Anlegerwohnungen Deutschland Deutschlands Immobilienvermittler werben um Chinesen

In Neuseeland und Australien wehren sich Politiker und Bevölkerung gegen chinesische Wohnungskäufer. In Deutschland sind sie hochwillkommen.
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Hohe Kaufpreise in guter Lage schrecken chinesische Käufer nicht ab. Quelle: Paul Langrock/Zenit/laif
Wohnungen in Berlin

Hohe Kaufpreise in guter Lage schrecken chinesische Käufer nicht ab.

(Foto: Paul Langrock/Zenit/laif)

Maklerhäuser haben bereits Chinesisch sprechende Fachkräfte eingestellt, auf Werbetouren in Chinas Großstädten präsentieren sie die Vorzüge der deutschen Metropolen Berlin und Frankfurt. Noch sind Chinesen eine von vielen ausländischen Käufergruppen.In der Statistik von Sven Henkes, Geschäftsführer von Ziegert Bank- und Immobilienconsulting, liegen sie gegenwärtig auf Platz fünf unter den ausländischen Käufergruppen.

Rubina Real Estate, die sich kürzlich mit Warren Buffetts Berkshire Hathaway verbündete, untersuchte vor zwei Jahren Interesse und Verhalten chinesischer Immobilienanleger in Deutschland. Diese schätzen an Deutschland politische und wirtschaftliche Stabilität und die Zuverlässigkeit der Deutschen.

Doch Rubina-Geschäftsführer Carsten Heinrich musste auch feststellen: „Die wirklich reichen Chinesen kaufen nicht in Deutschland, sondern in London und in Städten in den USA, Kanada und Australien.“ In Deutschland sucht die wachsende Mittelschicht Anlagewohnungen. Gekauft würden nicht Luxusapartments, sondern Objekte in der mittleren bis oberen Preislage, berichten beide Makler. Das Gros der Anleger aus Fernost steigt zu Preisen zwischen 250.000 und 750.000 Euro ein. Quadratmeterpreise von 5.000 bis 6.000 Euro für Neubauwohnungen in guten Berliner Lagen schrecken Chinesen offensichtlich nicht. Für vergleichbare Wohnungen in Peking und Schanghai werden mehr als doppelt so hohe Quadratmeterpreise verlangt.

Weil Chinesen nur 50.000 Dollar pro Person ins Ausland transferieren dürfen, legen Verwandte Geld zusammen, um Auslandsimmobilien kaufen zu können, beobachtet Rubina-Manager Heinrich. Gesucht werden weit überwiegend Neubauten. „Zum angegebenen Preis wird nicht gekauft“, berichtet Ziegert-Experte Henkes. Es werde grundsätzlich verhandelt und kleine Preisnachlässe seien nötig, damit der Käufer sein Gesicht wahren könne.

Teure Kredite

Anders als im Heimatland verlassen sich chinesische Käufer in Deutschland nicht allein auf Wertsteigerungen. Während sie in ihrer Heimat Wohnungen vielfach leer stehen lassen und später teurer verkaufen, wird in Deutschland vermietet oder die Wohnung von studierenden Kindern genutzt. Deshalb sind universitätsnahe Stadtteile bei Käufern besonders gefragt. Die Umgebung von Friedhöfen, Krankenhäusern, Bahnhöfen und Rotlichtviertel meiden Chinesen.

Vermietet wird auch, um die Kreditzinsen bezahlen zu können. Weil sich die Bonität chinesischer Käufer nicht so leicht wie die eines deutschen Erwerbers überprüfen lässt, verlangen Banken etwa doppelt so hohe Zinsen. Reiner Reichel

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