Immobilien: Adler-Gruppe stößt mit Sanierungsplan auf scharfe Kritik von Gläubigergruppe
Die Adler Group will den Londoner High Court überzeugen, ihren Plan für eine Sanierung abzusegnen.
Foto: HandelsblattLondon, Düsseldorf. Die Wachmänner grüßten freundlich, als Helfer am Montagmorgen Sackkarren durch die Sicherheitsschleuse schoben. Die darauf gestapelten Aktenkartons mussten sie abladen und einzeln durch den Scanner schieben. „Saal 15“ rief einer der Uniformierten dem Karren-Tross hinterher, nachdem er die Einlasskontrolle passiert hatte. Saal 15 liegt im Rolls Building des Londoner High Court. Dort werden Insolvenzsachen für England und Wales verhandelt.
Die Firma, für die es hier in dieser Woche um ihre Existenz geht, hat jedoch nur formal einen Sitz in London: Es geht um den hochverschuldeten Immobilienkonzern Adler, der in Deutschland 26.000 Wohnungen vermietet und nach Monaten hektischen Bemühens um eine Lösung für sein Schuldenproblem nun den Segen des britischen Gerichts braucht.
Der Einsatz ist hoch. Auf dem Spiel stehen mehrere Milliarden Euro, die Gläubiger Adler geliehen haben.
Die Schlange vor der Sicherheitsschleuse war entsprechend lang. Die Besucherplätze im Saal füllten sich in wenigen Minuten. Die „Barrister“, wie Prozessanwälte in England genannt werden, rückten die traditionellen grauen Perücken zurecht. Zum Ruf des Gerichtsdieners „All rise“ um 9:29 Uhr trat Richter Thomas Leech (59) in den Saal.