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Immobilien Schwarzbauten sind in Italien eher die Regel als die Ausnahme

Fast jeder fünfte Bau in Italien ist illegal errichtet worden. Selbst wenn der Abriss eines Gebäudes angeordnet wird, passiert meist wenig.
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Zwischen 2004 und 2018 sollten 16.500 illegale Gebäude in Italien abgerissen werden. Bei keinen 500 Gebäuden geschah das tatsächlich. Quelle: dpa
Eingestürztes Mehrfamilienhaus

Zwischen 2004 und 2018 sollten 16.500 illegale Gebäude in Italien abgerissen werden. Bei keinen 500 Gebäuden geschah das tatsächlich.

(Foto: dpa)

RomSilvio Berlusconi war der König der Bau-Amnestien in Italien. Zweimal legalisierte er illegale Bauten mit einem Federstrich: 1994, als der Unternehmer zum ersten Mal die Wahl gewonnen hatte, und 2003. Die Italiener liebten ihn dafür, sind Schwarzbauten doch eine Art Volkssport. Ganze Häuser ohne Genehmigung zu bauen, aufzustocken, aber auch das heimliche Vergrößern der Wohnung durch das Versetzen einer Terrassenwand gelten bis heute als Kavaliersdelikte.

Die Zahlen sind ernüchternd. Nach dem jüngsten Bericht des Statistikamts Istat sind 19,2 Prozent aller Bauten illegal errichtet worden. Wie bei der Wirtschaftsleistung und der Zahl der Arbeitslosen gibt es ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Die Kontrollen sind lasch.

Und selbst wenn der Abriss von den Behörden angeordnet wird, passiert wenig. Nach Zahlen des Umweltverbands Legambiente sollten zwischen 2004 und 2018 16.500 Gebäude abgerissen werden, was aber nur in 496 Fällen tatsächlich geschah. Das führt immer wieder zu Katastrophen, denn schwarz gebaut wird dort, wo es verboten ist: nah an Flüssen oder am Meer und im Erdbebengebiet ohne die erforderlichen Sicherungen.

Neun Menschen starben im November in Sizilien bei einem Unwetter. Ein kleiner Fluss wurde zum reißenden Strom und spülte ein direkt am Ufer illegal gebautes Haus weg. Das Haus hätte seit Jahren abgerissen werden müssen, es gab dazu ein Urteil. Wenn die Besitzer dem Abrissbefehl nicht nachkommen, muss die Kommune laut italienischem Gesetz das Haus kaufen oder abreißen lassen.

Obwohl die Probleme weithin bekannt sind, geht sie die neue Regierung nur halbherzig an. Eine Arbeitsgruppe solle Maßnahmen überlegen, wie effizienter abgerissen werden könne, erklärte der Umweltminister nach der sizilianischen Katastrophe.

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