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Immobilien und Bausparvertrag Der große Bauspar-Bluff

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Verbraucherschützer stellt die Grundsatzfrage
Was nicht passt, wird passend gemacht
Cover
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Seit 2012 dokumentiert Marc Steiner Pfusch am Bau. „Egal ob Großbaustelle oder Privataufträge, in über 20 Jahren Bauerfahrung als Dachdecker habe ich schon einiges gesehen und erlebt“, schreibt er im Vorwort. Aufgrund dieser Erlebnisse entstand die Facebookseite „Pfusch am Bau“. Aus den Highlights dieser Sammlung ist jetzt ein gleichnamiges Buch geworden, das gerade im Riva-Verlag (ISBN 3868834672) erschienen ist. Und es ist wahrhaftig „einiges“ was dort dokumentiert wird.

(Foto: „Pfusch am Bau“ von Marc Steiner)
Badewanne
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Baupfusch verursacht jedes Jahr Milliardenschäden. Und dafür braucht es nicht einmal einen Flughafen oder eine Philharmonie. Oft gehen private Bauherren mit einer erschreckenden Naivität an das Projekt Hausbau heran und scheuen zusätzliche Investitionen, beispielsweise in begleitende Sachverständige. Über die Hälfte aller Baumängel werden meist erst nach Jahren aufgedeckt und sind dann deutlich teurer, als es ein rechtzeitiges Gutachten gewesen wäre. Geld kann grundsätzlich kaum besser angelegt werden kann, als im eigenen Heim.

(Foto: „Pfusch am Bau“ von Marc Steiner)
Mann muss sich nur zu helfen wissen
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Außerdem ist Vorsicht geboten: Der Trend zum Baumangel steigt nämlich. Riskant ist dabei vor allem, dass auf Baustellen immer mehr Arbeiten an immer mehr Subunternehmer abgegeben werden. Dann sind teilweise nicht einmal mehr ausgebildete Handwerker am Werk. Auch hier spart, wer das billigste Angebot nimmt, womöglich an der falschen Stelle.

Fenster
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Besonders kritisch und zugleich häufig, sind beispielsweise Mängel bei Isolierung und Wärmedämmung. Anders ausgedrückt: Das Haus ist nicht ganz dicht. Im Innenbereich sind vor allem Rohr- und Elektroinstallation pfuschanfällig, sowie Badezimmer und Sanitäranlagen. Besonders beliebt: Rohre und Leitungen mit Bauschaum fixieren.

(Foto: „Pfusch am Bau“ von Marc Steiner)
Klingel
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Mängel sollten vom Kunden am besten immer vor der Abnahme festgehalten werden. Dann muss der Handwerker nachweisen, dass er nicht gepfuscht hat, beziehungsweise muss nachbessern. Nach der Abnahme kehrt sich die Beweislast um, der Kunde muss nachweisen, dass gepfuscht wurde. Das ist oft schwierig.

(Foto: „Pfusch am Bau“ von Marc Steiner)
so_geht_es_auch
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Auch eine Teil-Abnahme mit Mängeln, bei der nur ein Teil der Rechnung beglichen wird ist möglich. Allerdings müssen diese Mängel dann vor der Übernahme schriftlich festgehalten werden. Kürzt der Kunde die Rechnung wegen festgestellter aber nicht protokollierter Mängel einfach, riskiert er eine Klage.

(Foto: „Pfusch am Bau“ von Marc Steiner)
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Sind die Mängel besonders schwerwiegend, kann und sollte die Abnahme ganz verweigert werden. Ohne Abnahme gibt es für den Handwerksbetrieb auch kein Geld, das ist gesetzlich im BGB geregelt.

(Foto: „Pfusch am Bau“ von Marc Steiner)

Aber die Bausparkassen mauern. Sein Verband hätte für die Bafin-Entscheidung „keine Notwendigkeit gesehen“, erklärt Zehnder. Das grundsätzliche Verbot sei jetzt zwar aufgehoben. Die Tür wäre aber nur ein klein wenig geöffnet. Denn die Bafin erklärte, dass in jedem Fall die Tragfähigkeit der Bausparverträge zu gewährleisten ist. „Wir gehen davon aus, dass die Bausparkassen auf die Abschlussgebühr nicht verzichten werden“, sagt Zehnder.

Vermittler, die ihre Provision teilweise an die Bausparkunden weitergeben wollen, müssten damit rechnen, dass sie dafür von den Bausparkassen keinen Ausgleich bekommen und dies auf eigene Kosten bestreiten dürfen. „Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Kunden diesen Vorteil versteuern müssten“, sagt Zehnder.

Vermittler erklären stattdessen, dass die Bausparkassen die Vermittlerverträge kündigen, wenn ein Vermittler seine Provision en teilt. Hintergrund: Viele Bausparkassen untersagen eine Provisionsabgabe in Ihren Vermittlerverträgen. „Die Bausparkassen schützen Ihr Heer von Bausparvertretern“, erklärt ein Vermittler, der nicht namentlich genannte werden möchte. „Warum sollte die Tragfähigkeit des Systems gestört werden, wenn jemand von seinem Einkommen etwas abgibt – egal an wen?“

Nicht nur wegen hohen Abschlussgebühren und Negativrenditen stehen die Bausparkassen derzeit in der Kritik. Bausparkassen in Deutschland kündigen seit einigen Jahren Verträge, deren Guthaben die vereinbarte Bausparsumme erreicht hat. Während die hochverzinsten Altverträge für Sparer eine lukrative Angelegenheit sind, weil andere Geldanlagen wie Tagesgelder oder Festgeld inzwischen kaum noch Zinsen bringen, empfinden die Bausparkassen die für sie teuren Altverträge zunehmend als Last.

Der Vorstand der LBS Bayern, Franz Wirnhier, sagte etwa der Illustrierten „Capital“, seine Bausparkasse werde auch weiterhin „konsequent Altverträge kündigen“, wenn der Zweck des Bausparens nicht mehr verfolgt werde. Der Bausparvertrag sei „kein Anlageprodukt zur Rendite-Optimierung“, sondern es gehe darum, Menschen Wohneigentum zu ermöglichen. Sinn des Bausparens sei es nicht, „Anlegern ohne Finanzierungsabsicht zeitlich unbegrenzt Dauervorteile zu ermöglichen“, betonte Wirnhier.

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen bat die Bundesregierung bereits die Fiananzaufsicht Bafin, die Auswirkungen der Niedrigzinsphase bei den Bausparkassen zu überprüfen.

Und so stellen Verbrauchervertreter bei Bausparverträgen die Grundsatzfrage. „Niemand kann seriös sagen, dass der Abschluss eines Bausparvertrages „sich lohnt“, weder zur Geldanlage noch zur Finanzierung“, sagt Nauhauser. Denn niemand würde heute schon wissen, wie das Zinsniveau in sieben Jahren sein werde. „Wenn das Bausparen zur Geldanlage für Verbraucher besonders rentabel wird, dann wird es für die Bausparkassen zum Minusgeschäft“, erklärt Nauhauser. „Aktuell demonstriert die Branche mit ihren Kündigungswellen ja eindrücklich, dass ihr jegliche Mittel recht sind, um solche Rendite-Verträge loszuwerden“.

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Tabelle: So rutschen Bausparer ins Minus
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15 Kommentare zu "Immobilien und Bausparvertrag: Der große Bauspar-Bluff"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Komisch - es wird in Angelegenheiten der Finanzprodukt eimmer und ausschließlich auf Kosten oder Minusrenditen herumgeritten.
    Natürlich kosten Finanzprodukte Geld, so wie jedes andere Produkt auch! Sie können weder kostenlos tanken noch essen.
    Der Sinn des Bausparen ist es, sich über den gesamten Finanzierungszeitraum die Zinsen zu sichern - also ist der Bausparvertrag nichts anderes, als eine Versicherung des Zinsniveaus. Ich nehme heute ein Darlehen auf für meinen Hausbau, Hauskauf oder den Kauf einer Wohnung - das bediene ich zB über 15 Jahre. Gleichzeitig wird der Bausparvertrag so gestaltet, dass er in 15 Jahren zuteilungsreif wird. Dann schulde ich um - Vorteil: Bereits jetzt steht der Zins fest, den ich in 15 Jahren zu zahlen habe. Kein Zinsänderungsrisiko! Es kommt beim Bausparen nicht, keinesfalls, auf die Rendite des gebildeten Kapitals an. Und zu Arbeitnehmersparzulage / Wohnungsbauprämie: Es gibt Kunden, die vom Einkommen her sehr niedrig liegen (zB Auszubildende), dass sie diese Zulagen erhalten. Aber auch diese Menschen werden/ können sich vom Einkommen her dahin entwickeln, sich eine Immobilie leisten zu können. Solange sie Anspruch auf die Zuschüsse haben, sollten sie diese mitnehmen! Weiterer Vorteil des Bauspardarlehens: Unbegrenzt hohe Sondertilgungsmöglichkeit + integrierte Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung!
    Zum Thema Riester: Einer der Vorredner sagte, wg der "paar Kröten Zulagen" lohne sich Riesterbausparen nicht. Man sollte die Produktvarianten verstehen, bevor man sich äußert. Es gibt Zulagen + Steuervorteile - die Riesterförderung kann je nach persönlicher Situation schnell 30% oder mehr betragen!

  • Eigenkapitalbildung mit verzinsten Banksparplänen, die man sich nach Höhe von Zins plus Bonus aussucht sowie Sparbriefe (ebenfalls Auswahl nach Zinshöhe). Mindestens genauso sicher wie Bausparkassen

  • Es gibt mehr Banken, die 20 Jahre Zinsfestschreibung bieten, als es Bausparkassen gibt. Und die auch mit Riester-Förderung (siehe monatlichen Finanztest-Anhang)

  • Bausparen lohnt sich für sehr viele für die Anschlussfinanzierung, das ist meiner Meinung auch der wichtigste und vielleicht auch einzige gute Grund um einen Bausparvertrag im heutigen Zinsumfeld abzuschließen. Zum sparen gibt es bessere Alternativen.
    Aber die Zinssicherheit die ich beim BSV habe ich bei der Bank leider nicht zu haben bzw. nur sehr wenige Banken bieten längere Zinsbindungen als 20 Jahre. Und mit Wohnriester-Prämien wird das sparen in der Zeit gefördert.

  • genau so ist es. wenn man keine kohle hat, hilft dir auch kein bausparvertrag. dasselbe gilt auch für den ganzen rriester schmarrn. die paar kröten, die dir der staat dazu gibt machen den kohl nicht fett. nur die aussicht vom staat ein paar prämien oder was auch immer zu bekommen hilft dir beim hausbau keineswegs weiter. entweder du hast mindestens 30% eigenkapital und du kannst dir eine finanzierung mit 3 - 4 % tilgung leisten, dann solltes du dich mit dem eigenheimerwerb näher beschäftigen. alles andere führt über kurz oder lang zum bösen erwachen.

  • Nur ein schlechter Berater empfiehlt eine komplette Finanzierung über den Bausparvertrag, das wissen Sie sicherlich auch. Hier geht es um die Bildung von Eigenkapital und ich freu mich auf Ihre Vorschläge mit welch anderer Methode als Bausparen die Eigenkapitalbildung effezienter (bei gleichzeitiger hoher Sicherheit) erfolgen kann??

  • Solche Leute schaufeln sich das eigene Grab! Kunden wandern ab bzw.
    schliesen keine Verträge mehr .
    Wo ist bei Finanzgeschäften noch : Deutsche Moral????

  • @Herr Ulrich Horn

    Wer Wohnungbauprämie bekommt, sollte ausser bei Erbschaft oder Lottogewinn die Finger vom Bauen lassen.
    VL und Wobaupr. bekommen nur AN mit niedrigem Einkommen.
    Kosten EFH ohne Keller 11 x 11 Meter ca. 300 000,-

  • Danke, daß Sie den Lesern die Augen öffnen

  • Leider steht es nirgendwo erwähnt, aber man sollte dem Leser nicht vorenthalten, dass Max Herbst kein neutraler Experte ist, sondern mit diesem Artikel perfide seinen Eigennutz betreibt. Er hat versucht, eine Webseite mit dem Geschäftsmodell "Bausparverträge zur halben Abschlussgebühr" zu etablieren. Leider war die wettbewerbsrechtlich nicht in Ordnung, so dass er sein Modell stark abändern musste, nachdem er in 2 Instanzen verloren hat.
    Jetzt heult er sich in diesem Artikel dazu aus und jammert, wie toll es doch gewesen wäre, wenn er sich mit seiner Webseite trotz der teilweisen Gebührenerstattung eine goldene Nase hätte verdienen oder zumindest seine sechstelligen Anwaltskosten (lt. anderem Presseartikel) wieder hätte reinholen können.
    Was mich erschreckt, ist dass eine seriöse Zeitung wie das Handelsblatt ihm für diese Nummer den Raum bietet und offensichtlich nicht hinterfragt, welches geschäftliche Interesse Herr Herbst mit diesem Artikel verfolgt.

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