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Immobilien im Ausland Europäische Hauskäufer investieren wieder mehr auf den Balearen

Der Markt für Zweitwohnsitze auf Mallorca hat seine Krise überwunden, die Preise steigen wieder. Auch die Schwesterinsel Ibiza hat aufgeholt.
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TV-Moderator Guido Maria Kretschmer kaufte die Luxus-Villa vor 20 Jahren zu einem Preis von knapp 1,5 Millionen Mark. Quelle: Engel & Völkers
Villa Sa Cabenta

TV-Moderator Guido Maria Kretschmer kaufte die Luxus-Villa vor 20 Jahren zu einem Preis von knapp 1,5 Millionen Mark.

(Foto: Engel & Völkers)

Düsseldorf Vor nicht einmal drei Monaten ließ der deutsche Modedesigner Guido Maria Kretschmer die Welt wissen, dass er seine Villa im kleinen Ort Sa Cabaneta unweit von Palma de Mallorca verkaufen wird – nach 22 Jahren. An Interessenten scheint es nicht zu mangeln. Einer von ihnen jedenfalls hat sich das Anwesen mit 310 Quadratmeter Wohnfläche und einem 2.400 Quadratmeter großen Grundstück bereits reservieren lassen, heißt es beim Vermittler.

Bekommt der Star der TV-Show „Shopping Queen“ den geforderten Kaufpreis von knapp 1,7 Millionen Euro, dürfte er ein einigermaßen gutes Geschäft gemacht haben – auch bei Einrechnung der Kosten für Sanierung und Ausbau in unbekannter Höhe: 1,5 Millionen Mark hatte Kretschmer Ende der 1990er-Jahre für die Finca bezahlt, erzählte er freimütig dem Magazin „Gala“.

Der Zeitpunkt des Verkaufs ist nicht schlecht gewählt. Denn nach dem Einbruch des spanischen Immobilienmarktes im Zuge der weltweiten Finanzkrise steigen die Preise für erstklassige Zweitwohnsitze auf der größten Baleareninsel seit dem zweiten Quartal des Jahres 2014 wieder, zeigen Daten des internationalen Maklerhauses Knight Frank.

Bis Ende 2018 legten sie immerhin um 23 Prozent zu, berichtet Knight-Frank-Manager Mark Harvey. „Allerdings liegen sie immer noch etwa neun Prozent unterhalb ihres bisherigen Höchststandes, der im zweiten Quartal 2008 erreicht wurde“, ergänzt er.

Die Immobilienmärkte auf den drei von Zweitwohnsitzen bevorzugten Baleareninseln Mallorca, Ibiza und Menorca erholten sich am schnellsten von der tiefen Immobilienkrise, die das ganze Land traf. Mallorca etwa sei im Immobilienzyklus rund zwei bis drei Jahre weiter als die Märkte auf dem spanischen Festland, beschreibt Harvey die besondere Stellung der Insel.

Das liegt vor allem an den ausländischen Käufern von Zweitwohnsitzen. „Seit zehn Jahren verzeichnen wir auf der Inselgruppe eine wachsende Anzahl von Immobilientransaktionen internationaler Käufer“, berichtet Florian Hofer, Geschäftsführer des Maklerhauses Engel & Völkers (E&V) auf den Balearen. 2018 habe der Anteil ausländischer Kunden bei rund 40 Prozent gelegen. Sie konnten zumindest teilweise die einbrechende Nachfrage aus dem Inland ausgleichen.

Weniger Neubauten

Zudem hat die Neubautätigkeit auf allen drei Baleareninseln deutlich nachgelassen: Während 2007 noch gut 12.000 neue Wohneinheiten gezählt wurden, waren es zehn Jahre später nicht einmal mehr 2.000. Im bei Käufern sehr begehrten Südwesten Mallorcas sorgt zudem das seit Ende 2018 geltende Baugenehmigungsmoratorium für eine Verknappung des Angebots.

Das vergleichsweise geringe Angebot bei anziehender Nachfrage führt dazu, dass auch in diesem Jahr die Preise weiter leicht nach oben gehen, erklärt Harvey von Knight Frank. Diese Einschätzung teilt auch Hofer von Engel & Völkers. Die Nachfrage nach hochwertigen Zweitwohnsitzen in den Top-Lagen auf den Balearen steige. „Die hohe internationale Nachfrage trifft dabei auf ein sehr begrenztes lokales Angebot“, bestätigt Hofer.

Laut aktuellen Marktdaten von E&V stieg der Durchschnittspreis für Wohnimmobilien im Premiumsegment auf Mallorca im Jahr 2018 um zehn Prozent auf 1,6 Millionen Euro. In den Top-Lagen im Südwesten und in den begehrten Stadtvierteln von Palma erreichten die Durchschnittspreise für Apartments 800 .000 Euro. Den höchsten Kaufpreis erzielte das Maklerhaus mit mehr als 30 Millionen Euro in Port d‘Andratx im Südwesten der Insel.

Während auf Mallorca deutsche Kunden mit annähernd 60 Prozent derzeit den Großteil der Käufer stellen, dominieren laut E&V auf der drittgrößten Baleareninsel Ibiza mit einem knappen Viertel wohlhabende spanische Kunden das Geschäft – gefolgt von Käufern aus Deutschland und Großbritannien. Die Immobilienpreise seien auf hohem Niveau stabil: 2018 lagen die Durchschnittspreise für Villen in und um Ibiza-Stadt bei 4,1 Millionen Euro, für Apartments bei 950.000 Euro.

Mehr: Die Preise für Ferienhäuser auf Mallorca sind deutlich gestiegen. Hierfür müssen Käufer besonders draufzahlen.

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