Europas Immobilienmärkte Investoren lauern auf Gelegenheiten

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Fast den geforderten Preis erzielte dagegen das rustikale, runderneuerte strohgedeckte Cottage mit 104 Quadratmetern (qm) Wohnfläche, 3.400 qm Land und unverbaubarem Blick über die Dingle Bay am malerischen Ring of Kerry, das Ron Krueger, Lizenzpartner von Makler Engel & Völkers in Insale, gerade für 375.000 Euro an einen Franzosen verkauft hat.

Auch die Nachfrage aus Deutschland sei in den vergangenen Wochen gestiegen, seit Irland mit der drohenden Staatspleite Schlagzeilen machte, beobachtet er. Aber die Frage, ob Irland billig sei, beantwortet Krueger ausweichend. "Wir nähern uns dem deutschen Preisniveau", sagt er vorsichtig. Doch er weiß genau, was Deutsche in Irland suchen und erwarten dürfen: unverbrauchte Naturschönheit, ein mildes Golfstromklima, Golfplätze, Yachthäfen, Strände, Reit- und Wanderwege - und irische Charaktere. Er hat Objekte von 140.000 bis 4,5 Millionen Euro im Angebot, Wassernähe und freier Meerblick haben dabei ihren Preis. "Man bezahlt hier nicht für die Zahl der Schlafzimmer, sondern für die Lage", erklärt er. So gesehen ist das vor zehn Jahren neu gebaute Steincottage mit vier Schlaf- und vier Badezimmern und Rundum-Meerblick auf Valentia Island ganz im Westen von Kerry für 460.000 Euro wirklich ein Schnäppchen.

Zudem erinnert Makler Philip Sherry daran, dass aus dem Erbe des "Celtic Tiger" vieles geblieben sei: das gute Straßennetz, neue Flughafenterminals, exzellente Restaurants, Golfplätze. "Wir sind Lichtjahre von dem armen Land von einst entfernt und daran wird sich nichts ändern".

Deshalb finden Deutsche laut Ron Krueger in Irland außer Naturschönheit auch "Bauqualität, die sie von Deutschland her kennen". Die meisten Objekte in seinem Angebot sind renoviert, aber auch viele neue Bungalows oder Häuser mit "traditionellen Elementen" sind darunter. Die berühmten "Geisterstädte" mit massenhaft leer stehenden Reihenhäusern gebe es nur im Raum Dublin - wo ein Drittel aller Iren lebt - und den wenigen anderen großen Städten. Nicht im dünn besiedelten Westen. Doch ganz so wild und unverbaut wie in den 1960er Jahren ist Irland nicht mehr. Peninsula Properties in West Cork bietet für den "substanziell reduzierten Preis" von 995.000 Euro "Dunnmahon House" in Kilcrohane Village bei Bantry an. Der Kontrollblick mit Google Streetview zeigt, dass vor dem Tor und der stattlichen Auffahrt Mahoneys malerisches Pub-Café liegt - hundert Meter weiter aber steht es dann eben doch, das Monument der Immobilienblase: ein neuer Block leerer Reihenhäuser.

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