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Crowdinvesting Schwarmfinanzierer setzen verstärkt auf Immobilien

Das Immobilien-Crowdinvesting erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der Platzhirsch Exporo geht bei der Finanzierung neue Wege – und setzt auf Tokens.
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Crowdinvesting: Schwarmfinanzierer setzen auf Immobilien Quelle: dpa
Baustelle in Berlin

Immobilienprojekte stehen beim Crowdinvesting oben auf der Liste.

(Foto: dpa)

Berlin Das Immobilien-Crowdinvesting wächst in Deutschland kräftig. Im ersten Halbjahr 2019 stiegen die Investitionen der Schwarmfinanzierer, die Immobilienprojekte über Internet-Plattformen finanzierten, im Vorjahresvergleich auf 155 Millionen Euro – einen Steigerung von 63 Prozent.

Signifikante Verschiebungen gab es nach einer Analyse des Portals Crowdfunding.de bei den Anlageformen. Dominierten in den vergangenen beiden Jahren noch Nachrangdarlehen bei der Finanzierung von Immobilienprojekten, so sind es jetzt Anleihen. Im ersten Halbjahr 2019 erklommen Anleihen sogar erstmals die Spitze bei den Anlageformen. Mit 73 Millionen Euro entfiel knapp die Hälfte des Investitionsvolumens auf Anleihen.

In Deutschland dominieren die Immobilien-Plattformen Exporo, Zinsland und Bergfürst das Geschäft, die zusammen 92 Prozent des Marktvolumens auf sich vereinen. Platzhirsch ist eindeutig Exporo. Das Hamburger Unternehmen stemmte im ersten Halbjahr ein Investitionsvolumen von 105 Millionen Euro, was einem Marktanteil von 68 Prozent entspricht.

In der Vergangenheit haben viele Plattformen daran gearbeitet, die Rechtsposition ihrer Investoren zu verbessern. Nachrangdarlehen haben den Nachteil, dass die Geldgeber im Falle einer Insolvenz zum Schluss bedient werden – in der Praxis gehen Kreditgeber in der Regel meist leer aus. Bislang mussten in Deutschland vier Immobilienprojekte Insolvenz anmelden. Verbraucherschützer warnen regelmäßig davor, dass bei Crowd-Investments der komplette Verlust des eingesetzten Kapitals möglich ist.

Ein großer Verfechter der Finanzierungsanlage Anleihe ist die Plattform Exporo. Neuland betrat Vorstandschef Simon Brunke kürzlich mit einer immobilienbesicherten Anleihe, die auf Basis der Blockchain emittiert wurde. Eine Blockchain ist ein dezentrales und elektronisches Buchführungssystem, das nach bestimmten Regeln funktioniert und über mathematische und kryptographische Verfahren abgesichert wird. Dieses System gilt als geeignet für die Erzeugung und Buchführung von Wertpapieren, da es transparent, sicher und rückwirkend unveränderlich ist.

Der Wertpapierprospekt für die Blockchain-Anleihe von Exporo wurde von der Luxemburger Aufsicht gebilligt und von der Finanzaufsicht Bafin notifiziert. Auf diese Weise wurden drei Millionen Euro für ein Ärztehaus im Hamburger Stadtteil Poppenbüttel mobilisiert.

Interessierte Exporo-Anleger – es waren rund 1000 – konnten die Anleihe zeichnen und ein digitales Schließfach bei Exporo eröffnen. Bei diesen Wallets greift Exporo auf die Hilfe des Fintechs Upvest zurück. In diesem Schließfach werden die jeweiligen Blockchain-Token verwahrt. Der Wert des Tokens bemisst sich dabei am Wert der Immobilie. Für den Anleger ändert sich im Prinzip nichts, da die Ein- und Auszahlungen wie bisher in Euro erfolgen.

Banken haben das Nachsehen

Wie seit eineinhalb Jahren üblich hat Exporo für dieses Immobilienprojekt eine eigene GmbH gegründet, die auch im Grundbuch steht. Die Eigenkapitalgeber erhalten einen Grundbucheintrag, der treuhänderisch verwaltet wird. Die Bank steht im ersten Rang, die Exporo-Anleger mit ihrem Token im zweiten Rang.

In absehbarer Zeit werden Echtzeittransaktionen angestrebt. Dabei bleibe die tokenisierte Anleihe ein reguliertes Produkt unter der Aufsicht der Finanzbehörden. Das Nachsehen haben die Banken. „Das klassische Depot braucht man theoretisch nicht mehr, auch Banken werden hier umdenken müssen. Das langwierige Ein- und Ausbuchen der Anleihe, das mehrere Tage beansprucht, ist Vergangenheit“, so Brunke.

Die Tokenisierung von Anleihen wird sich nach Einschätzung des Exporo-Chefs durchsetzen. „Jede Immobilie lässt sich tokenisieren.“ Die Kostenstruktur sei dabei so günstig, dass es sich lohne, auch kleinere Assets zu digitalisieren. „Riesige Gebühren sind einfach nicht mehr akzeptabel in einer digitalen Welt“, glaubt Brunke.

Mehr: Plattformen für Crowdinvesting bieten Privatanlegern hochverzinste Immobilieninvestments – und locken mit neuen Produkten. Doch Anlageberater mahnen zur Vorsicht.

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  • Exporo im Talk: Julian Schultes, Head of Customer Support bei Exporo

    https://aktien-boersen.blogspot.com/2018/04/exporo-im-talk-digitale.html

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