Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Finanzberater Edition

Immobilien Per Mausklick Häuser analysieren

Mithilfe von Daten lassen sich Häuser, Wohnungen und Standorte genau bewerten. Big Data macht es möglich. Spezialisierte Dienstleister machen Entscheidungen einfacher, besser und schneller.
05.05.2020 - 09:18 Uhr Kommentieren

Hamburg Die Digitalisierung verändert den Immobilienmarkt von Grund auf: Internetportale, über die Wohnimmobilien angeboten und gefunden werden, Plattformen wie Gefis, auf der Investoren Gewerbestandorte online finden, Hybrid-Makler, die Arbeitsschritte wie die Objektbesichtigung digital gestalten, Verknüpfungen mit Google Maps und die Einbindung von Finanzierungs- und Versicherungsdienstleistern sind einige Beispiele. Doch das ist erst der Anfang.

So könnte es möglich sein, dass ein Haus seine Mieter selbst sucht: Interessenten stellen ihre Wünsche ein und bekommen anhand ihres Arbeitsorts, Einkommens, Familienstands, ihrer Hobbys und anderer Präferenzen passende Angebote. Selbst der Hausbau wird revolutioniert: Teile von Gebäuden werden bald per Drohne geliefert oder mit einem 3D-Drucker hergestellt.

„Daten sind das neue Gold“, schreiben die Autoren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in ihrem Visionspapier „Immobiliendienstleistung 2030“. Nur wer diese Daten nutzen „und letztendlich auch gewinnbringend einsetzen kann“, werde erfolgreich sein. Deloitte rät Immobiliendienstleistern, den Wandel mitzugestalten. Einige tun das schon – etwa mithilfe digitaler Standortanalysen für Immobilienprofis und Investoren. Sie kommen vor allem bei gewerblichen Immobilien zum Einsatz. Das Prinzip: Durch die Nutzung von Daten von Analytic-Tools lässt sich der geeignetste Standort identifizieren. Zum Beispiel, wenn eine Bäckereikette expandieren will und überlegt, wo sie die nächste Filiale eröffnen sollte.

Oder wenn eine Boutique den besten Standort in einer Stadt sucht. Wenn in die Datenanalyse Informationen über Infrastruktur, Konkurrenz und Zulieferunternehmen einfließen, dazu Einzugsbereiche, demografische und soziale Faktoren der umliegenden Bevölkerung, muss ein Unternehmer nicht mehr aus dem Bauch entscheiden. Mithilfe der Technologie ist das genauer, es geht schneller und einfacher.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Hilfe bei der Standortsuche

    Als „elektronische Helfer“ für Standortanalysen werden am Markt viele einfache Tools angeboten. So hat die Plattform Immobilienscout24 eine Big-Data-Lösung entwickelt, die vornehmlich im Wohnungssektor Erkenntnisse zur konkreten Nachfragesituation um eine Adresse liefert. Geschäftsführer Thomas Schroeter: „Bei hohen Ankaufs- und Baupreisen wird es immer wichtiger, eine verlässliche Investitionsentscheidung datenbasiert zu treffen.“

    Auch „WIGeoStandort“, ein webbasiertes geografisches Informationssystem, hilft bei der Analyse und Bewertung eines Standorts. Einzelhändler, Systemgastronomen und Banken beispielsweise können auf Basis ihrer Vorstellungen das Potenzial eines Gebiets ermitteln. Die Ergebnisse sollen helfen, Immobilienangebote und deren Standortqualität sofort zu bewerten. Das Tool ist etwas für ganz schnelle Deals: Die Analyse dauert maximal drei Minuten.

    Bei hohen Preisen wird es immer wichtiger, eine verlässliche Investitionsentscheidung datenbasiert zu treffen. Thorsten Schroeter, Geschäftsführer Immobilienscout24

    Wissenschaftlich geht das technische Beratungs- und Planungsunternehmen Metroplan vor. Es begleitet bei neuen Produktions- und Logistikstandorten. Harte Fakten, so die Hamburger, „geben Sicherheit für Investitionsentscheidungen“. Für ihre systematische Auswertung haben sie eine ISO-zertifizierte Methodik entwickelt, die sogenannte „Multi-Criteria-Analysis“. Sie erlaube es, besonders viele unterschiedliche Faktoren quantitativ und qualitativ zu bewerten. Dazu gehören die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, die Gehalts- und Lohnkosten, die Unterstützung durch lokale Behörden, die Infrastruktur und die Förderung von Investitionen sowie die Bewertung von Umweltbedingungen, Wettbewerbssituation und Zulieferern in der Region.

    Daten schnell verarbeiten

    Neben den Anbietern standardisierter Standortanalyse-Tools gibt es einige wenige Spezialisten, wie zum Beispiel Realxdata. Das Berliner Technologieunternehmen, das Analysetools auf Basis der Künstlichen Intelligenz für den Immobiliensektor entwickelt, hilft beispielsweise der Aareal Bank, Daten automatisiert zu bearbeiten, die in verschiedenen Formaten vorliegen und sich manuell nur mit hohem Zeitaufwand analysieren lassen. So haben Bankmitarbeiter oft gleichzeitig mehrere Immobilienexposés auf dem Tisch, wenn entweder ein Häuschen als Gegenwert für einen Kredit benötigt wird oder wenn es sich um ein Investmentobjekt handelt.

    In der Vergangenheit gingen bis zu 80 Prozent der Arbeitszeit des Beraters für das Vergleichen der Daten drauf. Das ist mit der Realxdata-Technologie Vergangenheit. Der Clou der Lösung ist eine lernende Datenbank: Sie bildet die Grundlage für Auswertungen und Szenarioberechnungen. „Datenanalysen werden immer relevanter, da sie die Basis für strategische und operative Entscheidungen darstellen“, betont Holger Spielberg, Technologieexperte der Bank. „Deshalb kollaborieren wir auf diesem Feld mit innovativen Kompetenzpartnern.“

    Auch die Maklerfirma Engel & Völkers Investment Consulting arbeitet mit Realxdata zusammen. Die Spezialisten aus Berlin digitalisieren, strukturieren und visualisieren Portfoliodaten und verknüpfen diese mit Marktdaten etwa aus kommunalen Datenbanken, Immobilienmarktstatistiken, Verkehrsmeldungen, politischen Nachrichten oder Social-Media-Plattformen. Für die Einzelobjektbewertung fließen Informationen wie Ausstattungsqualität, regionale und objekttypische Mietpreise, Bodenrichtwerte, Liegenschaftszins, Instandhaltungs- und Verwaltungskosten ein.

    „Alle diese Daten werden auf unserer Plattform verknüpft und nach bestimmten Kriterien oder Fragestellungen ausgewertet. Die Ergebnisse werden als farbige Umgebungskarten und Grafiken dargestellt“, erklärt Realx data-Geschäftsführer Titus Albrecht. Für ihn steht fest: „Voraussetzung für jede erfolgreiche Transaktion und jede erfolgreiche Portfoliostrategie sind die richtigen Informationen über Objekte, den Markt und die Menschen.“ Die Zukunft der Immobilienwirtschaft werde von Unternehmen und Beratern geprägt, „die das Potenzial von Smart-Data-Analysen und MachineLearning richtig zu nutzen wissen“.

    Die Gesamtausgabe der Handelsblatt Finanzberater Edition finden Sie hier.

    0 Kommentare zu "Immobilien: Per Mausklick Häuser analysieren"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%