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Immobilien Die Mieten in Deutschland stagnieren zum zweiten Mal in Folge

Die Preise für Wohneigentum und Mieten entwickeln sich unterschiedlich. Die Analysefirma F+B warnt vor „spekulativen Elementen“, die Preisblasen fördern.
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Die Stadt an der Isar sind die Mieten im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gefallen. Quelle: Moment/Getty Images
München

Die Stadt an der Isar sind die Mieten im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gefallen.

(Foto: Moment/Getty Images)

Erfurt Laut einem Bericht des Immobilienanalysehauses F+B haben sich die Neuvertragsmieten zwischen April und Juni im Vergleich zum Jahresbeginn mit 0,0 Prozent nicht bewegt. Damit setzt sich der bereits im ersten Quartal gemessene Trend von leicht sinkenden, „maximal aber stagnierenden Angebotsmieten fort“, schreibt F+B.

München bleibt mit Mieten von 16,50 Euro pro Quadratmeter im Schnitt zwar die teuerste Stadt Deutschlands. Allerdings ist die bayerische Landeshauptstadt auch die Metropole mit den größten Rückgängen: Um 2,2 Prozent sind die Mieten im Vergleich zum Vorquartal gefallen. In Berlin fielen sie um 1,5 Prozent, in Stuttgart um 1,0 Prozent. Vergleichsweise stark gestiegen sind sie hingegen mit 5,1 Prozent in Köln.

Im Gegensatz dazu sind die Preise für Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser gestiegen, um jeweils 1,4 und 1,0 Prozent. Bereits seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass sich die Entwicklung der Kaufpreise von der Entwicklung der Mieten abgekoppelt hat. Die wachsende Kluft habe mit Beginn der Niedrigzinspolitik 2011 eingesetzt, beobachten die Experten von F+B.

Im Jahresvergleich seien die Mieten zwar noch leicht gestiegen, doch auch hier zeige die Tendenz mit einem Plus von nur noch 0,7 Prozent deutlich nach unten. „Angesichts des enormen Anlagedrucks und wenig attraktiver Alternativen auf den Anleihemärkten scheinen Privatanleger und auch vermögende Selbstnutzer weiter ‚um jeden Preis‘ auf die Eigentumswohnung als Investition zu setzen.“

Tatsächlich sind Wohnimmobilien im Vergleich zu sicheren Anleihen noch attraktiv: Die Differenz zwischen der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe und der durchschnittlichen Rendite für Wohnimmobilien ist der UBS zufolge mit 3,4 Prozentpunkten so groß wie nie. Fazit der Schweizer Bank: Immobilien bleiben gefragt.

Bundesbank warnt vor Preisübertreibungen in Städten

F+B warnt jedoch: Auch irrationale Motive nähmen einen immer stärkeren Raum ein. „Damit greift ein spekulatives Element weiter Raum, das die Entstehung von Preisblasen fördert.“ In der Theorie sollten Kaufpreise und Mieten auf lange Sicht in gleichem Tempo steigen. Bereits seit Monaten warnt die Bundesbank vor Preisübertreibungen in den Großstädten von 15 bis 30 Prozent.

Experten für Immobilienfinanzierung zufolge nehmen deutsche Haushalte nach wie vor keine zu hohen Schulden für eine Immobilie auf. Das Gegenteil wäre ein Signal für Spekulationsblasen. Der „Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung“ zeigte zuletzt allerdings, dass die durchschnittliche Darlehenshöhe binnen eines Jahres von 215.000 Euro auf 248.000 Euro gestiegen ist. Zugleich stieg der Anteil des finanzierten Kaufpreises von 81 auf 84 Prozent.

Da die Mieten selbst in einigen Großstädten stagnieren oder sinken, warnt der Eigentümerverband Haus und Grund vor „unnötigem Populismus“ in den Debatten über Mietpreisregulierungen. „Stattdessen gilt es, sich darauf zu konzentrieren, wie die Ursache der mancherorts noch steigenden Mieten – nämlich die Knappheit vor Ort – bekämpft werden kann“, sagt Verbandspräsident Kai Warnecke. Eingriffe in den Wohnungsmarkt sieht auch F+B kritisch. „Die ‚Nebenwirkungen‘ dieser Maßnahmen sind bekannt: ein allgemeiner Rückgang der privaten Investitionstätigkeit“, heißt es im Bericht.

Mehr: Lesen Sie hier, in welchen deutschen Städten das Bauland am teuersten ist.

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