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Aufsicht warnt vor unvollständigen Risikohinweisen Prospektpflicht für Fonds beginnt am 1. Juli

Ab 1. Juli ist den Anbietern geschlossener Fonds der Vertrieb ihrer Produkte nur noch mit Verkaufsprospekten erlaubt, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigt wurden.

rrl BERLIN. Welche Angaben der Prospekt enthalten muss, ist in der Vermögensanlagen-Verkaufsprospektverordnung (VermVerkProspV) geregelt. Offenbar gelingt es vielen Fondsanbietern noch nicht, die Vorgaben zu erfüllen. Der Branchendienst „DFI-Gerlach-Report“ berichtete kürzlich, bis auf den jüngsten Prospekt des US-Immobilienfondsanbieters Jamestown seien alle Angebote durchgefallen.

Besondere Unsicherheit besteht bei der Darstellung der Risiken im Prospekt. Als typische Fehler nannte Thorsten Voß, einer der Prospektprüfer bei der BaFin, vor der „Berliner Immobilienrunde“ die Vermischung von Chancen und Risiken in den Risikohinweisen. Die Darstellung der Erfolgschancen darf nicht im meist mehrseitigen Risikoteil erfolgen. Voß plädierte dafür, mögliche Risiken im Zweifel in den Prospekt aufzunehmen. „Im Zweifel holt sie der Richter ab“, verwies er die Initiatoren auf zivilrechtliche Ansprüche, die Anleger bei unvollständigen Risikohinweisen geltend machen können.

Auch die mittlerweile zum Prospektstandard gehörenden Sensitivitätsanalysen sind Voß zufolge außerhalb der Risikohinweise zu platzieren. Sensitivitätsanalysen sind aus BaFin-Sicht Beispielrechnungen. Sie stellen grafisch dar, wie sich die Rendite verändert, wenn sich etwa Mieten oder Währungsverhältnisse anders entwickeln, als in der Prognoserechnung angenommen.

Die Haftung gegenüber den Anlegern ist auch der Grund, warum sich Fondsanbieter in der Praxis nicht allein auf die Genehmigung des Prospekts durch die BaFin verlassen können, sondern nach wie vor auch nach IdW S 4, dem vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Prospektstandard prospektieren müssen. Im Unterschied zur BaFin-Prüfung verlangt das IdW von den Prospektprüfern auch, zu begutachten, ob im Prospekt getroffene Annahmen plausibel sind. Demgegenüber findet bei der BaFin keine inhaltliche Prüfung statt.

Ein Extrembeispiel: Würden Mieterhöhungen in einem Immobilienfonds über mehrere Jahre auf Basis einer Inflationsrate von fünf Prozent hochgerechnet, wäre dies für die BaFin kein Grund, dem Fonds den Vertrieb zu verweigern. Ein Prospektprüfer müsste in diesem Fall hingegen das Testat versagen.

Deshalb verlangt die BaFin auch, den Hinweis drucktechnisch im Prospekt hervorzuheben, dass sie die inhaltliche Richtigkeit der Angaben nicht geprüft hat.

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