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Forward-Darlehen Sollten sich Häuslebauer jetzt niedrige Zinsen sichern?

Die Zinsen für Baugeld könnten bald steigen. Mit Forward-Darlehen sichern sich Häuslebauer schon heute niedrige Zinsen für eine Anschlussfinanzierung. Wann sich ein solcher Schritt lohnt – und wann nicht.
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Seit Monaten sind die Zinsen für einen Hypothekenkredit konstant niedrig. Da die EZB die Geldpolitik strafft, könnte damit aber bald Schluss sein. Quelle: dpa
Baugeld

Seit Monaten sind die Zinsen für einen Hypothekenkredit konstant niedrig. Da die EZB die Geldpolitik strafft, könnte damit aber bald Schluss sein.

(Foto: dpa)

Frankfurt Mario Draghis Entscheidungen zur Geldpolitik im Euro-Raum scheinen auf den ersten Blick kaum Verbraucherschützer auf den Plan zu rufen. Schon gar nicht, wenn es um die Baufinanzierung geht. Und doch registriert Hartmut Schwarz, der Baufinanzierungsexperte der Verbraucherzentale Bremen, dass sich nach der jüngsten EZB-Entscheidung Ende Oktober vermehrt Häuslebauer bei ihm melden. Was ist passiert?

Ende Oktober beschloss die Europäische Zentralbank (EZB), die Anleihekäufe ab 2018 auf 30 Milliarden Euro im Monat zu halbieren. Es könnte das endgültige Zeichen für den Einstieg in den Ausstieg der ultralockeren Geldpolitik sein. Die zuletzt notorisch niedrigen Zinsen könnten allmählich steigen. Damit klettern auch die Kosten für all jene, die heute schon ein Haus abbezahlen und in einigen Jahren über eine Anschlussfinanzierung verhandeln müssen. Mithilfe eines Forward-Darlehens können sich Hausbesitzer jetzt noch die niedrigen Zinsen für die Anschlussfinanzierung sichern. Finanzexperten erklären, wann sich das lohnt und was es zu bedenken gilt.

Wer heute einen Immobilienkredit mit einer Zinsbindung von zehn Jahren abschließt, muss dafür im Schnitt 1,4 Prozent Zinsen zahlen, zeigt das Interhyp-Trendbarometer. So günstig dürfte Baugeld nicht bleiben, schätzen die befragten Banken. 90 Prozent von ihnen rechnen damit, dass die Bauzinsen in sechs bis zwölf Monaten steigen.

Denn Draghis Geldpolitik beeinflusst die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe: Kauft die Notenbank weniger, sinkt die Nachfrage, die Rendite steigt. Das verteuert im Gegenzug auch Baugeld, denn die zehnjährige Bundesanleihe ist für deutsche Banken das Mittel der Wahl, um die vergebenen Hypothekenkredite zu refinanzieren.

Und so fragen immer mehr Häuslebauer den Verbraucherschützer Hartmut Schwarz, ob es nicht klug wäre, sich die heute günstigen Konditionen für die Anschlussfinanzierung ihres laufenden Immobilienkredites zu sichern, mithilfe eines sogenannten Forward-Darlehens. Angebote für Forward-Darlehen können Besitzer mit dem Tool des Handelsblatts vergleichen.

Möglich wäre das bereits fünf Jahre, bevor die laufende Zinsbindung ausläuft. Wer also ein Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung abgeschlossen hat, kann theoretisch schon nach fünf Jahren einen Vertrag für die Anschlussfinanzierung festzurren. Der Vertrag gilt nicht ab sofort, sondern erst, nachdem die bestehende Zinsbindung abgelaufen ist. Das wäre in diesem Beispiel nach der vereinbarten Zinslaufzeit von zehn Jahren.

„Wer 18 Monate vor dem Ende seiner Zinsbindung steht, für den kann sich ein Forward-Darlehen durchaus lohnen“, sagt Schwarz. Ein Beispiel aus dem Forward-Darlehensrechner: Wer eine Immobilie in Frankfurt im Wert von 500.000 Euro abzahlt, noch 250.000 Euro Restschuld besitzt und dessen laufende Finanzierung in 18 Monaten ausläuft, der kann sich heute bereits ein Forward-Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung und drei Prozent Tilgung mit einem Zins von 1,2 Prozent sichern – eine gute Bonität vorausgesetzt.

Finance Briefing
Die Fallstricke eines Forward-Darlehens
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