Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zentralbank-Daten Investoren ziehen verstärkt Kapital aus Russland ab

Seit Jahresanfang haben Anleger Milliarden an Vermögen aus Russland abgezogen. Ein Grund dafür war die Furcht vor einer Verschärfung der Sanktionen.
1 Kommentar
Russland leidet unter Kapitalabfluss. Quelle: Reuters
Rubel-Münzen

Russland leidet unter Kapitalabfluss.

(Foto: Reuters)

MoskauInvestoren kehren Russland den Rücken: 27,3 Milliarden Dollar sind im ersten Halbjahr 2019 nach Angaben der russischen Zentralbank mehr ab- als zugeflossen. Damit fällt der Kapitalabfluss doppelt so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die russischen Banken.

Während sich in anderen Sektoren Ein- und Ausfuhr von Kapital die Waage hielten, habe der Bankensektor verstärkt Geld im Ausland angelegt und Kredite gegenüber im Ausland registrierten Firmen getilgt, teilte die Zentralbank weiter mit.

Trotzdem bleibt die Notenbank verhalten optimistisch. Für das Gesamtjahr prognostiziert sie ausgehend von einem Ölpreis um die 65 Dollar pro Barrel einen Kapitalabfluss von 50 Milliarden Dollar. Das wäre weniger als im Vorjahr, als die Wirtschaft insgesamt 67,5 Milliarden Dollar ins Ausland transferierte.

Der Grund für den optimistischen Ausblick der Notenbank: Zwar flossen im ersten Quartal des Jahres 2019 25,2 Milliarden Dollar ab. Doch im zweiten Quartal konnte der Exodus der Anleger nahezu gestoppt werden. Es wurden nur noch gut zwei Milliarden Dollar ins Ausland transferiert.

Hintergrund der verstärkten Kapitalflucht im ersten Vierteljahr war wie auch in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Furcht vor einer erneuten Verschärfung der Sanktionen. Sie flammte erneut auf, nachdem die russische Küstenwache in der Meerenge von Kertsch zwei ukrainische Marineboote kaperte und 24 Seeleute festnahm. Auch ein Skandal um die Investmentgesellschaft Baring Vostok und ihren Chef Michael Calvey, der in der Festnahme Calveys und mehrerer Topmanager mündete, schreckte Investoren ab.

Mittlerweile hat sich die Lage entspannt: Statt neuer Sanktionsdrohungen werden aus Europa Stimmen laut, die einen Abbau der Sanktionen fordern. Das steigerte auch das Vertrauen der Anleger. Allerdings könnten die Sanktionsängste im Herbst wieder zunehmen, wenn US-Präsident Donald Trump im Streit über die Pipeline Nordstream 2 den Druck erhöht. Zudem sendet auch die russische Wirtschaft verstärkt Warnsignale aus.

Das BIP-Wachstum hat sich abgeschwächt, die Zentralbank hat jüngst ihre Wachstumsprognose für 2019 um 0,2 Prozentpunkte gesenkt. Auch der Baring-Vostok-Prozess wird weitergeführt. Zwar ist Calvey inzwischen aus der U-Haft entlassen und steht nur noch unter Hausarrest. Doch dieser wurde zuletzt bis Mitte Oktober verlängert, während Baring Vostok die Kontrolle über das strittige Aktiv – eine Bank – verloren hat. Alles Faktoren, die sich negativ auf das Investitionsklima in Russland auswirken.

Mehr: Deutsche Unternehmen spüren die Russland-Sanktionen der USA. Angesichts zweistelliger Milliardenverluste fordern sie mehr Engagement der Kanzlerin.

Startseite

Mehr zu: Zentralbank-Daten - Investoren ziehen verstärkt Kapital aus Russland ab

1 Kommentar zu "Zentralbank-Daten: Investoren ziehen verstärkt Kapital aus Russland ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Reduzierung auslaendischer Schulden ist natuerlich ein Kapitalabfluss, aber ein sehr
    gesunder. Hoffentlich nehmen sich andere Schuldnerstaaten ein Beispiel.

Serviceangebote