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Zinsentscheid EZB sieht von Zinssenkungen noch ab

EZB-Präsident Mario Draghi lässt die Zinssätze unverändert. Allerdings passte er den Zinsausblick um ein wichtiges Wort an.
25.07.2019 Update: 25.07.2019 - 16:26 Uhr Kommentieren
Die Währungshüter deuteten die Möglichkeit noch tieferer Schlüsselzinsen bis Mitte 2020 an. Quelle: dpa
EZB vor der Bankenskyline

Die Währungshüter deuteten die Möglichkeit noch tieferer Schlüsselzinsen bis Mitte 2020 an.

(Foto: dpa)

Düsseldorf EZB-Präsident Mario Draghi hat die Zinsen im Euro-Raum nicht angetastet, aber den Weg für weitere Zinssenkungen geebnet. Die Europäische Zentralbank beließ den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bei 0,0 Prozent. Auch der Einlagensatz bleibt auf dem bisherigen Niveau von minus 0,4 Prozent. Damit müssen Banken weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der EZB überschüssige Gelder parken. Das teilten die Euro-Wächter an diesem Donnerstag in Frankfurt mit.

Allerdings passten die Notenbanker ihren Zinsausblick an: Der EZB-Rat gehe davon aus, dass die Leitzinsen mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2020 auf ihrem gegenwärtigen oder sogar niedrigeren Niveau blieben, heißt es. Zuvor war lediglich vom gegenwärtigen Level die Rede gewesen.

Damit deuteten die Währungshüter die Möglichkeit noch tieferer Schlüsselzinsen bis Mitte 2020 an. Laut ihrer bisherigen Prognose wollte die EZB bis dahin nicht an den Schlüsselsätzen rütteln. Zudem beauftrage die Notenbank ihre Ausschüsse, alle Optionen zu prüfen, darunter Staffelzinsen und erneute Anleihenkäufe. Eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik, wie sie vor allem in Deutschland gefordert wird, rückt damit in immer weitere Ferne.

„Die EZB ist auf Lockerungskurs und dürfte sich in dieser Hinsicht durch die jüngst enttäuschenden Stimmungsindikatoren, vor allem in Deutschland, bestätigt sehen“, teilten die Analysten der Helaba in einer gemeinsamen Erklärung mit. „Im Herbst dürfte der Einlagenzins gesenkt werden und auch die Spekulationen über ein zweites Euro-QE werden am Leben erhalten. Renten- und Aktienmärkte bleiben unterstützt, der Euro tendenziell geschwächt.“

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    Bei den Anlegern kam die Entscheidung der EZB zunächst gut an: Der Dax legte um 80 Punkte zu, stürzte anschließend aber fast 200 Zähler ab und rutschte in die Verlustzone auf bis zu minus 1,4 Prozent.

    Denn bei seinen anschließenden Ausführungen blieb Draghi vage und enttäuschte damit die Anleger, die ein klares Signal für Zinssenkungen im September erwartet hatten. Stattdessen verschob er alle relevanten Entscheidungen in die nächste Sitzung des EZB-Rates im September. Angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung und der Schwäche des Welthandels, der unter internationalen Handelskonflikten leidet, seien „signifikante geldpolitische Impulse“ notwendig.

    Inflationsziel wird nicht angepasst

    Bemerkenswert war dabei, dass Draghi betonte, wie wichtig die Geldpolitik der EZB bislang für die Euro-Zone gewesen sei. Künftig komme es aber vor allem auf die Finanzpolitik der Mitgliedsstaaten an. Zudem stellte Draghi klar, dass die EZB ihr derzeitiges Inflationsziel vorerst nicht ändern werde.

    Ziel der EZB ist eine mittelfristige Inflationsrate von nahe zwei Prozent. Liegt diese dauerhaft zu niedrig, könnte das Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft. Im Juni lag die Teuerungsrate im gemeinsamen Währungsraum bei 1,3 Prozent. Auch die Inflationserwartungen waren zuletzt gesunken.

    Viele Experten hatten erwartet, dass er auch die Möglichkeit von Zinssenkungen im September ins Auge fassen werde. Draghi hatte schon bei bei der vorherigen EZB-Sitzung im portugiesischen Sintra weitere Schritte signalisiert, sollte die Inflation nicht wie gewünscht stärker anziehen.

    Einige Volkswirte hatten deshalb schon mit sofortigen Maßnahmen gerechnet. Investoren hatten die Wahrscheinlichkeit auf 50 Prozent beziffert, dass der Einlagezins schon bei dieser Sitzung gesenkt werde. Stattdessen müssen sie sich jetzt bis zum September gedulden.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: EZB-Präsident Mario Draghi bleibt ein klareres Signal für einen Zinsschritt im September schuldig. Die Pressekonferenz im Newsblog zum Nachlesen.

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