Großsiedlungen Betongold statt Szeneviertel

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Der Trend macht der Branche Sorgen
So gelingt der Traum von den eigenen vier Wänden
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Die Lage entscheidet
Egal wie das Haus später aussieht – die Lage ist das Einzige, was sich nicht mehr ändern lässt. Wer ein Haus baut, sollte sich deshalb gut überlegen, wo er später wohnen möchte: Grün oder städtisch? Einsam oder mit vielen Nachbarn? Bahnstraßen, Flughäfen, Autobahnen – sie alle können sich später als Störenfriede erweisen. Wer Lärm vermeiden möchte, sollte von Grundstücken in ihrer Nähe die Finger lassen. Liegt das Stück Land direkt an einem Fluss, können den Besitzer später Überschwemmungen und feuchte Keller bei Regen und Schneeschmelze plagen. Auch Hanglagen können die Baukosten in die Höhe treiben, wenn der Bauplatz beispielsweise durch Stützmauern gesichert werden muss.

Quelle: ImmobilienScout24

Schloss Kossenblatt
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Es muss nicht gleich ein Schloss drauf passen
Wie groß ein Grundstück ist, hängt natürlich von den eigenen Bedürfnissen und vom Geldbeutel ab. Doch egal wie groß das Landstück auch sein mag, einige allgemeine Regeln muss der Bauherr beachten: Das Haus muss mindestens drei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt stehen. Ein freistehendes Einfamilienhaus mit einer üblichen Hausgrundfläche von rund 120 Quadratmetern benötigt unter Beachtung der erforderlichen Grenzabstände und je nach gewünschter Gartengröße ein etwa 400 bis 600 Quadratmeter großes Grundstück. Ein Reihenhaus kommt mit weniger aus: Bei einer Größe von zirka 80 bis100 Quadratmetern benötigt es ein etwa 150 bis 300 Quadratmeter großes Grundstück.

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Auf festem Boden muss es stehen

Angehende Bauherren sollten auch den Grund, auf dem ihr Häuschen stehen soll, genau prüfen. Hinderlich sind lehmige, tonige und steinige Böden. Hier muss der Bauherr mit erheblichen Mehrkosten für den Kelleraushub rechnen. Und: Gemüse- und Obstbäume mögen solche Böden nicht. Also Augen auf, wer später einen grünen Garten haben möchte.

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„Bodenschätze” nicht vergessen
Schuppen und Garagen, die auf einem Grundstück stehen, müssen mit Sicherheit abgerissen werden. Und das wird unter Umständen teuer. Am ärgerlichsten sind aber die Altlasten, die unter der Erde auf ihre Entdeckung warten. Das können zum Beispiel Öl, Asbest oder andere Schadstoffe sein. Die Kosten für die Entsorgung der Gifte muss der aktuelle Eigentümer tragen, auch wenn die Verunreinigung schon vor dem Kauf geschehen ist. Deshalb sollten Bauherren immer die frühere Nutzung des Grundstücks klären und im Zweifel ein Bodengutachten erstellen lassen. Das kostet circa 500 Euro.

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Hilfreich: Eine lange Leitung
Es ist einfacher, Grundstücke zu kaufen, bei denen alle wichtigen Versorgungs-, Abwasser- und Kabelleitungen bereits gelegt sind. Die Erschließungskosten sind dann im Kaufpreis enthalten. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, so müssen Bauherren zunächst für die Erschließung des Grundstücks sorgen.

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Behörden können helfen
Welches Haus auf einem Grundstück errichtet werden darf, entscheiden die Behörden. Auf jeden Fall sollte der Bauherr vor dem Kauf einen Blick in den Bebauungsplan werfen. Dort steht, welche Haustypen auf dem Gebiet stehen dürfen und wie groß die Gebäude sein sollen. Existiert kein Bebauungsplan, so muss sich der Bau an den umliegenden Bauten in der Nachbarschaft orientieren. Über mögliche Baulasten kann man sich im Baulastenverzeichnis der zuständigen Baubehörde informieren.

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Nicht alles Grün ist gut
Manche mögen Bäume, andere nicht. In jedem Fall können die grünen Riesen aber bei dem Bauvorhaben im Weg sein. Ob das der Fall ist, sollte der künftige Hausbesitzer mit seiner Baufirma klären. Unter Umständen braucht man eine Fällgenehmigung, da nicht jeder Baum einfach beseitigt werden darf. Auch ist es nicht zu jeder Jahreszeit möglich.

Verbandssprecher David Eberhardt führt den Andrang nicht nur auf die Knappheit in der Innenstadt zurück, sondern auch darauf, dass Unternehmen und öffentliche Hand Millionen in Siedlungen wie etwa das Märkische Viertel im Westen der Stadt steckten - in neue Bäder, Dämmung und das Umfeld. „Die Angst-Räume sind weggefallen“, sagt Eberhardt. „Die dunklen Ecken, die uneinsehbaren Hauseingänge.“

Für den Deutschen Mieterbund steht aber die Wohnungsknappheit im Vordergrund, wenn es um Gründe für den Drang in die Betonriegel und Hochhäuser geht. „Für viele Mieterhaushalte ist das Wohnen in der Innenstadt kaum noch bezahlbar“, kritisiert Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Die Groß- und Uni-Städte zögen immer mehr Menschen an, ohne dass in den vergangenen Jahren neue Wohnungen hinzukamen. „Das Ausweichen auf die Peripherie ist da unausweichlich.“

Der Trend macht der Branche auch Sorgen. „Man kann eine Siedlung sehr schnell ruinieren“, warnt GdW-Städtebau-Fachmann Bernd Hunger. Kommunen sollten nicht die Fehler der 70er und 80er Jahre wiederholen und die Großsiedlungen zu Sammelbecken einkommensschwacher Haushalte machen. „Es muss eine sozialverträgliche Mischung da sein“, fordert Hunger. Die meist kommunalen Vermieter müssten ihre Mieter deshalb selbst auswählen dürfen.

Für die Genossenschaft Grüne Mitte in Hellersdorf ist das selbstverständlich. „Wir wollen nicht auf „Teufel komm raus“ vermieten“, sagt Vorstand Eckhardt. „Wir schauen, wer es sich leisten kann.“ Bei durchschnittlich gut fünf Euro Kaltmiete je Quadratmeter kämen aber auch Geringverdiener zum Zuge, es gebe kaum Mietausfälle. Die Bewerber für die Hellersdorfer Wohnblöcke kommen inzwischen aus allen Teilen Berlins und des Bundesgebiets, sagt Eckhadt. „Und es kommen mehr Leute, die in Lohn und Brot sind.“

  • dpa
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5 Kommentare zu "Großsiedlungen: Betongold statt Szeneviertel"

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  • Bei den niedrigen Zinsen kann man 2-3% Brutterendite absahnen. Da wird man richtig reich.

  • Wer in D vermietet ... muss ein Depp sein. Was soll ich mich mit Mietern rum ärgern?

  • Da Innenstädte nur begrenzt groß sind (was in der Natur der Sache liegt), kann Mietpreisbremsen hoch 10 beschließen. Es wird immer nur ein kleiner elitärer Teil dort wohnen können. Und wenn Wohnraum kostenlos wäre, würde der Arbeitslose auch nicht zum Zug kommen.

  • „Es muss eine sozialverträgliche Mischung da sein"

    Was ne Parole! Kein normaler Steuerzahler will in Ghettos ziehen, um diesen "sozial zu durchmischen".
    Ist doch Schwachsinn, den Politiker fordern. Ich möchte in NRW Frau Kraft und Frau Löhrmann man mal in einem "sozial durchmischten" 30-ig-Geschosser wohnen sehen...wie auch die ganzen Gewerkschafts- und Mieterbundfunktionäre.

  • Wenn ich sehe welche Schrottimmobilien als Betongold verkauft werden da kann ich nur drüber lachen. Angst und Gier ist ein schlechter Anlageberater.

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