Baufinanzierung „Der Tiefpunkt für Zinsen könnte erreicht sein“

Begleitet von der Minizins-Politik der EZB ist Baugeld seit 2011 immer billiger geworden. Seit April geht es nun wieder nach oben. Noch können Häuslebauer ihr Eigenheim aber recht günstig finanzieren.
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Lange haben sinkende Bauzinsen den Kauf des Eigenheims trotz anziehender Immobilienpreise attraktiv gemacht. Doch seit dem April ziehen die Zinsen an. Quelle: dpa
Bauzinsen steigen

Lange haben sinkende Bauzinsen den Kauf des Eigenheims trotz anziehender Immobilienpreise attraktiv gemacht. Doch seit dem April ziehen die Zinsen an.

(Foto: dpa)

Frankfurt am MainDie Zeit der extrem billigen Finanzierung von Wohneigentum scheint vorüber. Lange haben sinkende Bauzinsen den Kauf des Eigenheims trotz anziehender Immobilienpreise sehr attraktiv gemacht. Doch seit dem April ziehen die Zinsen an. Und Experten der Deutschen Bank rechnen nicht damit, dass Hypotheken bald wieder günstiger werden: „Der Tiefpunkt für Bauzinsen könnte aufgrund der nun wieder höheren Renditen für Bundesanleihen im zweiten Quartal erreicht worden sein.“

Kurzfristig dürften die Zinsen zwar um die aktuelle Rate schwanken, erklärt Michiel Goris, Vorstandschef des Baufinanzierers Interhyp. Zugleich prognostizierte er jedoch: „Wenn mittel- bis langfristig die Konjunktur anzieht und die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen nachlässt, sind steigende Zinsen für Immobilienkredite zu erwarten.“

Traumhäuser aus dem Baukasten
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Das allerschönste Familienhaus: Das 'New Family Home Style'. Schönes Ding. Doch von wem stammen bloß die Fußabdrücke dort im Vordergrund...?

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Blitzeblank, das „Haus Bruckberg“. Hat leider nur für Silber gereicht. Aber nicht traurig sein... Immer noch besser, als auf Rang drei zu landen.

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Den belegt nämlich das „Haus Schwansee“, das durch seinen dezent-orangenen Ton ins Auge fällt. Immerhin ist der Sonnenschirm gelb und der Rasen grün.

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Was auf den ersten Blick aussieht wie eine überdimensionale Schweißmaske, ist in Wahrheit der Anführer des Landhäuser-Rankings. Die Wohn- und Nutzfläche des „Elling 218“ beträgt tatsächlich 469,81 qm.

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Dicht dahinter folgt das Haus „Da Capo“. Gerüchten zufolge wurde der Rasen anlässlich dieses Fotos mit der Nagelschere geschnitten.

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Stolzer Dritter in diesem Ranking: Das „Haus Meierwik“. „Nordischen Charme“ verspricht die zuständige Baufirma. Ganz schön charmant.

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Diese Konstruktion hört auf den klangvollen Namen „Villa Mediterrana“. Mindestens genauso klangvoll ist die Platzierung: Die Nummer eins unter den Mehrgenerationshäusern.

Im historischen Vergleich ist Baugeld aber trotz des jüngsten Anstiegs immer noch sehr günstig: Außer Anfang 2015 kostete es nie weniger, eine Immobilien zu finanzieren. Nach Angaben der FMH-Finanzberatung fällt bei einer Hypothek mit zehn Jahren Laufzeit aktuell ein Effektivzins von 1,78 Prozent an.

Das ist zwar mehr als vor drei Monaten (1,37 Prozent), jedoch viel weniger als vor vier Jahren (3,93 Prozent). Der Effektivzins umfasst neben dem eigentlich vereinbarten Zins unter anderem auch Bearbeitungsgebühren.

Die Ursache für den jüngsten Zinsanstieg sehen Experten im Anleihen-Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), die seit März monatlich Wertpapiere im Umfang von 60 Milliarden Euro kauft.

„Anders als der Leitzins, der sich nicht direkt auf die langfristigen Zinsen niederschlägt, beeinflusst das laufende EZB-Kaufprogramm die Renditen für Staatsanleihen, an denen sich wiederum die Renditen für Pfandbriefe und die Baufinanzierungszinsen orientieren“, erklärte der Vorstandssprecher des Immobilien-Finanzdienstleisters Dr. Klein & Co., Stephan Gawarecki.

Wohnen in Großstädten wird teuer
Wohnen in den Großstädten
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Das Wohnen in Deutschlands Großstädten wird offenbar immer teurer. In sieben großen Städten, von Berlin bis Stuttgart, sind die Preise für Eigentumswohnungen binnen fünf Jahren um mehr als 40 Prozent gestiegen – bei den Mieten sind es 25 Prozent. Deshalb klagen viele Familien, dass sie sich das Wohnen in der Stadt kaum noch leisten können. Über 20 Jahre gesehen sind die Mieten dagegen langsamer als die Verbraucherpreise gestiegen.

Unter der Frage „Was macht das Wohnen in den Städten so teuer?“ hat die DZ Bank in einer Research-Publikation die Gründe zusammengestellt. Dabei wurde der Preisanstieg der vergangenen 20 Jahre analysiert.

Quelle: DZ Bank

Wohnen in Berlin
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Ein Grund für steigende Mieten ist das vielerorts knappe Wohnungsangebot. Lange Zeit hielt der Neubau nicht Schritt mit der steigenden Bevölkerung. Die Mieten in Berlin legten von 2010 bis 2015 (jeweils auf das erste Quartal gerechnet) um 32 Prozent zu – der stärkste Anstieg im Vergleich zu anderen Metropolen. Die Mieten stiegen demnach auf 8,20 Euro je Quadratmeter (Wiedervermietung) und die Erstbezugsmiete auf 11,30 Euro je Quadratmeter. Dennoch wohnt man in der Bundeshauptstadt noch vergleichsweise günstig. Der überproportionale Mietanstieg ist hier auf ein niedriges Ausgangsniveau (1994) zurückzuführen. Mehr als 80 Prozent der Haushalte wohnen in Berlin zur Miete.

Mietwohnung
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Es ist nicht verwunderlich, dass in der bevölkerungsreichsten Stadt von Nordrhein-Westfalen Wohnungsknappheit herrscht. Umso teurer werden auch die Mietkosten. Die Mieten in Köln legten um 16 Prozent in den vergangenen fünf Jahren zu. Bei der Wiedervermietung müssen Mieter 9,20 Euro je Quadratmeter zahlen, bei der Erstbezugsmiete sogar 11,40 Euro. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Wohnpräferenz stark gewandelt. Zog es die Menschen 1990 an den Stadtrand, wollen die meisten heute in der Stadt leben.

Mietwohnung in Düsseldorf
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Die Politik hat zum 1. Juni die Mietpreisbremse eingeführt, die das Wohnen in der Stadt wieder erschwinglich machen soll. Doch es sind nicht nur die Mieten gestiegen, sondern auch die Ansprüche der Mieter. So wünschen sie sich immer größere Wohnungen. Das treibt natürlich die Wohnungskosten in die Höhe. Bei einer Wiedervermietung kostet ein Quadratmeter in Düsseldorf 9,30 Euro. Bei einem Erstbezug muss der Mieter mit 11,40 Euro tiefer in die Tasche greifen. Insgesamt legten die Mieten von 2010 bis 2015 um 23 Prozent zu.

Mieten in Stuttgart
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Deutlich verteuert haben sich auch die Nebenkosten des Wohnens, etwa für Strom und Heizung. Zudem hat der Staat das Wohnen über steigende Steuern und verschärfte Bauvorschriften verteuert. Diese Vorgaben gelten zwar bundesweit, belasten aber stärker die Stadtbewohner. In Stuttgart sind die Mieten in fünf Jahren um 22 Prozent gestiegen. Mit zehn Euro je Quadratmeter müssen Mieter bei einer Wiedervermietung einer Wohnung rechnen. Hier ist der Unterschied bei einem Erstbezug nicht so groß: Der Quadratmeter kostet 11,40 Euro.

Wohnungsbau in Hamburg
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Die Situation an den Wohnungsmärkten der Großstädte ist ein normaler Trend. Im Vergleich mit ausländischen Metropolen sind die Großstadtmieten hierzulande sogar eher niedrig. Dennoch sind gute und günstige Wohnungen in Hamburg Mangelware und entsprechend begehrt. 13,10 Euro kostet ein Quadratmeter einer Neubauwohnung, 10,10 Euro bei einer Wiedervermietung. Der Neubau, in Hamburg zum Beispiel, hat wieder angezogen.

Mietwohnungen in Frankfurt
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Der Anteil der leerstehenden marktaktiven Wohnungen ist zuletzt (2013) knapp drei Prozent gesunken. So sind in Hamburg (0,7 Prozent) und Frankfurt (0,7 Prozent) am Wohnungsmarkt fast keine Wohnungen mehr verfügbar. Das wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern: Denn die über Jahre entstandene Bedarfslücke lässt sich nicht so schnell schließen. Wohnungen in den Ballungsräumen werden auch weiterhin ein knappes Gut bleiben. 11,40 Euro kostet ein Quadratmeter bei einer Wiedervermietung, 13,30 Euro bei einem Erstbezug. Insgesamt sind die Mieten um 26 Prozent gestiegen.

Tatsächlich kletterten die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen von unter 0,2 Prozent im ersten Quartal 2015 auf knapp 0,8 Prozent im Juni, wie die Deutsche Bank vorrechnet: „Vor diesem Hintergrund und dem weiterhin niedrigen Leitzins ist Baugeld - historisch und im Jahresvergleich - immer noch sehr günstig.“

Aus Sicht der LBS verdichten sich aber die Anzeichen, dass eine dauerhafte Zinswende erreicht sein könnte. Dabei spüre der Bauherr schon den jüngsten Zinsanstieg deutlich im Geldbeutel, wie LBS-Sprecher Thorsten Berg betonte: „Jedes Zehntelprozent kostet auf die Kreditlaufzeit gerechnet viel Geld.“

Allein der Anstieg um 0,3 Prozentpunkte von April auf Mai summiere sich bei einem Darlehen über 200 000 Euro und einer jährlichen Tilgung von drei Prozent auf knapp 50 Euro im Monat. Bis zum Ende der Zinsbindung kommen so rund 6000 Euro an Mehrbelastung zusammen.


  • dpa
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