Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Commerz Real Heißer Herbst für den Immobilienfonds Hausinvest

Das Fondshaus Commerz Real schichtet Werte in Milliardenhöhe um. In Berlin wird eine prestigeträchtige Hotel-Immobilie in zentraler Lage verkauft.
Kommentieren
Commerz Real verkauft die imposante Immobilie am Bebelplatz. Quelle: A. Savin/Wikimedia Commons
Das Hotel de Rome in Berlin

Commerz Real verkauft die imposante Immobilie am Bebelplatz.

(Foto: A. Savin/Wikimedia Commons)

München Für die Anleger des offenen Immobilienfonds Hausinvest dürfte es der ereignisreichste Herbst der vergangenen Jahre sein. Commerz Real, die Gesellschaft hinter dem Fonds, schichtet Milliarden Euro um.

Und für das Jahresende stehen noch weitere Deals auf der Agenda. Mit einem Volumen von mehr als 15 Milliarden Euro ist der Hausinvest hinter dem Deka-Immobilien Europa (16,7 Milliarden Euro) der zweitgrößte offene Immobilienfonds. Mit diesen Fonds können sich Privatanleger am milliardenschweren Gewerbeimmobilienmarkt beteiligen.

Am Montag gab Commerz Real bekannt, sich von einem der prestigeträchtigsten Objekte des Hausinvest-Fonds zu trennen. Das Berliner Hotel de Rome wird an eine Investmentplattform von Caleaus und den Singapurer Staatsfonds GIC verkauft.

Der Preis bleibt geheim. Man habe die hohe Nachfrage in Premiumlagen genutzt, „um für unsere Anleger ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen“, lässt sich Henning Koch, Leiter des Transaktionsgeschäfts bei Commerz Real, zitieren.

In den Büchern hatte der Fonds das Hotel de Rome zuletzt mit 79 Millionen Euro. Das Fünf-Sterne-Hotel ist eine der nobelsten Adressen im zentralen Berlin. Früher residierte hier die DDR-Staatsbank.

Allein zwischen August und Mitte November hat Commerz Real sieben Transaktionen für den Hausinvest-Fonds verbucht, bei bis dato knapp 100 Objekten im Bestand eine durchaus bemerkenswerte Quote. Fünf Ankäufen stehen zwei Verkäufe gegenüber, zumal die Ankäufe deutlich schwergewichtiger waren. Zum Vergleich: Im kompletten Geschäftsjahr 2018/2019 (bis Ende März) gab es insgesamt acht An- und acht Verkäufe.

Schon jetzt liegt Commerz Real – inklusive der institutionellen Fonds und Infrastrukturanlage – beim Ankaufsvolumen in diesem Jahr mit 3,6 Milliarden Euro über dem Vorjahr, das mit 3,5 Milliarden abgeschlossen wurde. Das Verkaufsvolumen summiert sich seit Jahresbeginn auf 1,4 Milliarden Euro. 2018 waren es 1,5 Milliarden Euro.

Besonders schwer wiegt unter den jüngsten Transaktionen das Millennium-Portfolio, der ehemalige Immobilienbestand der Generali-Versicherung, für den sich das Wiesbadener Fondshaus den Zuschlag sicherte. Zum Kaufpreis äußert sich Commerz-Real-Chef Andreas Muschter nicht.

Am Markt wird der Preis aber auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommt: Mit dem Portfolio hat der Hausinvest die Anzahl seiner Objekte auf einen Schlag um die Hälfte erhöht. Darin gebündelt sind 26 Büro-, 14 Wohn- und neun Einzelhandelsimmobilien. Der Kapitalwert liege im Schnitt unter 8.000 Euro pro Quadratmeter, ein angemessener Preis, findet Muschter, wie er im Gespräch mit dem Handelsblatt auf der Immobilienmesse Expo Real erklärt hatte.

Andere hätten sogar noch mehr geboten. Bloomberg zufolge lag das Maximalgebot in dem Bieterwettstreit bei 2,8 Milliarden Euro. Laut dem Immobiliendienstleister BNP Paribas Real Estate haben Kaufinteressenten mit 52 Milliarden Euro Eigenkapital um Millennium konkurriert.

Mehr Käufe als Verkäufe

Es sei das „vermeintlich beste Immobilienportfolio“, das jemals auf den Markt kam, kommentierte Christoph Reschke, Managing Director der Investmentgesellschaft Hines, vor Kurzem auf der Handelsblatt-Tagung Immobilienwirtschaft.

Gekauft wurden für den Hausinvest außerdem zwei Hotels in Düsseldorf und Wiesbaden, ein Wohnprojekt in München und ein Bürokomplex in Chicago, der allein 153 Millionen Euro gekostet hat. Für die Verkäufe – neben dem Hotel de Rome zwei Accor-Hotels in London – wurden keine Verkaufspreise genannt.

Die im Jahresbericht des Fonds genannten Verkehrswerte liegen für die Objekte zusammen jedoch unter 200 Millionen Euro. Commerz Real hat also deutlich mehr angekauft als veräußert. Und das ist nur die Bilanz aus den Monaten August bis Mitte November. Bis Ende des Jahres plant Commerz Real weitere große Deals, erklärt ein Sprecher.

Die Staatsoper ist ganz nah. Quelle: Rocco Forte Hotels
Im Hotel de Rome

Die Staatsoper ist ganz nah.

(Foto: Rocco Forte Hotels)

Für die Anleger ist dies zunächst einmal positiv. Mit den großen Ankäufen verschwindet Liquidität, und die war im Hausinvest zuletzt sehr hoch. Das Millennium-Portfolio wurde ausschließlich mit Eigenkapital bezahlt, erklärte Muschter dem Handelsblatt am Rande der Expo Real.

Dass Commerz Real beim Hausinvest derzeit aktiver am Markt ist als die Konkurrenz, hat auch die Analystin Sonja Knorr von der Ratingagentur Scope bemerkt. Ein Grund sei sicherlich der vergleichsweise große Liquiditätspuffer des Fonds. „Allein seit Anfang des Jahres hat der Fonds eine Milliarde Euro von Anlegern angenommen“, sagt sie.

Anders als andere Konkurrenzprodukte hat Commerz Real nie die Aufnahme neuer Gelder gestoppt. Doch Liquidität kostet in Zeiten von Negativzinsen Geld – und die Anleger Rendite. Während die durchschnittliche Liquiditätsquote in den Fonds – also der Anteil frei verfügbaren Geldes am Fondsvolumen – im Schnitt 2018 bei 23 Prozent lag, kam der Hausinvest vor den großen Ankäufen auf rund 29 Prozent.

Das schlug sich in der Rendite nieder. 2,0 Prozent erreichte der Hausinvest 2018 nach Kosten und rangierte damit am unteren Ende. Im Schnitt kamen die offenen Immobilienfonds auf 3,1 Prozent, zeigen Analysen der Ratingagentur Scope.

Von seiner Strategie, immer offen für neue Anlegergelder zu sein, will Muschter nicht abweichen. Und so dürfte das Volumen des Flaggschifffonds von Commerz Real weiter steigen. Muschter und seine Managementkollegen müssen also auch über den Herbst hinaus die Augen nach großen Deals offen halten.

Mehr: Auf der Suche nach sicheren Anlagen entscheiden sich viele Deutsche für Immobilien. So können sie dabei den Aufwand des Vermieter-Daseins umgehen.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Commerz Real - Heißer Herbst für den Immobilienfonds Hausinvest

0 Kommentare zu "Commerz Real: Heißer Herbst für den Immobilienfonds Hausinvest"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.