Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Immobilien in Bayern Warum das Haus am See 5,2 Millionen Euro kosten kann

Wer am Ammer- oder Starnberger See ein Haus sucht, braucht Zeit und viel Geld. Erst recht, wenn es ein Domizil mit Seeblick sein soll.
Kommentieren
Eine Villa am Wasser ist kaum unter zwei Millionen Euro zu haben. Quelle: imago images / blickwinkel
Starnberger See

Eine Villa am Wasser ist kaum unter zwei Millionen Euro zu haben.

(Foto: imago images / blickwinkel)

DüsseldorfZu spät: „Verkauft“ prangt auf der Anzeige des Maklerhauses von Poll Immobilien in Starnberg. Das Seeufer-Grundstück in Dießen am Ammersee „mit Bootshaus und Steg“ hat bereits einen neuen Eigentümer gefunden. Knapp 7.000 Quadratmeter groß ist das parkähnliche, von der Anliegerstraße nicht einsehbare Grundstück mit einer 50 Meter langen, privaten Uferlinie. Es gibt ein kleines, altes Jagdhaus, dazu ein „Badehäuschen“, informiert das Exposé. Der Kaufpreis: 5,2 Millionen Euro.

In der 10.000-Einwohner-Gemeinde am südwestlichen Zipfel des oberbayerischen Sees – einer der fünf Gewässer, denen die Region ihren Namen „Fünfseenland“ verdankt – ist das ein Spitzenwert. Üblicherweise werden Grundstücke zum Preis von etwa 530 Euro pro Quadratmeter gehandelt, weiß man beim Maklerhaus Aigner Immobilien aus München. „In besten Lagen können es aber auch schon mal über 1.000 Euro sein“, schreiben sie.

Wer eine Villa mit Seeblick sucht, müsse mit einem siebenstelligen Kaufpreis rechnen, genauer 1,3 Millionen Euro – mindestens. Nach oben aber gebe es kaum eine Grenze: Die Preisspannen insbesondere für Immobilien in Seenähe seien „enorm“.

Dabei gehören Immobilien am Ufer des drittgrößten der bayerischen Seen nicht einmal zu den teuersten in der Region südwestlich von München. Der Starnberger See läuft dem kleineren Nachbarn seit jeher den Rang ab. Bauland sei kaum unterhalb von 1.000 Euro pro Quadratmeter zu haben, berichtet die Hypo-Vereinsbank in ihrem aktuellen Immobilienmarktbericht für den Landkreis Starnberg.

„Selbst für Eigentumswohnungen werden in Starnberg und Berg bis zu 10.000 Euro pro Quadratmeter verlangt“, heißt es in der Studie, für die die Bank realisierte Finanzierungen für ihre Kunden auswertete. Für Einfamilienhäuser müssten Käufer mit Preisen ab einer Million Euro aufwärts rechnen, ergänzt Vivianne Pucer, die das Starnberger Büro des Maklerhauses von Poll leitet. „Damit sind Häuser in Starnberg im Schnitt sogar um etwa 15 Prozent teurer als in München.“

Preisanstieg beruhigt sich

Allerdings sind die Häuserpreise nach den Beobachtungen der Marktforscher des Immobilienverbands IVD Süd in der Gemeinde im vergangenen Jahr nicht mehr so stark gestiegen wie in den Jahren zuvor. Die Käufer, häufig Münchener Stadtflüchtige, mussten 2018 im Schnitt 3,6 Prozent mehr für ein Einfamilienhaus zahlen, im Jahr zuvor waren es noch gut sechs Prozent. Die Experten des IVD interpretierten dies als Zeichen dafür, dass die Starnberger Preise zumindest vorläufig ein „Plateau“ erreicht haben könnten.

Das allerdings, meinen die Kollegen von Aigner Immobilien, treffe für Doppel- und Reihenhäuser zu, nicht aber für Eigentumswohnungen, freistehende Eigenheime und erst recht nicht für Villen in den bevorzugten Seelagen. Wegen des geringen Angebots würden dort die Preise auch in den kommenden Jahren weiter steigen, sind sie überzeugt.

Zumindest für zwei der drei übrigen Seen der Region – Wörthsee und Pilsensee – prognostizieren Experten eine ähnliche Entwicklung. Wer in einer der beschaulichen Gemeinden ein Domizil sucht, kann allerdings schon zu deutlich günstigeren Preisen fündig werden. Einfamilienhäuser werden ab 660.000 Euro gehandelt, Reihenhäuser gibt es in Seefeld am Pilsensee schon für 590.000 Euro und am Wörthsee sogar für weniger als 500.000 Euro.

Villen mit Seeblick sind aber auch dort siebenstellige Beträge wert. Für weniger als 1,2 Millionen Euro ist kaum eine Immobilie in dieser Güteklasse zu haben, heißt es im Marktbericht des Maklerhauses Aigner Immobilien: „Am Wörthsee kommen auch immer wieder einzelne Villen auf den Markt, die Preise jenseits der zwei Millionen Euro erzielen.“

Wer in Ruhe nach einer Seeimmobilie Ausschau halten kann, für den könnte der kleine Weßlinger See ein guter Tipp sein. Über die Ammerseeautobahn A96 ist München schnell erreicht. Doch der Pendlerverkehr belastet trotz Umgehungsstraße die 5.300-Seelen-Gemeinde noch immer über Gebühr. Das lässt die Immobilienpreise aktuell auf hohem Niveau stagnieren: Eine Seevilla aus dem 19. Jahrhundert ist nicht unter 1,2 Millionen Euro zu haben. Wenn die Hauptstraße erst wie geplant verkehrsberuhigt ist, könnte sich das rasch ändern.

Mehr: Nicht nur an Seen kann es schwierig sein, seine Traumimmobilie zu finden, auch in Städten wie Brüssel ist der Wohnungsmarkt kompliziert.

Korrektur: In einer vorherigen Version des Artikels war fälschlicherweise davon die Rede, dass Frau Christine Stich das Starnberger Büro des Maklers Von Poll leitet. Tatsächlich leitet aber Vivianne Pucer die Von Poll-Dependance in Starnberg. Frau Stich leitet das örtliche Büro von Aigner Immobilien. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Immobilien in Bayern - Warum das Haus am See 5,2 Millionen Euro kosten kann

0 Kommentare zu "Immobilien in Bayern: Warum das Haus am See 5,2 Millionen Euro kosten kann"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote