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Deutschlands 57 Millionen Sparer sind die Verlierer der Geldpolitik. Doch auch die Banken schlagen Alarm wegen des Kurses der EZB.

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  • - Fortsetzung -

    Was heißt das nun?
    Wenn Ihre Einlagen mehrfach beliehen wurden zwecks Kredit-“Geld“-Schöpfung / Kreditexpansion, dann ist die Bank tatsächlich bereits heute zahlungsunfähig. Diese Zahlungsunfähigkeit wird jedoch erst dann schlagend, wenn viele Kontobesitzer ihre Einlagen gleichzeitig zurückfordern (und genau das zu verhindern ist einer der entscheidenden Gründe, weshalb man ein Bargeldverbot anstrebt).
    Aber es gibt doch eine "Einlagensicherung"! Ja, aber nur für einen kleinen Teil - der Rest ist ja schon längst weiterverliehen als Kredit. ;-)
    Sie als Gläubiger der Bank haben tatsächlich also eine ungeheure Macht - Sie wissen es nur nicht.
    Ohne Kreditmultiplikator haben nicht nur die Geschäftsbanken ein "größeres" Problem, sondern eben auch die Zentralbanken. Die müssen den Ausfall kompensieren, und ihre Druckerpressen auf Höchstgeschwindigkeit laufen lassen. Dann bekommen sie aber auch endlich richtig ihre Inflation, die ihnen bisher ja viel zu niedrig ist... ;-)

  • Ich wollte ja eigentlich nix mehr über Geld schreiben, aber einer geht noch.
    Der Sparer hat TATSÄCHLCH die eigentliche Macht. Warum? Weil er, sobald er eine Einzahlung auf ein Bankkonto vornimmt (und sein Bargeld damit zum Buch- bzw. Giralgeld wird) zum GLÄUBIGER der Bank wird. Er hält also eine Forderung gegen die Bank, während die Bank der Schuldner ist.
    Was tut die Bank nun üblicherweise mit dieser Forderung des Bankkunden? Sie verwahrt sie nicht einfach, denn damit würde sie kaum etwas verdienen, sondern sie VERLEIHT sie weiter als KREDIT.
    Nur haben wir ein sogenanntes BRUCHTEILSRESERVEBANKWESEN (= "Fractional Reserve Banking"). Die Banken haben nämlich mit der Zeit herausgefunden, dass bei weitem nicht alle Gläubiger ihre Einlagen zurückfordern (sprich: Giralgeld wieder in Bargeld umtauschen). Also können sie (weitaus) mehr Kredite vergeben als ihre Gläubiger Einlagen bei ihnen haben. Das erinnert Sie an Charles Ponzi? Da haben sie Recht - und auch wieder nicht. Ponzi durfte das "gesetzlich" nun einmal nicht, aber das Fractional Reserve Banking ist "gesetzlich legitimiert". ;-)
    Durch das Fractional Reserve Banking kommt es also zur KREDITEXPANSION DURCH MEHRFACHBELEIHUNG - es wird neues "Kreditgeld" geschöpft. Die Geldmenge bzw. das Geldangebot wächst, und es kommt zur eigentlichen Inflation (weil der gestiegenen Geldmenge kein gleichzeitig gestiegenes Angebot an realen Werten gegenübersteht).
    Man nennt dies auch den "KREDITMULTIPLIKATOR". Er ist der Kehrwert des "gesetzlich" festgelegten Mindestreservesatzes. Und dieser Satz beträgt nun einmal nicht 100%, sondern bei den EU-Banken 1%.

  • Ich sehe noch ein ganz anderes Risiko, welches bisher nicht thematisiert wurde:
    Bekanntlich funktioniert ein erheblicher Teil unseres Wirtschaftskreislaufes auf der Programmierung "mehr". Wenn es sich aber nicht mehr lohnt "mehr" zu arbeiten/verdienen, weil dank der Negativzinsen und schon jetzt blasenmäßig aufgeblähter Preise für dauerhafte Sachgüter (Immobilien, Aktien, Edelmetalle) der Lohn für dieses "mehr" keinen Bestand mehr hat, könnte die Einsicht um sich greifen, "mehr" für die Work-Life-Balance zu tun und eben nur noch so viel zu arbeiten, wie zum laufenden Lebensunterhalt nötig ist - der jungen Generation sagt man einen entsprechenden Hang ohnehin schon nach und die älteren Jahrgänge, die ihre Schäfchen bereits im trockenen haben, könnten sich hier anschließen. Was wäre die Folge: Mehr Teilzeitarbeit und damit einhergehend eine massive Vergrößerung des Fachkräftemangels sowie teilweiser Konsumverzicht, was dann aber eben nicht, wie von der EZB gewünscht, zu einer Stimulanz der Wirtschaft führen würde, sondern genau das Gegenteil erreichen könnte - und selbst eine weitere Lockerung der Geldpolitik wäre nur in der Lage, das Problem noch weiter zu verschärfen, nicht jedoch, dieses zu lösen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 57 Millionen Sparer werden um Ihre Zinsen betrogen? Wer profiert? Vielleicht 57 Millionen Steuerzahler, die nicht die Zinsen für die Schulden des Staates zahlen müssen? Wie viele der beiden 57 Millionen werden identische Personen sein?

    Und wie hoch wären eigentlich die Zinsen, wenn es gar keine EZB geben würde? Wäre dann automatisch eine deutlich positive Realverzinsung drin? Wer sollte die höheren Zinsen erarbeiten? Die deutsche Autoindustrie? Der deutsche Mittestand? Die deutschen Energieversorger? Bayer? Der deutsche Staat und seine Beamten?

    Zinsen fallen nicht vom Himmel. Die EZB macht einen super Job, auch wenn es keiner glauben will. Und niemand schreibt darüber, wer die höheren Zinsen erarbeiten soll. Wir hatten im Q2 2019 0,2% Wirtschaftswachstum im Euro-Raum und kaum Inflation.

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