Baugeld Wenn nicht jetzt, wann dann?

Dank Ölpreisverfall und Niedrigzinsen steuern Baugeldzinsen auf ein Rekordtief zu. Häuslebauer können sich so günstig finanzieren wie nie. Finanzberater empfehlen Kredite mit langer Laufzeit und hohen Tilgungsquoten.
Bauzinsen so tief wie nie. Quelle: dpa
Arbeitsgeräte eines Maurers

Bauzinsen so tief wie nie.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Jahr fängt gut an für Baufinanzierer. Fünf Wochen sind vergangen und die Zinsen für Baugeld sinken und sinken, allein im Januar um 0,2 Prozentpunkte. Inzwischen nähern sie sich ihrem Rekordtief von Ende April 2015. Damals zeigte der FMH-Index für Baufinanzierungen mit zehnjähriger Laufzeit 1,23 Prozent Zinsen an. Am Dienstag stand das Marktbarometer der FMH-Finanzberatung bei 1,42 Prozent.

Wer über eine gute Bonität verfügt und etwas intensiver sucht kommt noch billiger weg. Denn FMH nennt eine Angebotsspanne von 1,11 bis 2,07 Prozent für Zehn-Jahresdarlehen.

Auf die Umlaufrendite für Bundesanleihen als Indikator für die Baugeldzinsen ist wieder einmal Verlass. Aktuell bewegt sich die Umlaufrendite nach einer Abwärtsphase unter 0,15 Prozent. Als niedrigster Wert in den vergangenen 52 Wochen wurden 0,05, als höchster 0,8 Prozent gemessen.

Hier werden Eigentumswohnungen immer teurer
Platz 10: Ingolstadt
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Die Preise für Eigentumswohnungen (Alt- und Neubau) haben im Jahr 2015 um insgesamt 14,5 Prozent zugelegt, berichtet der Marktbeobachter Empirica – so viel wie noch nie innerhalb eines einzigen Jahres seit der Jahrhundertwende.
Auf Platz 10 der Städte und Landkreise mit den teuersten Eigentumswohnungen findet sich Ingolstadt. Berücksichtigt man alle Baujahre zahlt ein potentieller Käufer in der Heimat des Autobauers Audi 3.396 Euro pro Quadratmeter Eigentumswohnung.

Platz 9: Freiburg
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Landflucht und Zuwanderung sorgen für vermehrte Nachfrage und treiben im Zusammenspiel mit „Renditenotstand und Billigzinsen auf der Angebotsseite“, so empirica, die Preise nach oben. Auf Platz neun der teuersten Städte liegt Freiburg. Wer hier eine Eigentumswohnung kaufen will, der zahlt im Schnitt 3.514 Euro pro Quadratmeter (Alt- oder Neubau).

Platz 8: Landkreis Ebersberg
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Die Analyse basiert auf der Auswertung von zwei Millionen Immobilieninseraten. Am achtteuersten wird der Wohnungskauf in Deutschland für Menschen, die es in den Landkreis Ebersberg östlich von München verschlägt. Wie überall in der Metropolregion treibt die Näher zur bayrische Landeshauptstadt auch hier die Preise nach oben. Pro Quadratmeter kostet die Eigentumswohnung hier durchschnittlich 3.534 Euro.

Platz 7: Fürstenfeldbruck
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Auch im oberbayrischen Landkreis Fürstenfeldbruck kommt Käufer von Eigentumswohnung die Nähe zu München gewissermaßen teuer zu stehen. Der Quadratmeter Eigentumswohnung kostet im Schnitt 3.663 Euro, Neubauten durchschnittlich 4.569 Euro.

Platz 6: Dachau
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Nordwestlich von München wird es in Dachau dann noch etwas teurer. Die Eigentumswohnung kostet noch einmal 35 Euro mehr pro Quadratmeter – 3.698 Euro nämlich. Neubauten schlagen durchschnittlich mit 4.362 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

Platz 5: Landkreis Miesbach
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Alpines Gelände, der Tegernsee, eine gemeinsame Grenze mit – wer hätte es gedacht – dem Landkreis München: Im Süden Bayerns und des Regierungsbezirks Oberbayern liegt der Landkreis Miesbach. Und wer hier günstig eine Eigentumswohnung erstehen will, der findet in der Tat miese Bedingungen vor – und Preise von 3.789 Euro pro Quadratmeter. Betrachtet man nur Neubauten liegt der Preis bei 5.468 Euro.

Platz 4: Landkreis Nordfriesland
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Ein Ausreißer im Ranking, da nicht in Süddeutschland gelegen, ist der Landkreis Nordfriesland. Er ist sogar der nördlichste Landkreis Deutschlands mit Grenze zu Dänemark. Egal in welcher Sprache aber: 3.988 Euro pro Quadratmeter bleiben ein hoher Preis für eine Eigentumswohnung. Neubauten kosten 4.654 Euro durchschnittlich.

Ausschlaggebend für die gegenwärtig besonders niedrigen Zinsen ist der Ölpreisverfall. Ein Zusammenhang, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Wenn Rohöl billiger wird, geben Benzin- und Heizölpreise nach und dämpfen die Inflation, die schon jetzt unter einem Prozent liegt. Sie ist damit weit vom Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent entfernt.

Die EZB hat darauf in der Vergangenheit mit einer Politik des lockeren Geldes reagiert, was wiederum zu sinkenden Zinsen geführt hat.

Mit dem Ölpreisverfall und der Abschwächung der Wirtschaft in China und den Schwellenländern drohe die Inflation in der Eurozone erneut ins Minus zu rutschen, erläutert Baugeldvermittler Interhyp. Viele Experten erwarteten nun, dass die Notenbank weiter versuchen werde, Konjunktur und Teuerungsrate anzuheizen. „Die Politik des billigen Geldes hält die Zinsen für Immobilienkredite derzeit tief“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp.

Hinzu kommt der Einbruch an der Börse. Am Montag wechselten Anleger von Dividenden- zu Zinstiteln. Sie treiben damit die Anleihekurse hoch und die Umlaufrendite runter.

Eine Viertelmillion gibt es für weniger als 1 000 Euro pro Monat
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