Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Vonovia-Zentrale in Bochum

Deutschlands großer Wohnungskonzern will mehr in Neubau investieren.

(Foto: dpa)

Blitzanalyse Vonovia nimmt mehr als 500 Millionen Euro Miete ein

Update: 07.05.2019 - 09:45 Uhr Kommentieren

ErfurtFür Vonovia lief es in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 ziemlich gut. Der Immobilienkonzern verzeichnet teils deutliches Wachstum bei den wichtigsten Kennzahlen. Die wichtigsten Fakten.

  • Das operative Ergebnis nach Zinsen und Steuern, das Group FFO, stieg um 20 Prozent auf 303,6 Millionen Euro. Der markante Entwicklungsschub beruhe vor allem auf den Zukäufen von Victoria Park in Schweden und der österreichischen Buwog.
  • Ein deutlicher Sprung zeigt sich nach den Übernahmen auch bei den Mieteinnahmen. Sie klettern um ein Fünftel von 418,3 Millionen Euro auf 502,2 Millionen Euro.
  • Die Investitionen in Instandhaltung und Modernisierung sind von 221,1 Millionen Euro auf 339,7 Millionen Euro gestiegen.

Das fällt positiv auf

Neubau: Mit seinen knapp 360.000 Wohnungen in Deutschland ist Vonovia hierzulande das größte private Immobilienunternehmen und dementsprechend stark im Fokus, wenn in Deutschland über Mieten und Wohnraum debattiert wird. Der Kauf der Buwog sichert den Bochumern zusätzliche Profi-Expertise für den Neubau.

Dieser Geschäftsbereich soll nun ausgebaut werden: 90 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr in den Neubau und damit eine Ausweitung des Wohnungsangebots investiert. Insgesamt hat Vonovia 2018 1100 Wohnungen gebaut. In diesem Jahr soll sich die Bautätigkeit mehr als verdoppeln, 2900 Wohnungen sollen fertiggestellt werden. Um das Ziel zu erreichen, muss Vonovia jedoch zulegen: Zwischen Januar und März wurden 200 Wohnungen gebaut.

Für die Zukunft nimmt sich der Konzern mit dem Bau von bis zu 36.000 Wohnungen viel vor. Das sei zumindest die theoretisch mögliche Zahl, würde Vonovia auf all seinen Grundstücke Baurecht erhalten. Sollten die Bochumer das zunächst langsam anlaufende Geschäft mit dem Neubau ins Rollen bringen, würde das einerseits Investoren zufriedenstellen, da im Neubau höhere Mieten möglich sind als im Bestand, aber auch dazu beitragen, mehr Wohnungen auf den umkämpften deutschen Markt zu bringen.

Vonovia-Chef-Buch erklärt, der Konzern nehme die Verantwortung als größter privater Wohnungskonzern wahr. Er dämpft jedoch die Erwartungen: „Am gesamten deutschen Wohnungsmarkt hat Vonovia einen Marktanteil von zwei Prozent. Wir können die Herausforderungen nicht alleine meistern, aber wir wollen unseren Teil beitragen.“

Die privaten Konzerne seien Teil der Lösung und könnten auch dank der kapitalstarken Investoren zur Lösung des Wohnungsmangels beitragen. In der öffentlichen Debatte wünscht er sich einen konstruktiveren politischen Dialog und weniger Populismus.

Das fällt negativ auf

Mietdebatte schlägt auf die Stimmung: Vonovia steckt inmitten einer emotionalen gesellschaftlichen Debatte. Mit seinem Zahlenwerk dürfte der Konzern Investoren und Aktionäre beglücken. Die Debatte um Großkonzerne am Wohnungsmarkt dürfte jedoch nicht abebben.

Rolf Buch betont zwar, dass es die Erträge brauche, um nötige Investitionen in den Bestand und Neubau leisten zu können. Erzürnt haben sich die Geister aber nicht zuletzt an den Mietsteigerungen. Die setzen sich auch im ersten Quartal 2019 fort. Die Durchschnittsmiete klettert gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent auf 6,56 Euro.

Vonovia führt das Gros der Steigerung auf die Integration von Buwog und Victoria Park zurück und gibt die marktbedingte Mietentwicklung mit 1,2 Prozent an. Buch bekräftigt: „Mit einer Miete von 6,56 Euro pro Quadratmeter bieten wir ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Was jetzt passiert

Gehobene Jahresprognose: Das Geschäft wird sich im kommenden Jahr weiter positiv entwickeln. Ein Ende steigender Mieten in den deutschen Ballungsräumen ist nicht in Sicht. Davon wird auch das Ergebnis von Vonovia profitieren. Der Konzern erhöhte die Prognose für den Gewinn (Group FFO) von circa 1,17 Milliarden Euro auf 1,22 Milliarden Euro.

Beitragen sollen dazu auch Effizienzsteigerungen und die Aktivitäten in Schweden. Zudem plant Vonovia, seine Investitionen im Gesamtjahr 2019 auf rund 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro zu erhöhen. Investitionen in „großem Umfang“ seien angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung möglich, erklärte Buch.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Blitzanalyse - Vonovia nimmt mehr als 500 Millionen Euro Miete ein

0 Kommentare zu "Blitzanalyse: Vonovia nimmt mehr als 500 Millionen Euro Miete ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote