Immobilien und Bausparvertrag Der große Bauspar-Bluff

Nicht nur bei den Banken gibt es Strafzinsen. Auch Bausparkassen bieten ihren Kunden massenhaft negative Renditen. Eine Marktstudie zeigt, wie die üppigen Abschlussprovisionen der Branche die Kunden ins Minus treiben.
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Bausparer müssen beim Aufbau von Eigenkapital mit Negativrenditen rechnen. Quelle: Getty Images
Schlechte Karten

Bausparer müssen beim Aufbau von Eigenkapital mit Negativrenditen rechnen.

(Foto: Getty Images)

Im Dezember vergangenen Jahres war es wieder so weit. Der Verband der Privaten Bausparkassen veröffentlichte die jährliche Herbstumfrage zum Sparverhalten der Deutschen. Das Ergebnis: Das „Angstsparen“ ersetze zunehmend das „Lustsparen“.

„Durch die trüben Konjunkturaussichten findet ein verstärktes Angstsparen statt“, erklärte Andreas Zehnder, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes. „Geld unter das Kopfkissen zu legen, ist selbst bei Mini-Zinsen eben keine Alternative.“

Vier Monate später hat sich die Lage für die Sparer noch einmal verschärft. Die Europäische Zentralbank unter Präsident Mario Draghi lässt jetzt Anleihen kaufen. Die Renditen von Bundesanleihen bis zu einer Laufzeit von sechs Jahren sind negativ. Kurz laufende Geldmarktzinsen ebenfalls. Mit der Skatbank führte das erste Institut negative Zinsen ein. Und auch viele Bausparverträge, egal ob sie von „Lustsparern“ oder „Angstsparern“ abgeschlossen werden, trifft es hart.

Eine Marktstudie der FMH-Finanzberatung für Handelsblatt Online zeigt: In vielen Fällen lohnt es für Sparer, die auf einen Kredit verzichten eher, ihr Geld unter das Kopfkissen zu legen als in einen Bausparvertrag einzuzahlen. Denn sie müssen in der Ansparphase oft mit negativen Renditen rechnen (siehe: Tabelle auf der letzten Seite des Artikels).

Bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro und einer üblichen monatlichen Sparrate von 300 Euro kann ein Bausparkunde trotz eines Zinses von 0,25 Prozent nach einer Ansparphase von sieben Jahren bei Bausparkassen mit hohen Vertriebskosten eine tatsächliche Rendite von Minus 1,12 Prozent einfahren.

Der Grund für dieses Verlustgeschäft des Kunden sind neben den Minizinsen, die viele Bausparkassen derzeit offerieren die hohen Kosten für den Vertrieb. „Bei den meisten Tarifen sind die Abschlussgebühren höher als die Zinserträge bis zur Zuteilung des Bausparvertrags“, sagt Niels Nauhauser, Abteilungsleiter Altersvorsorge, Banken, Kredite bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Die niedrigen Anlagezinsen sorgen also dafür, dass die Rendite bis zur Zuteilung meist negativ ist“.

Bis zu 1,6 Prozent der Bausparsumme gehen an den Vertrieb. Die FMH-Analyse zeigt: In 13 von 31 untersuchten Tarifen wird eine Spitzen-Abschlussprovision von bis zu 1,6 Prozent fällig. Bei den restlichen Tarifen geht immer noch ein Prozent an den Vertrieb.

„Nicht bezifferbare, emotionale Rendite“
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15 Kommentare zu "Immobilien und Bausparvertrag: Der große Bauspar-Bluff"

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  • Komisch - es wird in Angelegenheiten der Finanzprodukt eimmer und ausschließlich auf Kosten oder Minusrenditen herumgeritten.
    Natürlich kosten Finanzprodukte Geld, so wie jedes andere Produkt auch! Sie können weder kostenlos tanken noch essen.
    Der Sinn des Bausparen ist es, sich über den gesamten Finanzierungszeitraum die Zinsen zu sichern - also ist der Bausparvertrag nichts anderes, als eine Versicherung des Zinsniveaus. Ich nehme heute ein Darlehen auf für meinen Hausbau, Hauskauf oder den Kauf einer Wohnung - das bediene ich zB über 15 Jahre. Gleichzeitig wird der Bausparvertrag so gestaltet, dass er in 15 Jahren zuteilungsreif wird. Dann schulde ich um - Vorteil: Bereits jetzt steht der Zins fest, den ich in 15 Jahren zu zahlen habe. Kein Zinsänderungsrisiko! Es kommt beim Bausparen nicht, keinesfalls, auf die Rendite des gebildeten Kapitals an. Und zu Arbeitnehmersparzulage / Wohnungsbauprämie: Es gibt Kunden, die vom Einkommen her sehr niedrig liegen (zB Auszubildende), dass sie diese Zulagen erhalten. Aber auch diese Menschen werden/ können sich vom Einkommen her dahin entwickeln, sich eine Immobilie leisten zu können. Solange sie Anspruch auf die Zuschüsse haben, sollten sie diese mitnehmen! Weiterer Vorteil des Bauspardarlehens: Unbegrenzt hohe Sondertilgungsmöglichkeit + integrierte Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung!
    Zum Thema Riester: Einer der Vorredner sagte, wg der "paar Kröten Zulagen" lohne sich Riesterbausparen nicht. Man sollte die Produktvarianten verstehen, bevor man sich äußert. Es gibt Zulagen + Steuervorteile - die Riesterförderung kann je nach persönlicher Situation schnell 30% oder mehr betragen!

  • Eigenkapitalbildung mit verzinsten Banksparplänen, die man sich nach Höhe von Zins plus Bonus aussucht sowie Sparbriefe (ebenfalls Auswahl nach Zinshöhe). Mindestens genauso sicher wie Bausparkassen

  • Es gibt mehr Banken, die 20 Jahre Zinsfestschreibung bieten, als es Bausparkassen gibt. Und die auch mit Riester-Förderung (siehe monatlichen Finanztest-Anhang)

  • Bausparen lohnt sich für sehr viele für die Anschlussfinanzierung, das ist meiner Meinung auch der wichtigste und vielleicht auch einzige gute Grund um einen Bausparvertrag im heutigen Zinsumfeld abzuschließen. Zum sparen gibt es bessere Alternativen.
    Aber die Zinssicherheit die ich beim BSV habe ich bei der Bank leider nicht zu haben bzw. nur sehr wenige Banken bieten längere Zinsbindungen als 20 Jahre. Und mit Wohnriester-Prämien wird das sparen in der Zeit gefördert.

  • genau so ist es. wenn man keine kohle hat, hilft dir auch kein bausparvertrag. dasselbe gilt auch für den ganzen rriester schmarrn. die paar kröten, die dir der staat dazu gibt machen den kohl nicht fett. nur die aussicht vom staat ein paar prämien oder was auch immer zu bekommen hilft dir beim hausbau keineswegs weiter. entweder du hast mindestens 30% eigenkapital und du kannst dir eine finanzierung mit 3 - 4 % tilgung leisten, dann solltes du dich mit dem eigenheimerwerb näher beschäftigen. alles andere führt über kurz oder lang zum bösen erwachen.

  • Nur ein schlechter Berater empfiehlt eine komplette Finanzierung über den Bausparvertrag, das wissen Sie sicherlich auch. Hier geht es um die Bildung von Eigenkapital und ich freu mich auf Ihre Vorschläge mit welch anderer Methode als Bausparen die Eigenkapitalbildung effezienter (bei gleichzeitiger hoher Sicherheit) erfolgen kann??

  • Solche Leute schaufeln sich das eigene Grab! Kunden wandern ab bzw.
    schliesen keine Verträge mehr .
    Wo ist bei Finanzgeschäften noch : Deutsche Moral????

  • @Herr Ulrich Horn

    Wer Wohnungbauprämie bekommt, sollte ausser bei Erbschaft oder Lottogewinn die Finger vom Bauen lassen.
    VL und Wobaupr. bekommen nur AN mit niedrigem Einkommen.
    Kosten EFH ohne Keller 11 x 11 Meter ca. 300 000,-

  • Danke, daß Sie den Lesern die Augen öffnen

  • Leider steht es nirgendwo erwähnt, aber man sollte dem Leser nicht vorenthalten, dass Max Herbst kein neutraler Experte ist, sondern mit diesem Artikel perfide seinen Eigennutz betreibt. Er hat versucht, eine Webseite mit dem Geschäftsmodell "Bausparverträge zur halben Abschlussgebühr" zu etablieren. Leider war die wettbewerbsrechtlich nicht in Ordnung, so dass er sein Modell stark abändern musste, nachdem er in 2 Instanzen verloren hat.
    Jetzt heult er sich in diesem Artikel dazu aus und jammert, wie toll es doch gewesen wäre, wenn er sich mit seiner Webseite trotz der teilweisen Gebührenerstattung eine goldene Nase hätte verdienen oder zumindest seine sechstelligen Anwaltskosten (lt. anderem Presseartikel) wieder hätte reinholen können.
    Was mich erschreckt, ist dass eine seriöse Zeitung wie das Handelsblatt ihm für diese Nummer den Raum bietet und offensichtlich nicht hinterfragt, welches geschäftliche Interesse Herr Herbst mit diesem Artikel verfolgt.

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