Energiesparhäuser Neue Eigenheime reduzieren Emissionen

Energiesparhäuser sorgen zu jeder Jaheszeit für ein Wohlfühl-Klima und sind dank des niedrigen Energieverbrauchs auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Die Baubranche bietet mit staatlicher Unterstützung energiesparende Häuser an, doch radikale Lösungen kommen nicht gut an.

DÜSSELDORF. Regenschirmwetter. Draußen schüttet es aus Kübeln, doch drinnen, in den Häusern, ist es mollig warm und trocken. In der Fertighauswelt am Flughafen Hannover frieren die wenigen Besucher bei der August-Präsentation nur auf dem Weg zu den 19 Musterhäusern der Fertigbauunternehmen. Im Juli war es umgekehrt, die Hitze im Freien unerträglich, aber im Haus angenehm kühl. Ist das Sau-Wetter bereits ein Zeichen für den Klimawandel? Sicher ist wohl: Es ist eine Gelegenheit für Hausverkäufer. Denn High-Tech-Bauweise sorgt in den Einfamilienhäusern für ein Wohlfühl-Klima. Extreme Wetterlagen unterstützen das Marketing.

„Alle Hersteller bieten Energiesparhäuser an“, sagt Joachim Bethke, Diplom-Ingenieur und Verkaufsberater von Danhaus. Sein „Energiesparhaus mit Polar-Erfahrung“ ist sozusagen das Haus für die Eiszeit, die eintreten könnte, wenn – nach einem unwahrscheinlichen Klima-Szenario – das Strömungssystem des Atlantik in Folge des Klimawandels aussetzt. Danhaus habe Wohnungen für über 100 Familien auf Grönland errichtet, sagt Bethke. Er sieht selbst wie ein Wikinger aus, groß und kräftig mit Vollbart. Der Mann friert nicht so schnell. In den Werbe-Sprüchen der Baufirmen ist der Klimawandel längst angekommen.

Ob Ein-, Zwei-, Drei-Liter- oder Passivhaus, Energiesparhäuser sind inzwischen Standard-Angebot und dank des niedrigen Energieverbrauchs und des damit verbundenen geringeren Kohlendioxid-Ausstoßes auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Der Gesetzgeber schreibt seit 2002 das Niedrigenergiehaus für Neubauten vor. Hohe Energie- und Heizkosten sorgen inzwischen für eine starke Nachfrage nach Energiesparhäusern. Die Bundesregierung hat außerdem gerade angekündigt, ihr Gebäudesanierungsprogramm aufzustocken. Bis 2009 sind vier Mrd. Euro für die „energetische Sanierung“ vorgesehen

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„Haus Glücksburg“ von Danhaus ist ein Ein-Liter Energiesparhaus mit Wärmepumpenheizsystem. Es hat laut Prospekt einen Heizenergieverbrauch von 1 bis 1,2 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Mit Dachgeschoss aber ohne Keller ist es ab 152 900 Euro zu haben. Noch billiger geht es bei Allkaufhaus, einer Metro-Tochter. Ohne Keller sind Einfamilienhäuser bereits ab 87 000 Euro zu haben. „Wir sind der billige Jakob der Branche“, sagt Verkaufsberater Gerhard Book. Das Material liefert der Baumarkt Praktiker, ebenfalls eine Metro-Tochter, „just in time“. Dann muss aber selbst angepackt werden, um ein Niedrigenergiehaus zu bauen. Wer das nicht kann, zahlt möglicherweise drauf.

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