Berlin und seine US-Investoren Der Potsdamer Platz ist verkauft

Die Mitte Berlins hat einen neuen Eigentümer: Der US-Immobilieninvestor Brookfield kauft am Potsdamer Platz 17 Gebäude, zehn Straßen und zwei Plätze mit einer Gesamtfläche von rund 270.000 Quadratmetern.
  • Henrik Mortsiefer
Der Potsdamer Platz hat einen neuen Eigentümer. Quelle: AFP
Verkauft.

Der Potsdamer Platz hat einen neuen Eigentümer.

(Foto: AFP)

BerlinDer Verkauf des Potsdamer Platzes an den US-Immobilieninvestor Brookfield ist in trockenen Tüchern: Das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen teilte am Montag mit, dass eine seiner Tochtergesellschaften zusammen mit ihrem Joint-Venture-Partner, einem asiatischen Staatsfonds, den Erwerb des Potsdamer Platzes in Berlin abgeschlossen habe. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Früheren Branchenschätzungen zufolge soll Brookfield 1,4 Milliarden Euro bezahlt haben.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte Brookfield den Kauf des Musical-Theaters, der Einkaufspassage, der Kinos, Bürohäuser und Wohnungen in Aussicht gestellt. Insgesamt geht es um 17 Gebäude, zehn Straßen und zwei Plätze mit einer Gesamtfläche von 170.000 Quadratmetern. Mehr als 480 Unternehmen sind nach Angaben des Käufers auf dem Areal tätig. Für den früheren Eigentümer, den offenen Immobilien-Fonds SEB-Invest, findet eine Jahre lange Hängepartie damit ein Ende. Dieser hatte das Gebäudeensemble, das in den 1990er Jahre nach einem Masterplan von Renzo Piano entstand, vor einigen Jahren zum Kauf angeboten.

Wohnen wie „Mrs. Doubtfire“
Mrs. Doubtfire
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Ein geschiedener Vater, der sich als Kindermädchen verkleidet, um seinen Kindern nahe zu sein: Als „Mrs. Doubtfire“ spielte sich der 2014 verstorbene Schauspieler Robin Williams in die Herzen der Zuschauer. Im Kino brachte der Film bei der Veröffentlichung 1993 rund 218 Millionen US-Dollar ein. Das Haus, in dem die Maskerade spielt, steht noch heute in San Francisco. Die Eigentümer wollen es nun verkaufen.

Hausfront
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Für einen Preis von 4,45 Millionen US-Dollar erhalten die Käufer ein dreistöckiges Haus mit einer Wohnfläche von rund 306 Quadratmetern – genug Platz für eine Familie. Im Film ist das die vierköpfige Familie Hillard.

Flur
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Das Gebäude befindet sich im Stadtteil Pacific Heights – also auf den berühmten Hängen San Franciscos gelegen. Den Stil beschreibt das Maklerbüro mit „traditionell viktorianisch“.

Esszimmer
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Zwei Erker am Haus sorgen für zusätzlichen Raum. Insgesamt verfügt das Gebäude über vier Schlafzimmer. Gebaut wurde es 1893 – also vor weit mehr als 100 Jahren.

Schlafzimmer
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Auch die oberen Stockwerke werden durch die Erker erweitert. Die rundherum angebrachten Fenster sorgen außerdem für ein helles Ambiente.

Kinderzimmer
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Etwas kleiner wirken dagegen die Kinderzimmer des Hauses. Was die Käufer beachten sollten: Das Haus ist eine Touristenattraktion. Laut der Website „San Francisco Curbed“ schauen regelmäßig Neugierige vorbei, die einen Blick durchs Fenster erhaschen wollen – vor allem seit dem Tod des Hauptdarstellers, Robin Williams.

Küche
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Ebenfalls voll ausgestattet: die Küche. Ein Gasherd mit sechs Kochfeldern, große Arbeitsplatten aus Marmor und zahlreiche Schränke machen Lust auf gemeinsames Kochen. Im Film „Mrs. Doubtfire“ allerdings geht das nicht besonders gut aus.

„Der Potsdamer Platz ist eine der berühmtesten Immobilien der Welt, und wir freuen uns, sie zu Brookfields wachsendem Portfolio von Anlagegütern der Spitzenklasse hinzuzufügen", teilte Ric Clark, Chef von Brookfield Property Partners, am Montag mit. James Tuckey, Europa-Chef des US-Investors, leitet die Geschäfte von Berlin aus.

„Berlin stellt eine fantastische Gelegenheit für Brookfield dar", erklärte er. Das Unternehmen werde weitere "Möglichkeiten nutzen, die wir auf dem deutschen Markt sehen". Brookfield ist mit einem Anlagevermögen von insgesamt mehr als 65 Milliarden US-Dollar nach eigenen Angaben eines der größten gewerblichen Immobilien-Unternehmen der Welt. Zum Portfolio gehören unter anderem mehr als 130 Bürohäuser und 150 Einzelhandelszentren.

SEB hatte das Grand Hyatt-Hotel bereits an die Al Rayyan Tourism and Investment (Artic) aus dem arabischen Emirat Katar verkauft. Axel Kraus, Geschäftsführer der mit dem Verkauf der übrigen Immobilien beauftragten Savills Fund Management GmbH, erklärte am Montag: „Mit dem nunmehr erfolgten Verkauf haben wir eine sehr komplexe Transaktion zügig umgesetzt und zu einem gelungenen Abschluss gebracht.“

Die Veräußerung des Immobilienpakets an Brookfield werde bei der kommenden Auszahlung des offenen Immobilienfonds SEB Immo-Invest voraussichtlich Ende Januar 2016 in das Ergebnis einfließen. Der Fonds hatte im Zuge der Finanzkrise den Handel mit Anteilen eingestellt und musste aufgelöst werden.

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