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Deutsche Wohnen und Patrizia Der Immobilienboom beflügelt die Gewinne der deutschen Wohnungskonzerne

Boom und kein Ende: Die börsennotierten Immobilienkonzerne profitieren von steigenden Mieten, Wertgewinnen und dem hohen Investoren-Interesse.
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Vor allem in Berlin steigen die Mieten überdurchschnittlich. Quelle: dpa
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Vor allem in Berlin steigen die Mieten überdurchschnittlich.

(Foto: dpa)

Berlin Für die börsennotierten Immobilienkonzerne läuft es rund. Während Industrie- und Autounternehmen in Zeiten von Konjunktursorgen über rückläufige Gewinne klagen, geht es beim Geschäft mit Wohn- und Gewerbeimmobilien weiter aufwärts. Sowohl der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen als auch der Investmentmanager Patrizia konnten ihre Ergebnisse in den ersten neun Monaten 2018 deutlich steigern.

Der zweitgrößte deutsche Immobilienkonzern, Deutsche Wohnen, steigerte seine Einnahmen aus dem laufenden Geschäft („Funds From Operations I“) um elf Prozent auf 367 Millionen Euro. Vor allem Mietsteigerungen und Aufwertungen sorgten für Auftrieb beim im MDax notierten Konzern.

So konnte Deutsche Wohnen, die rund 166.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten besitzt, die Mieteinnahmen auf 585 Millionen Euro steigern (Vorjahr: 553 Millionen Euro). Im Durchschnitt liegt die Miete bei 6,55 Euro je Quadratmeter. Der Wert des Immobilienbestand wurde um rund fünf Prozent auf 20,1 Milliarde Euro aufgewertet.

An der Börse reagierten Aktionäre erfreut über die Zahlen. Die Aktie der Deutsche Wohnen stieg am Morgen um 2,7 Prozent auf 42,63 Euro und gehörte damit zu den Gewinnern im MDax.

Im Bestandswert sind die Objekte rund um Pflege und Betreutes Wohnen noch nicht enthalten. Diesem Bereich kommt in Zeiten knappen Angebots am Wohnungsmarkt eine immer größere Bedeutung zu. Erst im August kaufte der Konzern 30 Pflegeimmobilien mit 4700 Pflegeplätzen für 680 Millionen Euro. Mit mehr als 12.000 Pflegeplätzen sieht sich die Deutsche Wohnen nun als einer der größten Pflegeheimeigentümer Deutschlands.

Seit Januar hat der Konzern zudem rund 5.600 Wohn- und Gewerbeeinheiten für 980 Millionen Euro gekauft. Davon liegen rund 2.600 Einheiten in Berlin, weitere 2.700 Einheiten in Dresden und Leipzig. „Wir wachsen genau in den Regionen, die wirtschaftlich attraktiv und dynamisch sind. Wir glauben an Städte wie Berlin, Dresden und Leipzig und werden dort auch in Zukunft investieren“, sagt Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen.

Angesichts der guten Geschäfte hob der Konzern das Jahresziel an. Statt 473 werden nun 478 Millionen Euro an Einnahmen aus dem laufenden Geschäft, dem FFO I, erwartet. Das Portfolio werde im zweiten Halbjahr voraussichtlich um bis zu 1,5 Milliarden Euro aufwerten.

Während die Deutsche Wohnen ein klassischer Bestandshalter ist, hat sich die Patrizia auf den An- und Verkauf und das Management von Immobilienportfolien für Investoren spezialisiert.

Hier hat sich der Gewinn aus dem Geschäft gegenüber dem Vorjahr in den ersten neun Monaten 2018 auf 98,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt (plus 110 Prozent). Der Gewinnsprung ist vor allem mit Übernahmen zu erklären. So hat Patrizia Ende vergangenen Jahres die Kapitalverwaltungsgesellschaft Triuva von der IVG übernommen, die sich nun erstmals deutlich in den Zahlen niederschlägt. Hinzugekauft wurden außerdem die Firmen Rockspring und SPI. Mit den drei Übernahmen konnte Patrizia den Wert der Assets under Management auf nun knapp 40 Milliarden Euro nahezu verdoppeln.

Die Augsburger erwarten eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung bis zum Jahresende und erhöhen ihre Gewinnprognose deutlich, von 100 bis 110 Millionen Euro auf 140 Millionen Euro. Der erfolgreiche Abschluss der Integration von Rockspring, SPI und Triuva zahle sich auf allen Ebenen aus, sagt Karim Bohn, Chief Financial Officer bei Patrizia.

Bei den Aktionären lösten die Patrizia-Quartalszahlen jedoch keine Euphorie aus. Die Aktie fiel um knapp vier Prozent auf 18,10 Euro. Die Anleger hatten offenbar die gute Entwicklung schon vorweggenommen. Trotz des heutigen Rückgangs liegt die Patrizia-Aktie seit Anfang November rund 19 Prozent im Plus.

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