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Wegen Niedrigzins Finanzaufsicht macht sich Sorgen um Betriebsrenten

Die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland gerät wegen der Niedrigzinsen in Gefahr. Die Kontrolleure der Bafin sind alarmiert.
Update: 03.05.2018 - 16:47 Uhr 8 Kommentare
Bafin: Finanzaufsicht sieht Betriebsrenten durch Zinstief in Gefahr Quelle: dpa
Bafin

Die Bafin hat etwa ein Drittel der rund 130 deutschen Pensionskassen bereits unter verschärfter Beobachtung.

(Foto: dpa)

FrankfurtMethapern aus dem Fußball waren bei der deutschen Finanzaufsicht Bafin lange sehr populär. Wenn Banken oder Versicherungen in Probleme gerieten, dann nahmen die Aufseher der Bafin sie in Manndeckung. Frank Grund, der bei der Behörde als Exekutivdirektor für Versicherungs- und Pensionsaufsicht zuständig ist, mag das Wort nicht besonders.

„Wir nennen das jetzt intensivierte Aufsicht“, sagt er am Donnerstag bei einer Bafin-Pressekonferenz. „Aber in der Sache ist es dasselbe.“ Von den über 130 Pensionskassen in Deutschland sei inzwischen ein Drittel unter „intensivierter Aufsicht“.

Die Lage der Pensionskassen hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. „Und wenn die Zinsen auf dem aktuellen Niveau bleiben, wird sie sich noch weiter verschärfen“, warnte Grund. „Ohne zusätzliches Kapital von außen werden einige Pensionskassen nicht mehr ihre vollen Leistungen erbringen können.“

Die Bafin drängt diese Kassen dazu, von ihren Trägern oder Aktionären rechtzeitig Unterstützung einzufordern. In einigen Fällen sei auch schon Geld geflossen, in anderen dagegen nicht, „etwa, weil eine Vielzahl von Arbeitgebern involviert ist, was eine Einigung erschwert.“ Und eine Finanzspritze erzwingen kann die Bafin nicht.

Viele Unternehmen haben ihre Betriebsrenten an externe Pensionskassen ausgelagert. Diese leiden besonders stark unter den Niedrigzinsen, weil sie das Vermögen zur Finanzierung künftiger Betriebsrenten größtenteils in lange laufende Anleihen angelegt und ihren Kunden vergleichsweise hohe Auszahlungen versprochen haben.

Im aktuellen Zinsumfeld können sie mit sicheren Anlagen wie deutschen Staatsanleihen aber kaum noch Rendite erwirtschaften. Zudem werden die Menschen immer älter und beziehen deshalb auch länger Geld von den Pensionskassen. Die Kapitalanlagen der Pensionskassen summieren sich nach Bafin-Angaben auf rund 165 Milliarden Euro, Deutschlands Lebensversicherer verwalten etwa 900 Milliarden Euro.

Bafin-Präsident Felix Hufeld plädierte bei der Veranstaltung in Frankfurt außerdem dafür, nicht zu viele Kompetenzen von den nationalen zu den europäischen Aufsichtsbehörden zu verschieben. Es gehe ihm nicht um protektionistische Abwehrreaktionen, sagte Hufeld. Aber viele Aufgaben könnten auf nationaler Ebene nun mal besser erledigt werden als beispielsweise von der europäischen Finanzmarktaufsicht Esma. „Wir brauchen kein bürokratisches Monster mit überlappenden Kompetenzen und komplizierten Abläufen.“

Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die europäischen Aufsichtsbehörden Esma, Eba und Eiopa aufzuwerten. Doch dagegen gibt es in Deutschland und anderen Mitgliedstaaten heftigen Widerstand. Die EU-Behörden brauchten nur „sehr wenige neue Kompetenzen“, findet Hufeld. Sie müssten vor allem die Kompetenzen, die sie heute schon haben, besser nutzen können.

Auch eine deutliche Aufwertung der EU-Bankenbehörde Eba lehnt Hufeld ab. „Neben einem originären europäischen Bankenaufseher namens EZB in Teilbereichen einen weiteren europäischen Bankaufseher namens Eba etablieren zu wollen, halte ich für eine ausgemachte Schnapsidee. Das ist schlicht Unfug.“

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8 Kommentare zu "Wegen Niedrigzins: Finanzaufsicht macht sich Sorgen um Betriebsrenten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Metz, weil Sparkassen früher keine Banken waren und das Gesparte der Einleger ausgeliehen haben,

  • @ Peter Spiegel

    Deshalb ist mir der "Nobbi" Blüm ja auch bis heute so symphatisch: er war immer ehrlich. ;-)
    Und über die Höhe oder die Kaufkraft der gesetzlichen Rente hat er ja auch gar nichts gesagt.
    Das mit dem Unterschied zwischen Versicherung und Kasse müssen Sie mir aber nochmal erklären: Eine Versicherung bildet Rückstellungen, eine Kasse nicht. Aber wieso heißt es dann etwa SparKASSE und nicht SparVERSICHERUNG? Wo es doch eine Einlagensicherung gibt - und die Sparkassen sogar ein zusätzliches eigenes Sicherungssystem haben?

  • Was lese ich hier ? die Kapital finanzierte Rente schwächelt ? Was für ein Glück, daß es die "Deutsche Rentenversicherung" gibt, eine Umlagen finanzierte Kasse, die sogar Kriege über steht.

  • Das läuft seit 2008 und jetzt ist es eine Nachricht wert! Sehr informativer Artikel des Handeslblattes, früher hatte ich es einmal abonniert. Die Enteignung läuft sieht 10 Jahren in vielerlei Form, deshalb hatten Schäuble und hat Scholz bis heute die schwarze Null.

  • Leute beschwert euch nicht, die Mehrheit wählt sich diese Scheinintelligenz der Führungsfiguren. An deren bisher angerichteten Schwachsinn werden wir und die Folgegenerationen noch einiges zu knabbern haben. Ich gehe auch davon aus das sehr viel angerichteter Schaden gar nicht mehr zu reparieren ist.

  • @Helmut Metz
    03.05.2018, 14:30 Uhr

    "Das konnten Sie u.a. im Kommentarbereich hier beim HBO schon lesen, als die Zinsklempner mit ihrer finanziellen Repression angefangen haben. "

    Richtig, und die "Zinssklempner" wußten das auch schon immer. Nur in der Presse durfte das SO nicht publiziert werden, denn schließlich kann nicht sein, was nicht sein darf.

    Daß das jetzt ganz offiziell in Artikeln der Presse geschrieben wird, zeigt nur, daß sich die Lügen von damals nicht mehr aufrechterhalten lassen, da sie ohnehin niemand mehr glaubt.

    Heißt: die Lage ist richtig ernst.

  • "Die Niedrigzinsphase erschwert es Lebensversicherern und Pensionskassen, die vor Jahren zugesagten, vergleichsweise hohen Zinsen zu erwirtschaften. Im schlimmsten Fall drohen Kunden Leistungskürzungen. "

    Das konnten Sie u.a. im Kommentarbereich hier beim HBO schon lesen, als die Zinsklempner mit ihrer finanziellen Repression angefangen haben.

  • "Die Niedrigzinsphase erschwert es Lebensversicherern und Pensionskassen, die vor Jahren zugesagten, vergleichsweise hohen Zinsen zu erwirtschaften. Im schlimmsten Fall drohen Kunden Leistungskürzungen. "

    (Zitat Artikel Stand 03.05.18 14:17h)

    It´s not abug, it´s a feature!!

    Die Enteignung der europäischen -speziell der deutschen- Sparer und Rentner ist keine "negative Auswirkung" sondern von Anfang an geplant, um dieses nicht überlebensfähige Konstrukt namens "Euro" am Leben zu halten.


    Helfen wird es jedoch nichts und wenn allle enteignet wurden und der Laden trotzdem auseinanderfliegt, wird den politisch Verantwortlichen die Quittung ausgestellt werden.

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