oft.

(Foto: dpa)

FrankfurtIn der Euro-Krise haben manche Ökonomen Ländern wie Griechenland den Austritt aus der Währungsunion empfohlen. Nur so könne ihre Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig werden, hieß es. Laut dem aktuellen Monatsbericht der Bundesbank haben jedoch viele Peripherieländer, die besonders stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen waren, in den vergangenen zehn Jahren ihre Wettbewerbsposition gegenüber anderen Euro-Ländern verbessert.

Dagegen hat Deutschland im Zeitraum vom zweiten Quartal 2008 bis Jahresende 2018 gegenüber den Handelspartnern im Euro-Raum um 5,5 Prozent an Wettbewerbsfähigkeit verloren. „Im Verhältnis zu den übrigen Ländern des gemeinsamen Währungsgebiets weisen seit dem zweiten Quartal 2008 neben Deutschland beispielsweise noch Luxemburg, Österreich, Finnland und Belgien Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit auf“, schreibt die Bundesbank . Dem stehen vor allem Griechenland, Irland, Spanien, Frankreich und die Niederlande gegenüber, die ihre Wettbewerbsfähigkeit innerhalb des Euro-Raums durch geringere Preissteigerungen verbessert hätten.
Diese Entwicklung ist durchaus willkommen, weil sie wirtschaftliche Spannungen zwischen starken und schwächeren Ländern innerhalb der Währungsunion vermindert.

Wenn in einem Land die Löhne und Preise stärker steigen und es an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen verliert, bietet normalerweise der Wechselkurs eine Möglichkeit zur Anpassung. Denn wertet die eigene Währung gleichzeitig ab, werden die Exportgüter des Landes im Ausland dadurch wieder billiger. Innerhalb einer Währungsunion fällt dieser mögliche Ausgleich weg. Es bleiben dann nur andere Optionen zur Anpassung – zum Beispiel, dass die Löhne langsamer steigen als anderswo oder dass es gelingt, die Produktivität stärker zu steigern.

Aus Sicht vieler Ökonomen ist es durchaus sinnvoll, wenn die Inflation in Deutschland zeitweise über dem Durchschnitt der Euro-Zone liegt. Denn dies ermöglicht es anderen Euro-Ländern, bei der Wettbewerbs‧fähigkeit aufzuholen. Nach der Euro-Krise haben viele Peripherieländer Reformen am Arbeitsmarkt unternommen. Diese drücken tendenziell das Lohnniveau und verbessern so die preisliche Wettbewerbsfähigkeit.
Die Bundesbank hat eine empirische Studie dazu durchgeführt und sieht „Hinweise darauf, dass sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit durch eine Lockerung des Kündigungsschutzes bei regulären Beschäftigungsverhältnissen verbessern lässt“. Dies dürfe aber nicht der einzige Aspekt sein, um arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu beurteilen.

Schaut man auf die Euro-Zone insgesamt, so hat diese laut der Analyse der Bundesbank ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit im vergangenen Jahrzehnt verbessert. Das lag aber vor allem an der deutlichen Abwertung des Euros. Die Gemeinschaftswährung hat zwischen dem zweiten Quartal 2008 und Ende 2018 um rund zwölf Prozent gegenüber den Währungen 19 wichtiger Handelspartner, gewichtet nach ihrem Anteil am deutschen Außenhandel, verloren. Berücksichtigt man auch die im Vergleich günstige Entwicklung von Kosten und Preisen in der Euro-Zone, so hat der gemeinsame Währungsraum seine Wettbewerbsfähigkeit nach den Berechnungen der Bundesbank sogar um 17,5 Prozent verbessert. Diese Verbesserung dürfte ausschlaggebend dafür sein, dass der Euro-Raum insgesamt – nicht nur Deutschland – inzwischen einen Überschuss in der Leistungsbilanz ausweist.

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