Immobilien: Deshalb steckt Chinas Immobilienwirtschaft in der Krise
Shanghai. Ningbo. Jiaxing. Schon der Taxifahrer in Ningbo, der mich vom Bahnhof in die Stadt bringt, sieht wenig Grund zum Optimismus. „Das Geschäft läuft dieses Jahr viel schlechter“, sagt er. Weniger Gäste am Bahnhof, weniger Geschäftsreisende, die er zu Terminen in der Stadt südlich von Shanghai fährt.
Dabei hat der Taxifahrer vom jahrzehntelangen Boom Ningbos als Hafen- und Wirtschaftsstandort in der reichen Provinz Zheijiang an Chinas Ostküste profitiert. Der ist vorerst vorbei, seit China unter den Folgen der Coronapandemie und der Immobilienkrise leidet – was er persönlich zu spüren bekommt. Nur noch 4000 bis 5000 Yuan netto verdient er im Monat, umgerechnet 500 bis 630 Euro.
In einer reichen Stadt mit hohen Mieten könne er davon kaum überleben, sagt der Mann. Überleben – ein Stichwort, das kaum zum Wirtschaftswunderland China passt, in dem es jahrelang nur aufwärtszugehen schien.