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Immobilien und Zinsen Deutschland ist ausverkauft

Was haben Kleinsparer und Immobilieninvestoren gemeinsam? Sie wissen nicht, wohin mit dem Geld. Es in Beton und Steinen anzulegen, ist eine Möglichkeit. Doch auch das wird immer schwieriger: Der Markt ist leergefegt.
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Selbst Großanleger mit viel Kapital scheitern immer häufiger an der Aufgabe, ein Büro- oder Geschäftshaus in einer deutschen Großstadt zu kaufen. Quelle: AFP
Frankfurter Skyline

Selbst Großanleger mit viel Kapital scheitern immer häufiger an der Aufgabe, ein Büro- oder Geschäftshaus in einer deutschen Großstadt zu kaufen.

(Foto: AFP)

Cannes Cote d‘Azur, Mitte März: strahlend blauer Himmel, rappelvolle Straßencafés, in der Sonne blinkende Yachten. Willkommen auf der internationalen Immobilienmesse Mipim 2016 im südfranzösischen Nobelort Cannes. Auf den Luxus-Booten wehen Fahnen mit den Markenzeichen der großen internationalen Immobilienmakler und -vermögensverwalter. Das wichtigste Gesprächsthema auf den Booten: Wohin mit dem Geld? 

Denn die Kapitalflut, die über die Immobilienmärkte hereinbricht, wird immer größer. Profi-Anleger wie Versicherer und Pensionskassen werden 2016 noch mehr Geld ihrer Sparer in Immobilien stecken, sagt eine in Cannes vorgestellte Studie des internationalen Maklerhauses Colliers: Auf zehn Prozent wollen die Investoren den Immobilienanteil in ihren Portfolios schrauben – zum ersten Mal überhaupt. Das sind zwar nur 0,4 Prozentpunkte mehr als 2015 – die absolute Summe aber ist gewaltig. Auf etwa 150 Milliarden Dollar taxieren die Studienautoren den zusätzlichen Anlagebedarf. Zum Vergleich: Das entspricht etwa dem Dreifachen dessen, was Anleger 2015 in deutsche Gewerbeimmobilien gesteckt haben.

Zudem stieg die Zahl der Genehmigungen im Wohnungsbau auf 390.000, den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug allein 8,4 Prozent.

Und der Sturm der Investoren auf Beton und Steine wird aus einem weiteren Grund nochmals zunehmen: Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag die Zinsen in der Euro-Zone auf Null setzte, bleiben Anlegern noch weniger Alternativen, ihr Geld gewinnbringend zu investieren. Die erneut steigende Nachfrage trifft besonders den deutschen Markt: „Wir haben noch nie so viele Interessenten pro angebotene Immobilie gehabt wie zurzeit“, berichtete Fabian Klein, Investmentchef Deutschland bei CBRE, kürzlich.

Die Folgen des Booms liegen auf der Hand: Erstens dreht sich die Preisspirale weiter nach oben. Zweitens ist es viel schwieriger geworden, überhaupt schnell genug geeignete Immobilien zum Kauf zu finden. Beides trifft unmittelbar private Fondssparer. Zum einen, weil ihr Geld weniger begehrt ist als man meinen könnte: Einige große Vermögensverwalter verweigern bereits die Annahme von Kapital. So gibt beispielsweise Union Investment Real Estate zurzeit keine Anteile ihrer offenen Immobilienfonds für Privatanleger aus. Die Gesellschaft kann nicht so schnell Immobilien kaufen, wie ihr Geld zufließt.

Zum anderen müssen sich nicht nur professionelle, sondern auch private Anleger auf eine sinkende Verzinsung ihrer Investments einstellen, weil im Umkehrschluss zu den steigenden Kaufpreisen die Spitzenrendite sinkt. Lag sie am Ende des letzten Booms im Jahr 2007 in Deutschland bei vier bis 4,25 Prozent, wird sie im Laufe dieses Jahres auf 3,25 bis 3,5 Prozent sinken, erwartet Achim Degen, Deutschland-Chef von Colliers. Konrad Finkenzeller, der beim Immobilienvermögensverwalter Patrizia das Geschäft mit institutionellen Investoren betreut, taxiert die Renditen der Spitzenobjekte in den deutschen Metropolen in diesem Jahr auf Werte zwischen drei und vier Prozent. „Die Investoren haben verstanden, dass die Immobilienmärkte teurer werden“, berichtet er.

Das sind die teuersten Städte der Welt
Platz 10: Los Angeles
1 von 10

Die britische Analyse-Firma „Economist Intelligence Unit“ hat das Ranking zu den teuersten Städten der Welt veröffentlicht. Auf dem zehnten Platz landet die Heimat der Stars und Sternchen der USA. So haben sich die Kosten hier in den letzten zehn Jahre entwickelt:
Kilopreis für Brot: Vor 10 Jahren 4,99 US-Dollar, heute 5,72 US-Dollar
Flaschenpreis für Tischwein: Vor 10 Jahren 13,10 US-Dollar, heute 23,53 US-Dollar
Preis für 20 Markenzigaretten: Vor 10 Jahren 5,29 US-Dollar, heute 7,74 US-Dollar
Literpreis für Benzin: Vor 10 Jahren 0,84 US-Dollar, heute 0,99 US-Dollar

(Foto: Reuters)
Platz 9: Seoul
2 von 10

Noch vor fünf Jahren landete Seoul, die Hauptstadt Südkoreas, auf Platz 36 des Rankings. Besonders teuer sind hier mittlerweile Lebensmittel geworden.
Kilopreis für Brot: Vor 10 Jahren 5,23 US-Dollar, heute 12,44 US-Dollar
Flaschenpreis für Tischwein: Vor 10 Jahren 20,46 US-Dollar, heute 25,43 US-Dollar
Preis für 20 Markenzigaretten: Vor 10 Jahren 2,44 US-Dollar, heute 3,71 US-Dollar
Literpreis für Benzin: Vor 10 Jahren 1,47 US-Dollar, heute 1,25 US-Dollar

(Foto: AFP)
Platz 8: Kopenhagen
3 von 10

Auch die schöne Hauptstadt Dänemarks gehört zu den teuersten Städten der Welt. Die Lebenshaltungskosten in Kopenhagen sind genauso hoch wie in Seoul und Los Angeles.
Kilopreis für Brot: Vor 10 Jahren 2,90 US-Dollar, heute 3,23 US-Dollar
Flaschenpreis für Tischwein: Vor 10 Jahren 9,34 US-Dollar, heute 11,57 US-Dollar
Preis für 20 Markenzigaretten: Vor 10 Jahren 4,97 US-Dollar, heute 6,41 US-Dollar
Literpreis für Benzin: Vor 10 Jahren 1,69 US-Dollar, heute 1,57 US-Dollar

(Foto: dpa)
Platz 7: New York
4 von 10

Wegen des starken Dollars und der Inflation in den USA wurde New York hochgerankt und gilt nun als siebtteuerste Stadt der Welt. Vorher lag New York auf Platz 22. Der Umstand, dass der „Big Apple“ lange als sehr teuer galt, 2011 dann auf den 49. Platz heruntergestuft wurde, zeigt die Achterbahnfahrt rund um die wirtschaftliche Situation der Stadt.
Kilopreis für Brot: Vor 10 Jahren 5,13 US-Dollar, heute 8,28 US-Dollar
Flaschenpreis für Tischwein: Vor 10 Jahren 10,49 US-Dollar, heute 14,03 US-Dollar
Preis für 20 Markenzigaretten: Vor 10 Jahren 6,67 US-Dollar, heute 13,67 US-Dollar
Literpreis für Benzin: Vor 10 Jahren 0,83 US-Dollar, heute 0,63 US-Dollar

(Foto: AP)
Platz 6: London
5 von 10

Genauso wie New York und Los Angeles ist London vor allem aufgrund des Drucks auf die heimische Währung in dem Ranking hoch gewandert und nicht wegen erheblicher Preissteigerungen.
Kilopreis für Brot: Vor 10 Jahren 1,96 US-Dollar, heute 2,46 US-Dollar
Flaschenpreis für Tischwein: Vor 10 Jahren 11,71 US-Dollar, heute 12,47 US-Dollar
Preis für 20 Markenzigaretten: Vor 10 Jahren 9,73 US-Dollar, heute 14,30 US-Dollar
Literpreis für Benzin: Vor 10 Jahren 1,68 US-Dollar, heute 1,73 US-Dollar

(Foto: Reuters)
Platz 5: Paris
6 von 10

Der schwache Euro hat zur Folge, dass Frankreichs Hauptstadt die einzige Stadt aus der Eurozone in den Top 10 der teuersten Städte der Welt ist. Alleine Alkohol und Wohnen sind hier im Vergleich zu anderen europäischen Städten sehr teuer.
Kilopreis für Brot: Vor 10 Jahren 6,02 US-Dollar, heute 7,42 US-Dollar
Flaschenpreis für Tischwein: Vor 10 Jahren 7,11 US-Dollar, heute 10,71 US-Dollar
Preis für 20 Markenzigaretten: Vor 10 Jahren 6 US-Dollar, heute 7,85 US-Dollar
Literpreis für Benzin: Vor 10 Jahren 1,83 US-Dollar, heute 1,69 US-Dollar

(Foto: Reuters)
Platz 4: Genf
7 von 10

Für die gestiegenen Lebenshaltungskosten in Genf ist unter anderem die Entkopplung des Schweizer Franken vom Euro verantwortlich. Genf und Zürich bleiben daher weiterhin ganz oben im Ranking der teuersten Städte.
Kilopreis für Brot: Vor 10 Jahren 4,71 US-Dollar, heute 7,02 US-Dollar
Flaschenpreis für Tischwein: Vor 10 Jahren 8,95 US-Dollar, heute 8,06 US-Dollar
Preis für 20 Markenzigaretten: Vor 10 Jahren 4,66 US-Dollar, heute 9,08 US-Dollar
Literpreis für Benzin: Vor 10 Jahren 1,44 US-Dollar, heute 1,56 US-Dollar

(Foto: dpa)

Auch wenn die Preise noch so sehr steigen, von einer Blase auf dem Gewerbeimmobilienmarkt will die Branche nichts wissen. „Wir steuern nicht auf eine Blase zu, versichert Christian Ulbrich, Europa-Chef und ab Juni Präsident des weltweit agierenden Immobiliendienstleisters JLL. Piotr Bienkowski von BNP Paribas Real Estate kann genauso wenig wie Ulbrich eine Blase erkennen. „Teuer sind Immobilien nur, wenn man zurückschaut und sieht, dass sie noch nie so teuer waren“, stellt er klar. Und er gibt zu bedenken, dass Immobilien in den etablierten asiatischen Märkten wie Japan, Singapur und Korea noch teurer seien, ablesbar an Renditen zwischen 2,5 und 3,5 Prozent.

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Mehr zu: Immobilien und Zinsen - Deutschland ist ausverkauft

36 Kommentare zu "Immobilien und Zinsen: Deutschland ist ausverkauft"

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  • Ausverkauft???????
    Seit 5 Jahren versuche ich auf dem Land, Weserbergland, ein Haus zum halben Schätzpreis zu verkaufen, ohne Erfolg.
    Der ländliche Raum wird weiter ausbluten. Alles und jeder will nur in die Stadt.

  • Ausverkauft?

    Noch lange nicht. Solange es noch Sparvermögem und Immobilien gibt, kann man umverteilen.

    Da ist noch ganz schön Luft drin.Die Grundsteuern sind noch ganz gering. Die kommen dann, wenn die Inflation greift und der Staat mehr Geld braucht.

    Die Immobilienbesitzer können jedenfalls nicht weg.

    Die Italienier zahlen schon 0,4, bis 0,7 % des Wertes ihres Hauses an die Gemeinden.

    Wie gesagt, da wäre noch was zu holen, bei den vielen immobilien.

  • Es fehlt also an Grundstücken am Münchener Marienplatz, am Dresdener Altmarkt, am Alexanderpaltz in Berlin oder Unter den Linden, dem Stuttgarter Königsplatz usw. usf. Aber am
    Dresdener Neumarkt und der Frauenkirche gibt es noch einige Bauplätze. Allerdings nicht für 08/15 Billigimmobilien. .

  • Ein zusätlicher Immobilienbedarf von 150 Mrd. Euro sind doch gerade einmal 50.000 Wohnungen zu 300.000 Euro oder 30.000 Wohnungen zu 500.000 euro.

    Da ist es doch normal, wenn man statt 309.000 genehmigten Wohnbauanträge2015 auf 390.000 durch den Redakteur vergrößert.

    Deutsche sollten jährlich mindesten 300.000 Einheiten neues selbstbewohntes Wohneigentum erwerben, damit die Wohneigentumsquote in 25 Jahren auf 75 Prozent der Einwohner steigt. Dazu müssten noch 200.000 Mietwohnungen jährlich kommen, damit in 50 Jahren wenigstes noch 10 Millionen Mietwohnungen verfügbar sind.

  • Will das Handelsblatt seinen Lesern weis machen, dass es in Deutschland keine notleidendenn Immobilienkredite mehr bei den Banken gibt? Werden keine einzigen Immobilien mehr versteigert oder von Gerichten verwertet?

    Wenn sämtliche deutsche Immobilien von Geld bzw. Geldkapitalanlegern gehalten werden, dann haben die Banken keine Immobilienkredite im Bestand. Diese Assetklasse bildet nun im März 2016 kein Risiko bei Banken mehr und bindet auch kein Eigenkapital? Womit verdienen Banken dann noch Rendite?

    Das ganze ist doch ein vorgezogener Aprilscherz. Wenn es in Deutschland keine verkaufbaren Immobilien bei hoher und höchster Nachfrage gibt, so dass die Preise expoldieren. Warum baut man denn dann niche viel m,ehr Immobilien für die das Geld nur so mit vollen Händen ausgegeben wird? Der Bau von 300.000 wohnungen im Jahr ist doch ein Witz!

  • @ Josef Schmidt

    Wer ist denn so eklige Sachen wie Schweinefleicsch pur?
    Wir essen nur noch veganes Fleisch und vegane Wurst. Schmeckt zwar nicht ist aber sooo gesund.

  • Tolle Stadt Frankfurt. Und so viel viel Kultur.

    Schade nur dass demnächst Schweinefleisch faktisch verboten wird und man nur noch in Halalrestaurants speisen kann. Aber Schweinefleisch ist eh ungesund.

    Und wenn eine Moschee in der Nachbarschaft gebaut wird dann ist es vorbei mit den hohen Immobilienpreise.

  • Zuerst dachte, was für eine blöde Überschrift, nach näherem Nachdenken muss ich allerdings zustimmen.
    Oder wer kann sich als Normalverdiener ein Objekt (nur zu Selberwohnen) für € 500.00 aufwärts leisten ?
    Und geschürt wird dieses noch durch die Immobilienmakler, die schön dafür sorgen, dass das Preisniveau stetig ansteigt, in dem ein Kunde mit dem anderen ausgespielt wird, jede Schrottimmobilie zu Phantasiepreisen reingenommen wird und solange in den Markt als Schnäppchen gedrückt, bis irgendeine arme Sau das kauft und damit diese Preise unterstützt. Ziemlich hausgemacht das Ganze

  • Wie armselig,

    ich tilge z.Zt. 25 Objekte, 40 sind schon bezahlt und vermietet, dazu noch drei Einkaufszentren und fünf Parkhäuser.

    Dadurch bekomme ich eine persönliche Rente von mtl. ca. 325.000 Euro, jeh nach Instanthaltungskosten.

    Ich weiß, das ist ein bißchen knapp, aber ich arbeite ja noch daran.

  • hahaha

    unser Selbstdarsteller, was hast Du nur für ein persönliches Problem?

    jaja, Frankfurt, aber die Deutsche Börse AG zieht erst nach Eschborn wg. Gewerbesteuer und dann nach London....

    Ach ich vergaß....bei manchen ist Ischgl ja ein HOTSPOT....LOL

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