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Zentralbank EZB schiebt Zinswende bis mindestens Mitte 2020 auf

Der Leitzins im Euro-Raum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2020 wird sich daran was ändern.
06.06.2019 Update: 06.06.2019 - 14:19 Uhr Kommentieren
Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Quelle: dpa
EZB

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Europäische Zentralbank (EZB) schiebt die Zinswende weiter auf. Der Leitzins, der seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegt, wird bis mindestens Mitte 2020 auf dem historisch niedrigen Wert bleiben. Das teilte die EZB am Donnerstag mit.

Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bleibe bei 0,0 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er bereits seit März 2016. Auch den Einlagensatz beließen die Währungshüter auf dem bisherigen Niveau von minus 0,4 Prozent. Geldhäuser müssen damit weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken.

Außerdem gab die EZB Details für die dritte Runde der Langfrist-Krediten für Geschäftsbanken (TLTROs) bekannt. Von September 2019 bis März 2021 stellt die EZB jeweils zweijährige Kredite zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung. Ziel ist es, die Kreditvergabe zu beflügeln und so Wirtschaftswachstum und Inflation anzuschieben.

Bei den zweijährigen Darlehen sollen den Banken eine Prämie winken, wenn sie bei der Kreditvergabe nachweislich bestimmte Ziele erfüllen. Die Langfristdarlehen erhalten die Banken zu einem Zins, der zehn Basispunkte über dem durchschnittlichen Leitzins während der Laufzeit der Kredite liegt. Bei Erfüllung von Kreditvergabezielen werde er aber sinken. Er könne dabei so niedrig liegen, wie der durchschnittliche Einlagensatz plus zehn Basispunkte während der Laufzeit der Geschäfte.

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    Allerdings kommt es bei den Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB nicht zu einem Staffelung der Zinsen oder einem Freibetrag für die Geschäftsbanken. Einige Volkswirte hatten das empfohlen, um die Folgen der Strafzinsen für Banken abzumildern – nach Branchenangaben beliefen sich die Kosten für die Geschäftsbanken allein im vergangenen Jahr auf rund 7,5 Milliarden Euro.

    Märkte reagieren enttäuscht

    An den Märkten kam diese Nachricht nicht gut an: Der Dax reagierte auf diese Nachrichten umgehend und verlor binnen weniger Minuten mehr als 50 Punkte. Stattdessen griffen Anleger bei europäischen Anleihen zu. Die Kurse zehnjähriger Bonds aus Frankreich, Spanien und Portugal beispielsweise legten kräftig zu, ebenso Anleihen aus den Niederlanden. Im Gegenzug sanken die Renditen. Italienische Bonds wiederum reagierten verhaltener. Dort spiegeln die erhöhten Refinanzierungskosten die Unsicherheit der Investoren wider.

    Auch die Rendite zehnjähriger Bonds aus Deutschland ging weiter zurück. Die Bundesanleihe war bereits am Vormittag auf ein neues Allzeittief von minus 0,234 Prozent gefallen. Aus Sicht von charttechnischen Analysten ist damit der Boden aber nicht erreicht, sie halten eine Rendite von minus 0,4 Prozent für möglich.

    Notenbank-Chef Mario Draghi wird um 14.30 Uhr vor die Presse treten. Dort wird sich der EZB-Chef auch die neuesten Einschätzungen der Zentralbank zur Entwicklung von Inflation und Wachstum in den 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung veröffentlichen. Im Mai war die jährliche Inflationsrate im Euro-Raum auf 1,2 Prozent gefallen, mittelfristig strebt die EZB allerdings eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an.

    Mit Agenturmaterial.

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