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Ferienhäuser Warum Ferienimmobilien in Italien nur etwas für Mutige sind

Die Preise für Ferienhäuser sinken in Italien jährlich. Trotzdem ist die Nachfrage ungebrochen. Anleger sollten bei ihren Investments vorsichtig sein.
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Südtirol ist besonders bei Deutschen beliebt. Die Provinz legt dem Verkauf von Immobilien an Ausländer aber Einschränkungen auf. Quelle: Dietmar Denger/laif
Eingeschränkter Verkauf

Südtirol ist besonders bei Deutschen beliebt. Die Provinz legt dem Verkauf von Immobilien an Ausländer aber Einschränkungen auf.

(Foto: Dietmar Denger/laif)

ErfurtOb nun die herrschaftlichen Drei Zinnen der Dolomiten, das mediterrane Idyll der Toskana oder die größte Mittelmeerinsel Sizilien: Italien landet regelmäßig in den Top drei der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Kein Wunder, dass das Land zugleich seit Jahren mit Österreich und Spanien um die Spitze darum wetteifert, wo im Ausland die Deutschen am liebsten Ferienimmobilien kaufen.

Italien ist derzeit aber auch ein Land mit vielen Fragezeichen, ein Land, dessen populistische Regierung auf Konfrontationskurs zur Europäischen Union geht und damit Investoren verunsichert. Die Ratingagentur Fitch hat jüngst den Ausblick von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Wer zwischen Mailand und Palermo eine Ferienimmobilie sucht, der sollte außerdem bedenken, dass der italienische Immobilienmarkt nicht dem deutschen gleicht.

Während in weiten Teilen Europas die Immobilienpreise steigen, fallen sie in Italien. Italien wurde von der Finanzkrise deutlich stärker getroffen und laboriert noch heute an den Folgen. In realen Preisen, also abzüglich der Inflation, liegen die Wohnungspreise fast ein Viertel unter dem Vor-Krisen-Niveau von 2007.

Der Durchschnittspreis einer Ferienimmobilie beträgt in Italien derzeit knapp 2300 Euro pro Quadratmeter und fällt jährlich im Schnitt um 2,5 Prozent, wie aus einem aktuellen Marktbericht des Maklerhauses Engel & Völkers hervorgeht. Käufer müssen also mit Wertverlusten rechnen. Ganz im Süden beispielsweise, auf Sizilien, verlieren Ferienimmobilien zwar weniger an Wert als im nationalen Durchschnitt, mit 1,7 Prozent im Schnitt ist der Verlust aber deutlich spürbar.

Gleichwohl beobachtet Engel & Völkers hier eine steigende Nachfrage, nicht zuletzt aus dem Ausland. Ihr Einfluss wird in Orten wie Syrakus und Ragusa im Südosten besonders spürbar. In Ragusa werden zwei Drittel aller Immobilien von Ausländern gekauft. Im nahe gelegenen Taormina werden mit 7300 Euro pro Quadratmeter in Toplagen die Spitzenpreise Siziliens erzielt.

Besonders beliebt bei deutschen Käufern ist seit jeher Südtirol mit seinem Alpenidyll. Die Kauflaune von Ausländern ist hier so groß, dass ihr in der gesamten Provinz Einhalt geboten wird: Bei Immobilien, die jünger als 20 Jahre sind, gilt, dass 60 Prozent von ihnen an Menschen mit Erstwohnsitz in der Provinz verkauft werden müssen. Nur die übrigen 40 Prozent dürfen an jene veräußert werden, die hier lediglich einen Zweitwohnsitz planen. Die Regelung hat seinen Grund im knappen Bauland.

Der Markt für Neubauimmobilien sei „praktisch inexistent“, heißt es in dem Engel-&-Völkers-Report. Die hohe Nachfrage macht sich bei den Preisen bemerkbar: In sehr guten Lagen von Bozen müssen Käufer bis zu 8000 Euro bezahlen. Die 40.000-Einwohner-Stadt Meran, die für ihre Jugendstilgebäude bekannt ist, liegt mit bis zu 4350 Euro zwar deutlich darunter. Doch während die Engel-&-Völkers-Experten in Bozen von stabilen Preisen ausgehen, erwarten sie in Meran noch einen Aufwärtstrend.

„Die Nachfrage nach exklusivem Wohnraum ist ungebrochen hoch und übersteigt das Objektangebot bei Weitem“, sagt Elfi Untergassmair, Geschäftsführende Gesellschafterin von Engel & Völkers in Südtirol. Besonders begehrt und kostspielig sind Immobilien im nur knapp außerhalb Südtirols gelegenen Skisport-Ort Cortina d’Ampezzo. In der knapp 6000 Seelen zählenden Gemeinde kostet ein Domizil in Spitzenlagen durchaus 14.000 Euro pro Quadratmeter.

Ohnehin gilt: Wer sich eine Ferienimmobilie kauft, der muss sich diesen Luxus auch leisten können. Zwar werden die meisten Ferienimmobilien nicht bloß zur Eigennutzung, sondern auch zur Vermietung angeschafft, um den Ausgaben auch Einnahmen gegenüberzustellen. Viele deutsche Banken finanzieren einen Zweitwohnsitz im Ausland aber nicht mehr oder nur noch über Umwege, wie beispielsweise der Beleihung einer Immobilie in Deutschland.

So verwundert es kaum, dass die Hälfte der italienischen Ferienimmobilien komplett mit Eigenkapital bezahlt wird. Eine Analyse von FeWo-Direkt zeigt: Im Durchschnitt kaufen hingegen nur 39 Prozent der Deutschen ihre Auslands-Ferienimmobilien komplett aus eigenen Mitteln.

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