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Immobilien-Derivate Baustelle für Großanleger

Die jüngsten Turbulenzen der Finanzmärkte haben auch das Vertrauen in die Stabilität der weltweiten Immobilienmärkte erschüttert. Kein Wunder, dass sich die Branche immer stärker für Immobilien-Derivate interessiert, um sich gegen fallende Notierungen abzusichern.
Börsen und Banken schaffen neue Absicherungsinstrumente für die Immobilienmärkte.

Börsen und Banken schaffen neue Absicherungsinstrumente für die Immobilienmärkte.

BOCA RATON. Bis heute ist der Immobilienmarkt der einzige bedeutende Finanzmarkt, der ohne ein wirklich gut funktionierendes und liquides Risikosicherungsinstrumentarium auskommen muss. Die Börsen reagieren nun mit neuen Angeboten.

Bereits seit dem Jahr 2006 bietet die Chicago Mercantile Exchange (CME) Derivate auf den S&P Case Shiller Home Price Index, der die Preisentwicklung von Wohnimmobilien in den USA reflektiert. Die CME hat nach einer mit Global Real Analytics (GRA) eingegangenen Kooperation darüber hinaus die Lancierung von Futures und Optionen auf die GRA-Indizes angekündigt, an denen sich die Preise von Gewerbe-Immobilien ablesen lassen. Der Konkurrent Chicago Board of Trade (CBOT), dem ein Übernahmeangebot von der CME vorliegt, hat vor einigen Tagen den Handel von Futures auf den DJ US Real Estate Index aufgenommen, der im Wesentlichen die Kursentwicklung börsengehandelter Immobiliengesellschaften (Reit) abbildet.

In Europa werden Immobilien-Derivate – in der Regel Swaps – bis heute von den fünfzehn größten Banken der Welt vornehmlich am Freiverkehrsmarkt (OTC) in London auf die verschiedenen Indizes der Investment Property Databank (IPD) gehandelt. Schätzungen von Experten zufolge hat der seit rund drei Jahren bestehende Londoner IPD-Derivatemarkt im Jahr 2006 ein Volumen von mehr als 4,5 Mrd. Euro erreicht. IPD hat entsprechende Immobilienindizes indes nicht nur für den britischen Markt, sondern auch für deutsche Immobilien entwickelt.

Dass ABN Amro und Sun Hung Kai Financial in Hongkong Ende Februar das erste Immobilien-Derivat Asiens auf den von der Universität Hongkong berechneten Hongkong Island Residential Price Index gehandelt haben, sehen Fachleute als Geburtsstunde eines auch in dieser boomenden Region entstehenden Marktes für Immobilien-Derivate. „Der asiatische Markt kann in den nächsten fünf Jahren eine Größe von über 20 Mrd. Euro erreichen“, sagt Philip Ljubic von ABN Amro. Auch in Australien haben Finanzhäuser wie GFI gemeinsam mit RPData/Rismark Immobilienindizes geschaffen, auf die schon in Kürze die ersten Immobilien-Derivate gehandelt werden dürften.

Der Handelsblatt Expertencall
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