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Aktuelle Studie Wo die Risiken am Immobilienmarkt lauern

Am Immobilienmarkt gebe es heute anders als in der Finanzkrise keine Risiken bei der Kreditvergabe. Herausforderungen schlummern an anderer Stelle.
Update: 06.06.2019 - 17:03 Uhr 1 Kommentar
Das absehbar weiter niedrige Zinsniveau in der Euro-Zone und den USA stützt laut einer Studie den Immobiliensektor. Quelle: dpa
Wohnhäuser in Frankfurt

Das absehbar weiter niedrige Zinsniveau in der Euro-Zone und den USA stützt laut einer Studie den Immobiliensektor.

(Foto: dpa)

Frankfurt am MainDer Immobilienboom bekommt neuen Schub – oder besser gesagt: Es gibt mehr vom alten Schub. Die mögliche Zinswende, die bis vor wenigen Monaten noch als ausgemacht galt, ist aufgeschoben. Mittlerweile wird sogar in den USA wieder über Zinssenkungen gesprochen. Der maßgebliche Treiber des Immobilienbooms, die Niedrigzinsphase, bleibt also auf absehbare Zeit bestehen.

Ein Ende des Immobilienbooms ist damit nicht in Sicht, und mit der anhaltenden Hochphase drängt sich einmal mehr die Fragen auf: Wie real ist die Gefahr von Preisübertreibungen? Welche Finanzgefahr geht vom Immobilienmarkt aus?

Systemische Risiken aus der Immobilienfinanzierungen seien derzeit nicht zu erkennen, lautet das Fazit einer KPMG-Untersuchung gemeinsam mit der Irebs Immobilienakademie. „Wenn wir heute die Fragen stellen, die für die Finanzkrise relevant waren, bekommen wir die falschen Antworten“, sagte Tobias Just, Geschäftsführer des Irebs.

Allerdings werden den Immobilienexperten zufolge Risiken an anderer Stelle derzeit unterschätzt: Die ökonomischen Risiken aus einer schwächelnden Konjunktur und der zunehmende Regulierungsdruck könnten sich am Markt niederschlagen.

Die konjunkturellen Risiken würden sich gerade am Büromarkt relativ schnell auswirken, wenn Unternehmen weniger Flächen anmieten oder gar leerziehen. „Das könnten selbst Investoren mit einem drei- bis fünfjährigen Anlagehorizont zu spüren bekommen“, sagt Hans Volkert Volckens, Leiter Immobilien bei KPMG.

Am Wohnungsmarkt könnte Regulierung den Immobilienboom ausbremsen. Aktuell sorgt ein neuer Vorschlag aus Berlin für Furore. Die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) will die Mieten in nicht preisgebundenen Wohnungen ab 2020 für fünf Jahre einfrieren.

Außerdem sollten ihrem Eckpunktepapier zufolge alle Modernisierungen, die Mieterhöhungen um mehr als 50 Cent pro Quadratmeter zur Folge haben, genehmigungspflichtig werden. Auch der Frankfurter Oberbürgermeister, Peter Feldmann, hatte vor kurzem einen Mietendeckel für die Mainstadt gefordert.

Kritik aus der Branche

An den Vorschlägen hagelt es Kritik aus der Branche. Juristen sehen den Alleingang der Städte gar als verfassungswidrig an. Wie die Fälle ausgehen, nicht zuletzt in Berlin, ist noch unklar.

Die Beispiele zeigen aber: Der Druck der Regulierung nimmt zu. „Ich glaube nicht, dass es einen Kollaps geben wird, aber die Investoren müssen ihre Mieterhöhungserwartungen zurücknehmen“, sagt Just. Preisrückgänge seien denkbar. Volckens pflichtet ihm bei: „Ich glaube nicht, dass die Mietsteigerungen auf Dauer so weitergehen können wie in den vergangenen Jahren.“

Für Investoren, die hohe Preise in Erwartungen hoher Mietsteigerungen gezahlt haben, könnte dies im Zweifel Verluste bedeuten.

Vor wenigen Wochen sorgte eine Auswertung des Immobilienmarktforschers F+B für Aufsehen. Zum ersten Mal seit 14 Jahren seien in Deutschland die Neuvertragsmieten in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gesunken. Im ersten Quartal 2019 lagen sie 0,3 Prozent unter dem Vorquartal. Rückläufige Mieten stellt F+B auch in fünf von sieben deutschen Metropolen fest: Am stärksten ist der Rückgang in Frankfurt. Die durchschnittliche Neuvertragsmiete fiel dort um 2,4 Prozent auf 11,60 Euro pro Quadratmeter.

Mehr: Die finanzielle Belastung durch Mieten steigt – vor allem in vielen Großstädten. Lesen Sie, warum Experten darin eine sehr bedenkliche Entwicklung sehen.

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1 Kommentar zu "Aktuelle Studie: Wo die Risiken am Immobilienmarkt lauern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrter Herr Streit,

    wo die "Risiken am Immobilienmarkt" tatsächlich liegen, ist Ihnen leider verborgen geblieben. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Thema ambivalent ist.

    So ähnlich wie wenn Sie sich einen Porsche kaufen. Sie können das aus dem Motiv heraus tun, sich eine große Freude zu bereiten. Die Stichworte heißen dann "Vergnügen" oder "Liebhaberei". Nichts gegen solche Motive. Aber dann sollte Ihnen klar sein, dass man mit Porsche fahren kein Geld verdient, sondern einem teuren Hobby nachgeht.

    Alternativ können Sie auch irrtümlich glauben, Porsche zu fahren oder das Auto zu vermieten sei ein Bombengeschäft. Damit könne man gutes Geld verdienen und reich werden. Aber wie ist das nun mit Wohnungen?

    Sie haben doch die Statistiken über die Renditen, die private Vermieter erzielen. Natürlich streuen diese Renditen. Aber die meisten Renditen liegen nahe (unter- oder oberhalb) des Nullwertes. Und wenn Sie Ihrem eigenen Artikeln glauben schenken, werden sich die Chancen für ein "reich durch Miete" eher noch weiter verschlechtern.

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