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Brandschutz in Deutschland Die Behörden schauen beim Brandschutz genauer hin

Das katastrophale Unglück in London hat auch deutsche Brandschützer für die besondere Gefährdung von Wohnhochhäusern sensibilisiert.
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Im September 2017 mussten mehr als 750 Menschen das Gebäude wegen Brandschutzmängeln räumen. Quelle: picture alliance / Arnulf Stoffe
Wohnkomplex „Hannibal II“ in Dortmund

Im September 2017 mussten mehr als 750 Menschen das Gebäude wegen Brandschutzmängeln räumen.

(Foto: picture alliance / Arnulf Stoffe)

DüsseldorfNicht nur in Großbritannien diskutiert man seit dem Brand im Londoner Grenfell Tower die Frage, ob die bestehenden Schutzvorschriften verschärft werden müssen. „Die Bauaufsichtsbehörden schauen sich seitdem Bestandsgebäude näher an“, beobachtet Michael Grünewald vom auf Brandschutzplanung spezialisierten Ingenieur- und Architektenbüro Burckhardt, Pabst und Partner in Köln. An den Brandschutzvorschriften sei allerdings nichts geändert worden, sagt Grünewald.

„In vielen Kommunen, vor allem mit Hochhaus- aber auch größerem Mehrfamilienhausbestand, wurde der Fokus von Brandschauen besonders auf diese Objekte gelegt“, berichtet Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Als Hochhaus gilt in Deutschland jedes Gebäude, dessen oberster Fußboden höher als 22 Meter über der Grundflächenhöhe liegt. Während einer Brandschau wird kontrolliert, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten werden.

Dass die Behörden genauer hinsehen, hat Folgen. So mussten im September 2017 mehr als 750 Menschen Hals über Kopf aus dem Dortmunder Wohnkomplex „Hannibal II“ wegen Brandschutzmängeln ausziehen. Bis heute streiten sich der Besitzer Intown und die Stadt Dortmund, ob die Räumung der rund 400 Wohnungen in dem zwischen 1972 und 1975 errichteten Komplex rechtens war.

Schadensersatz ist möglich

In sechs Wochen will Intown-Geschäftsführer Sascha Hettrich der Stadt ein Sanierungskonzept vorlegen. Noch haben Hettrich zufolge 150 Mieter einen Mietvertrag. Er will die Mietverhältnisse fortsetzen, sobald das Haus wieder bewohnbar ist, „zu alten Mieten“, verspricht er. Noch immer sind viele Hannibal-Mieter in Wohnungen untergebracht, in denen sie eigentlich nicht leben möchten.

Intown hat nicht nur Ärger mit der Stadt, sondern auch mit Mietern. Die erkämpften sich das Zutrittsrecht zu ihren Wohnungen vor Gericht, etwa um Möbel und Kleidung zu holen, die sie beim schnellen Auszug nicht mitnehmen konnten. „Die Hannibal-Mieter können jederzeit kündigen“, sagt Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins Dortmund und Umgebung.

Auch Schadensersatz könnten sie verlangen, weiß er. Doch dazu muss das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erst entscheiden, ob die Räumung rechtmäßig war. „Hannibal II“ blieb kein Einzelfall. Regionale Medien berichteten in den vergangenen Monaten über weitere Fälle. Etwa in Kassel, wo die Mieter aus dem ältesten Hochhaus der Stadt ausziehen mussten.

In Dresden sind Ende April, zwei Monate später als von der Stadt verfügt, die letzten Mieter aus dem Hochhaus am Pirnaischen Platz ausgezogen. Die Stadt hatte Besitzern und Mietern des von der örtlichen Presse als „einstiger Stolz der DDR-Braubranche“ gelobten Wohnblocks mit Zwangsräumung gedroht.

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