Häuserkampf um Deutsche Wohnen Vonovia verliert Übernahmeschlacht

Der Deal auf dem Immobilienmarkt zwischen Vonovia und Deutsche Wohnen ist geplatzt. Das wird den Vorstand von Deutsche Wohnen freuen: Er hatte erbittert gegen die Fusion gekämpft.
Update: 10.02.2016 - 13:39 Uhr 1 Kommentar
Der Mega-Deal auf dem Immobilienmarkt ist geplatzt. Quelle: dpa
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Der Mega-Deal auf dem Immobilienmarkt ist geplatzt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer größte Übernahmekampf in der Geschichte der europäischen Immobilienbranche ist missglückt. Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia ist mit dem Versuch gescheitert, den kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen (DW) zu schlucken.

Nur 30,4 Prozent der DW-Aktien wurden Vonovia angedient - das ist deutlich weniger als die angestrebten 50 Prozent. Zu wenig, um die Macht zu übernehmen. Vonovia-Chef Rolf Buch spricht dennoch davon „ein wirtschaftliches attraktives Angebot“ unterbreitet zu haben. „Unsere Argumente gegen die Transaktion haben den Markt überzeugt“, kommentierte DW-Vorstandschef Michael Zahn die gescheiterte Übernahme.

14 Milliarden Euro hätte es gekostet, elf DW-Aktien gegen sieben Vonovia-Titel plus 83,14 Euro zu tauschen. Ohnehin waren Kampf und Abwehrkampf auf beiden Seiten teuer genug. Insider schätzen, dass für Investmentbanken, Anwälte und Roadshows auf beiden Seiten jeweils bis zu 50 Millionen Euro bezahlt worden sind.

Hier werden Eigentumswohnungen immer teurer
Platz 10: Ingolstadt
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Die Preise für Eigentumswohnungen (Alt- und Neubau) haben im Jahr 2015 um insgesamt 14,5 Prozent zugelegt, berichtet der Marktbeobachter Empirica – so viel wie noch nie innerhalb eines einzigen Jahres seit der Jahrhundertwende.
Auf Platz 10 der Städte und Landkreise mit den teuersten Eigentumswohnungen findet sich Ingolstadt. Berücksichtigt man alle Baujahre zahlt ein potentieller Käufer in der Heimat des Autobauers Audi 3.396 Euro pro Quadratmeter Eigentumswohnung.

Platz 9: Freiburg
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Landflucht und Zuwanderung sorgen für vermehrte Nachfrage und treiben im Zusammenspiel mit „Renditenotstand und Billigzinsen auf der Angebotsseite“, so empirica, die Preise nach oben. Auf Platz neun der teuersten Städte liegt Freiburg. Wer hier eine Eigentumswohnung kaufen will, der zahlt im Schnitt 3.514 Euro pro Quadratmeter (Alt- oder Neubau).

Platz 8: Landkreis Ebersberg
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Die Analyse basiert auf der Auswertung von zwei Millionen Immobilieninseraten. Am achtteuersten wird der Wohnungskauf in Deutschland für Menschen, die es in den Landkreis Ebersberg östlich von München verschlägt. Wie überall in der Metropolregion treibt die Näher zur bayrische Landeshauptstadt auch hier die Preise nach oben. Pro Quadratmeter kostet die Eigentumswohnung hier durchschnittlich 3.534 Euro.

Platz 7: Fürstenfeldbruck
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Auch im oberbayrischen Landkreis Fürstenfeldbruck kommt Käufer von Eigentumswohnung die Nähe zu München gewissermaßen teuer zu stehen. Der Quadratmeter Eigentumswohnung kostet im Schnitt 3.663 Euro, Neubauten durchschnittlich 4.569 Euro.

Platz 6: Dachau
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Nordwestlich von München wird es in Dachau dann noch etwas teurer. Die Eigentumswohnung kostet noch einmal 35 Euro mehr pro Quadratmeter – 3.698 Euro nämlich. Neubauten schlagen durchschnittlich mit 4.362 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

Platz 5: Landkreis Miesbach
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Alpines Gelände, der Tegernsee, eine gemeinsame Grenze mit – wer hätte es gedacht – dem Landkreis München: Im Süden Bayerns und des Regierungsbezirks Oberbayern liegt der Landkreis Miesbach. Und wer hier günstig eine Eigentumswohnung erstehen will, der findet in der Tat miese Bedingungen vor – und Preise von 3.789 Euro pro Quadratmeter. Betrachtet man nur Neubauten liegt der Preis bei 5.468 Euro.

Platz 4: Landkreis Nordfriesland
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Ein Ausreißer im Ranking, da nicht in Süddeutschland gelegen, ist der Landkreis Nordfriesland. Er ist sogar der nördlichste Landkreis Deutschlands mit Grenze zu Dänemark. Egal in welcher Sprache aber: 3.988 Euro pro Quadratmeter bleiben ein hoher Preis für eine Eigentumswohnung. Neubauten kosten 4.654 Euro durchschnittlich.

Ursprünglich wurde Vonovia-Boss Rolf Buch „zum Jagen getragen“, wie die Börsenzeitung nach der Ankündigung seiner Übernahmepläne schrieb. Druck übte auch ein Großaktionär aus: Der norwegische Staatsfonds Norges bot sogar seine DW-Aktien Vonovia an. Als Buch vor der Presse die Synergien aus dem Zusammenschluss von 84  Millionen Euro hervorhob, klang das in der Tat nicht so, als sei er Feuer und Flamme für den Deal.

Und Gegenspieler Michael Zahn sagte vor Weihnachten in einem Handelsblatt-Interview noch: „Der Übernahmekampf verläuft sportlich und fair. Wir sehen das Angebot als unattraktiv an und vertrauen darauf, dass unsere Aktionäre das auch erkennen.“ Doch in der Sache blieb er hart: Erstens: Der Preis sei inakzeptabel niedrig. Zweitens: Die Zusammenlegung vernichte Werte. Drittens: Die Risiken für die Aktionäre in der neuen Gesellschaft nähmen wegen der Verschuldung von Vonovia deutlich zu. Und viertens sei das Angebot „unklar und intransparent“, weil Vonovia die Mindestannahmeschwelle von 50,1 Prozent der DW-Aktien auch noch im letzten Moment heruntersetzen könne.

Vonovia-Angebot abgelehnt!

Als Buch dann tatsächlich die Annahmeschwelle senkte und die Inhaber der DW-Wandelschuldverschreibungen in sein Kalkül einbezog, wurde der Umgangston rau: Eine DW-Sprecherin warf Buch vor, er spreche „mit gespaltener Zunge“. DW hatte sich darauf verlassen, dass allein die Altaktionäre über den Deal entscheiden würden.

Doch je länger der Übernahmekampf dauerte, desto verbissener jagte Buch doch noch der Chance hinterher, den letzten großen Deal auf dem deutschen Wohnungsmarkt zu machen und einen Konzern mit mehr als 500 000 Wohnungen schaffen zu können.

Börsencrash als Stimmungskiller?
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1 Kommentar zu "Häuserkampf um Deutsche Wohnen: Vonovia verliert Übernahmeschlacht"

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  • Um Wohnungen kämpfen bringt nichts. Danach sind sie meist nicht mehr bewohnbar.

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