Chelsea-Eigner Abramowitsch Die „Geisterstadt“ des Oligarchen

Das hatte sich der russische Milliardär Roman Abramowitsch vermutlich anders vorgestellt. In seinem neuesten Gebäude-Komplex in Moskau gibt es einen riesigen Leerstand. Schuld sind Putins Allüren in der Krise.
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Roman Abramowitsch: Der Milliardär hat Probleme mit einer seiner Immobilien. Quelle: dpa
Der reiche Russe

Roman Abramowitsch: Der Milliardär hat Probleme mit einer seiner Immobilien.

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MoskauDer Bürokomplex White Gardens des Milliardärs Roman Abramowitsch in Moskau steht zu etwa zwei Dritteln leer. Ein Überangebot freier Flächen und der wirtschaftliche Abschwung in Russland erschweren den Hausbesitzern die Suche nach Mietern. Der russische Eigentümer des Londoner Fußballclubs FC Chelsea hatte das Geschäftszentrum in der Nähe der zentral gelegenen Twerskaja-Straße im November 2013 gekauft. Seitdem wurden weniger als zehn Prozent der 63.000 Quadratmeter großen Fläche neu vermietet, sagt sein Sprecher John Mann. Nur etwa ein Drittel der Liegenschaft sei belegt.

„Wir nehmen eine langfristige Perspektive ein, indem wir für eine gute Kundenbasis sorgen und ihren Wert nicht mindern“, erklärt Mann. „Wir haben eine erstklassige Spitzenanlage.“ Die Nachfrage nach Büroflächen in Moskau ist Ende vergangenen Jahres eingebrochen.

Die Lieblingsstädte der Investoren
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Platz 1: Berlin

Um auf den Immobilienmärkten zu bestehen, müssen viele Investoren heute auf Städte aus der zweiten Reihe ausweichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Urban Land Institute (ULI) und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, bei der 500 Immobilienexperten befragt wurden. Zwei Drittel der Befragten finden, dass besonders hochklassige Immobilien inzwischen überteuert seien. Der Grund? Ihre Preise sind schneller gestiegen als die Mieten. Dennoch gibt es auch unter den großen Metropolen Europas Standorte, wo Immobilien-Investments Rendite versprechen. Berlin überzeugt als eine der wenigen Top-Städte sowohl mit guten Fundamentaldaten als auch mit einem günstigen Preisniveau. Die Stadt ist innerhalb eines Jahres im PwC-Ranking vier Plätze nach oben gerückt und hat München als die Stadt mit den besten Aussichten für Investoren vom ersten Platz verdrängt. Sie gilt als Zentrum der Medien- und Technologiebranche und ist vor allem für junge Menschen interessant. Neben einheimischen Käufern konkurrieren zahlreiche ausländische Investoren um die Berliner Gebäude.

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Platz 2: Dublin

Irlands Hauptstadt rangiert wie im vergangenen Jahr auf dem zweiten Platz. Die Wirtschaft der grünen Insel erholt sich, es gibt mehr zahlungskräftige Arbeitnehmer, die in die Haupstadt drängen. Die Folge: Das Angebot an Wohnungen und Büroplätzen wird knapp, die Mieten und Preise von Immobilien steigen. Zugleich lassen die Preissteigerungen aber noch Luft nach oben, sodass Dublins Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist.

King Juan Carlos I Abdication and King Felipe VI Proclamation
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Platz 3: Madrid

Spaniens Hauptstadt ist einer der Newcomer an der Spitze des Rankings und besonders bei außereuropäischen Investoren beliebt. Fraglich bleibt, ob Spanien auch langfristig Wachstumschancen bietet. Allerdings scheinen gerade opportunistische Investoren große Hoffnungen zu hegen. Innerhalb eines Jahres ist Madrid 16 Plätze im Ranking nach vorne gerückt.

Sonne in Hamburg
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Platz 4: Hamburg

Hamburg finden die Investoren nicht ganz so attraktiv wie im Vorjahr - die Stadt ist im Ranking einen Platz nach unten gerutscht. Doch die Hansestadt bleibt nach wie vor gerade bei internationalen Investoren attraktiv. Der Grund: die wachsende Bevölkerung, die die Nachfrage nach Wohnraum anheizt.

Akropolis in Athen
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Platz 5: Athen

Die Hauptstadt Griechenlands hat sich zu dem stärksten Hoffnungsträger der Investoren gemausert. Im Vergleich zum Vorjahr rangiert sie 23 Plätze höher und hat damit den größten Sprung unter den Städten gemacht. Die Stadt wurde von der Staatsschuldenkrise hart gebeutelt. Nun glauben die Investoren, dass die Zeichen auf Erholung stehen.

ROVERS LONGBRIDGE PLANT
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Platz 6: Birmingham

Die zweitgrößte Stadt Englands zieht all jene Investoren an, für die London ein zu heißes Pflaster geworden sind. Zusammen mit Manchester, Bristol und Leeds steht Birmingham beispielhaft für Städte in der zweiten Reihe, die zunehmend in den Fokus der Investoren geraten. Sie überzeugen durch solides Management der dort zuständigen Verwaltungen und sind zugleich attraktive Standorte für Unternehmen.

Kopenhagen
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Platz 7: Kopenhagen

Die dänische Ökonomie gilt bei Investoren als fragil. Doch die Prognosen für 2015 machen Hoffnung. In disem Jahr soll das BIP um 1,7 Prozent wachsen. Die Hauptstadt, Kopenhagen, bleibt deshalb ein attraktiver Standort. Die Bevölkerung wächst, die Menschen geben immer mehr für Konsum aus. Problematisch ist jedoch die Entwicklung am Markt für Büroimmobilien. Während die Innenstadtlagen begehrt sind, haben Investoren in Randlagen schlechte Karten. Eine Lösung für das Problem bietet die zunehmende Umwandlung von Bürobauten in Wohnungen.

Vor dem Hintergrund des sinkenden Ölpreises, einbrechenden Rubel-Kurses und der gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen halten sich Unternehmen mit einer Expansion in der Stadt zurück. Der Leerstand bei den hochwertigsten Büroflächen in der Stadt stieg Ende 2014 auf 29 Prozent, heißt es in einem Bericht von Jones Lang LaSalle.

Abramowitsch hatte White Gardens unter anderem von dem Staatsfonds China Investment übernommen. Der Komplex besteht aus zwei Gebäuden, die durch eine Freiluft-Passage mit Terrassen und Dachgärten verbunden sind. Dafür gab es mehrere Auszeichnungen für Design und Umweltfreundlichkeit.

Fast die Hälfte der Verkaufsflächen im Atrium bleibt geschlossen. Das Cheapside Josper Bistro, das nach einer Straße im Londoner Finanzviertel benannt ist, war an einem Freitag in diesem Monat die am besten besuchte Lokalität – wobei nur etwa die Hälfte der Tische mit Büroangestellten besetzt war, die Burger und Bier genossen. Die angrenzende Box Bar und das neu eröffnete Restaurant Trattoria Siciliana waren fast leer. „Es ist hier ein wenig wie in einer Geisterstadt“, sagt Kamil Anderschanow, Risikoanalyst von Deloitte. „Ich glaube, den Angestellten in der Umgebung ist nicht einmal klar, dass dieser Komplex sogar geöffnet ist.“

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2 Kommentare zu "Chelsea-Eigner Abramowitsch: Die „Geisterstadt“ des Oligarchen"

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  • Herr Dr. Klein,

    habe gerade das Buch von Bill Browder gelesen "Wie ich zu Putins Staatsfeind Nr.1 wurde". Kann ich allen Putin Verstehern nur empfehlen.

  • "Schuld sind Putins Allüren in der Krise"

    Hört die mediale Brandstiftung denn nie auf?

    Böser Putin, guter Amerikaner und gekaufte Journalisten?

    "Das geht durch wie eine Rakete", sagte ein Mitarbeiter der renommierten Münchner Buchhandlung Hugendubel zu mir über das neueste Buch des Aufklärungsjournalisten Udo Ulfkotte, Gekaufte Journalisten. Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken.
    Der Erfolg ist dem Buch auch zu wünschen. Es könnte den Medienkonsumenten die Augen öffnen und zu notwendigen Hygienemaßnahmen in der deutschen Medienlandschaft beitragen.

    Mutig beschreibt ein ehemaliger Insider den Einfluss fremder Interessen auf deutsche "Qualitätsmedien" – er hat selbst 17 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) gearbeitet und schämt sich heute dafür.

    Aus eigener Erfahrung schildert er, wie sich "Alpha-Journalisten" den Mächtigen andienen, Zugang zu einem kleinen Kreis verschwiegener Eliteorganisationen haben und sich von angeblich gemeinnützigen "transatlantischen Freundschaftsorganisationen" einbinden – hier sind vor allem die Einblicke in die Arbeit der Atlantikbrücke sehr wertvoll – und zum Propagandawerkzeug machen lassen.


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