Betrügerische Immobiliengruppe Ein Jahr nach S&K-Razzia noch keine Anklage

Die Ermittler sind ein Jahr nach der Razzia gegen die Immobiliengruppe S&K immer noch weit von einer Anklage entfernt. Sie wollen Geldflüsse des Schneeballsystems in einem Konglomerat von 150 Firmen nachweisen.
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Polizeibeamte und Polizeifahrzeuge in Frankfurt vor einer Villa der Firmengruppe S&K im Jahr 2013.Die Frankfurter Firmengruppe wird verdächtigt, ein umfassendes Schneeballsystem installiert und so einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht zu zu haben. Quelle: dpa

Polizeibeamte und Polizeifahrzeuge in Frankfurt vor einer Villa der Firmengruppe S&K im Jahr 2013.Die Frankfurter Firmengruppe wird verdächtigt, ein umfassendes Schneeballsystem installiert und so einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursacht zu zu haben.

(Foto: dpa)

FrankfurtEin Jahr nach der bundesweiten Razzia gegen die mutmaßlich betrügerische Immobiliengruppe S&K sind die Ermittler noch weit von einer Anklage entfernt. Einen Zeitpunkt könne sie derzeit nicht nennen, erklärte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag. Sie bestätigte einen Bericht der „Frankfurter Rundschau“, demzufolge bis zu 10 000 Computer, Datenträger und Aktenordner als Beweismittel sichergestellt worden sind. Es gehe darum, die Geldflüsse des Schneeballsystems in einem Konglomerat von 150 Firmen nachzuweisen.

Der Kreis der Beschuldigten umfasst insgesamt rund 100 Personen - darunter die Firmengründer Jonas K. und Stephan S., die wie fünf weitere seit dem 19. Februar 2013 in Untersuchungshaft sitzen. Den von ihnen angerichteten Schaden beziffert die Anklagebehörde weiterhin auf rund 200 Millionen Euro.

Leidtragende sind etwa 6000 Anleger, die ihr Geld direkt in S&K-Immobilienfonds angelegt haben. Dazu kommt eine nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa gleich große Zahl von Eignern, deren Fonds von mutmaßlich untreuen Geschäftsführern ins S&K-System eingebracht worden sind und die ebenfalls ihr Geld weitgehend verloren haben.

Die Ermittler stehen unter starkem Zeitdruck, weil das Oberlandesgericht bereits am 23. März erneut über die Fortdauer der Untersuchungshaft entscheiden will. „Wir können gute Ermittlungsfortschritte vorweisen“, sagte die Behördensprecherin.

Bislang hat das Gericht bei den Inhaftierten Flucht- und Verdunkelungsgefahr gesehen, was Stephan S. im vergangenen September eindrucksvoll belegt hat: Er sprang bei einer Zivilprozessverhandlung um eine der zahlreichen S&K-Gesellschaften aus dem Fenster des Gerichtsgebäudes und brach sich beim Fluchtversuch mehrere Knochen.

  • dpa
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