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Zinsentscheid Bank of England informiert sich über Effekt von negativen Zinsen

Die Bank of England hält am geldpolitischen Kurs fest. Dennoch prüft sie, inwiefern ein negativer Zinssatz effektiv umgesetzt werden könnte.
17.09.2020 - 14:11 Uhr Kommentieren
Die lockere Geldpolitik könnte demnächst noch lockerer werden. Quelle: Reuters
Bank of England

Die lockere Geldpolitik könnte demnächst noch lockerer werden.

(Foto: Reuters)

London Inmitten neuer politischer Turbulenzen in der Brexit-Saga hält die Notenbank in London die Zinsen unverändert niedrig und die Tür für weitere Lockerungen offen. Die Währungshüter um Notenbankchef Andrew Bailey beließen den Leitzins am Donnerstag bei 0,1 Prozent.

Zugleich gaben sie bekannt, dass sie sich darüber informiert hätten, wie ein negativer Zinssatz effizient umgesetzt werden könnte, sollten es die Aussichten für die Inflation und der Wirtschaftsausblick irgendwann einmal erfordern.

Zudem bleibt das Volumen des laufenden Wertpapierkaufprogramms vorerst bei 745 Milliarden Pfund, doch geht die Bank of England (BoE) davon aus, dass die Käufe gegen Ende des Jahres abgeschlossen sein werden. Experten erwarten, dass das Programm im November aufgestockt wird - rechtzeitig vor dem endgültigen Abschied Großbritanniens von der EU.

Aus Furcht vor der Einführung negativer Zinsen ziehen sich Anleger aus dem Pfund Sterling zurück. Es verbilligt sich um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 1,29 Dollar und 1,0930 Euro.

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    Die Währungshüter betonten mit Blick auf die nächste Sitzung, sie wollten die mit dem Brexit zusammenhängenden wirtschaftlichen Aspekte mit ins Kalkül nehmen. Der Ausblick für die von der Corona-Krise hart getroffene Wirtschaft bleibe „ungewöhnlich unsicher“. Sie mussten bei ihrer Entscheidung weiter mit der Ungewissheit leben, ob es zum Jahresende zu einem insbesondere von der Wirtschaft gefürchteten harten Brexit kommt oder doch noch eine Einigung mit der EU gelingt.

    Großbritannien ist zwar Ende Januar aus der EU ausgetreten, bis Jahresende gilt aber noch eine Übergangsphase. Die Verhandlungen mit der EU über die künftigen Beziehungen stecken in der Sackgasse, seit Premier Boris Johnson mit einem geplanten Gesetz für einen neuen Streit sorgte. Das bereits von einer Parlamentskammer gebilligte Binnenmarktgesetz soll der britischen Regierung die Möglichkeit für einen Bruch des bereits ratifizierten Vertrags zum Austritt aus der EU geben.

    In dem Abkommen ist geregelt, dass es keine sogenannte harte Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland geben darf. Auch künftig soll in Nordirland der EU-Zollkodex gelten. Doch das geplante Gesetz hätte zur Folge, dass diese Regelung zu großen Teilen ausgehebelt würde.

    Mehr: Fed erklärt ihre neue Strategie und drängt die US-Politik zu weiteren Staatshilfen

    • rtr
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