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Bauhaus-Architektur Weißenhofsiedlung in Stuttgart – Vom Problemfall zur Pilgerstätte

Die Weißenhofsiedlung in Stuttgart hat viel erlebt – und wurde vom Problemfall für die Stadt zur Pilgerstätte von Bauhaus-Liebhabern.
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Die Wohnungen stehen heute unter Denkmalschutz. Quelle: imago/CHROMORANGE
Moderne in Stuttgart

Die Wohnungen stehen heute unter Denkmalschutz.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

StuttgartDie Weißenhofsiedlung in Stuttgart zählt unstrittig zu den herausragenden Beispielen für Bauhaus-Architektur. 1925 beauftrage der Deutsche Werkbund Ludwig Mies van der Rohe, eine Ausstellung mit dem Titel „Die Wohnung“ zu organisieren. Nur zwei Jahre später hatten Mies van der Rohe und 16 weitere teils internationale Vertreter des Neuen Bauens ihre Vorstellung von modernem Wohnen errichtet.

Insgesamt entstanden 60 Wohnungen in 21 Gebäuden. Bereits 1958 wurde die Siedlung unter Denkmalschutz gestellt. Zusätzliche Bedeutung bekam sie im Jahr 2016, als das Doppelhaus des Stararchitekten Le Corbusier zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Die Siedlung auf dem Killesberg ist längst zur Pilgerstätte für Bauhaus-Enthusiasten und Fans der Moderne geworden.

Einst hatte das Deutsche Reich die ehemals städtische Siedlung 1937 gekauft, um sie abzureißen. Nationalsozialisten bezeichneten die Siedlung wegen ihrer Flachdächer als „Araberdorf“, ließen aber dann doch von einem Abriss ab. Durch Kriegsschäden und spätere Abrisse gingen zehn Gebäude verloren. Eine Generalsanierung in den Achtzigerjahren sicherte den Bestand.

Für Stuttgart stellte es lange Zeit ein Problem dar, dass das Areal der Siedlung dem Bund gehörte. Jahrelang versuchte die Stadt, die Weißenhofsiedlung zu erwerben. Schon im Jahr 2004 hatten die Stadt und der Bund vereinbart, in Verhandlungen einzutreten, um eine der historischen Bedeutung der Weißenhofsiedlung angemessene Lösung zu finden. Mehrfach scheiterte der Ankauf aber an den Preisvorstellungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die offiziell im Besitz der Gebäude ist.

Im vergangenen Jahr gelang der Durchbruch. Über das städtische Wohnungsunternehmen SWSG werden die Weißenhofsiedlung und auch die benachbarte Beamtensiedlung pünktlich zum 100-jährigen-Bauhaus-Jubiläum übernommen. Die SWSG kostet das eine Stange Geld: 17 Millionen Euro soll der Kaufpreis betragen.

Offizielle Angaben dazu macht die Gesellschaft nicht. Zu klären sind zwar noch kleine Details, aber demnächst sollen die Wohnungen endgültig in städtische Hand übergehen.

In den Häusern wohnen heute fast ausschließlich Bundesbedienstete. „Bei den bisherigen Mietverhältnissen sind keine Änderungen vorgesehen“, betont SWSG-Chef Samir Siggi. Auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat versprochen, dass die Weißenhofsiedlung „als Ganzes erhalten bleibt“.

Für die Stadt nimmt die Weißenhofsiedlung auch als historische Referenz einen hohen Wert ein. Wenn sie im Jahr 2027 ihr 100-jähriges Bestehen feiert, will Stuttgart mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) erneut zeigen, wie Wohnen der Zukunft aussehen soll.

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