Immobilien Was die Länder beim Hauskauf fördern

Die bundesweiten Förderungen der KfW sind vielen bekannt. Doch auch von Ländern und Kommunen können Käufer Unterstützung bekommen.
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Die meisten Länder fördern den Erwerb selbst genutzten Wohnraums mit zinsgünstigen Darlehen. Quelle: Stone/Getty Images
Haus aus Euronoten

Die meisten Länder fördern den Erwerb selbst genutzten Wohnraums mit zinsgünstigen Darlehen.

(Foto: Stone/Getty Images)

Erfurt/DüsseldorfWer ein Haus kauft oder baut, der sollte nicht nur die Fördermöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchstöbern. Es lohnt sich, tiefer in das Dickicht der Fördermöglichkeiten vorzudringen. Auch die Bundesländer, Landkreise und Kommunen unterstützen Häuslebauer, Käufer und Modernisierer.

Das Problem: Weil die Finanzierung häufig direkt über die Länder oder Kommunen läuft, wüssten Banken oft nicht umfassend über die Programme Bescheid, klagt Franz Michel, Bauexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Interessenten sollten sich am besten direkt an die Landesförderbanken oder Kommunen wenden.

Die Art der Länderprogramme ist vielfältig. Die Schwerpunkte liegen ähnlich wie bei der KfW in den Bereichen Wohnraumförderung, energieeffiziente Sanierung und Modernisierung. Das Geld stammt in diesen Fällen von den Förderbanken wie beispielsweise der NRW Bank. Die Art der Maßnahmen mag sich zwar in nahezu allen Bundesländern ähneln, doch die Höhe ist stark unterschiedlich.

So fördern beispielsweise die meisten Länder den Erwerb selbst genutzten Wohnraums mit zinsgünstigen Darlehen. Der Umfang des Darlehens liegt häufig zwischen 50 000 und 100  000 Euro. In Nordrhein-Westfalen liegt die Darlehenshöhe je nach Kostengruppe der Region zwischen 60.000 Euro und 110.000 Euro.

Das Prinzip: In Großstädten wie Düsseldorf gibt es mehr als auf dem Land. Hinzu kommen ein eventueller Familienbonus sowie Zusatzdarlehen für barrierefreies Bauen. Einschränkung: 15 Prozent der Gesamtkosten des Vorhabens müssen in Eigenleistung erbracht werden.

Beim Bau kann ein im Eigentum befindliches Grundstück angerechnet werden. Wer sich den Wohneigentumserwerb vom Land fördern lässt, kann jedoch häufig nicht zugleich das ähnlich angelegte KfW-Programm 124 beantragen.

Wer die Förderungen beziehen kann, ist klar geregelt. Oft gelten Einkommensgrenzen. Beispiel Baden-Württemberg: Hier kann eine Familie mit zwei minderjährigen Kindern im Programm „Eigentumsfinanzierung BW“ ein Darlehen von 240.000 erhalten, wer mehr Kinder hat, bekommt sogar mehr Geld.

Es gelten jedoch Voraussetzungen: Das jährliche zu versteuernde Haushaltseinkommen eines vierköpfigen Haushalts darf 76.000 Euro nicht überschreiten. Außerdem dürfen sogenannte Belastungsgrenzen nicht überschritten werden. Bei einem Vier-Personen-Haushalt und einem Brutto-Monats-Einkommen von 6000 Euro darf die Belastung für den Kauf nicht höher als 1.670 Euro monatlich liegen.

Und dann wären da noch die Anforderungen an die Eigenleistung: Käufer müssen mindestens 15 Prozent der Gesamtkosten in Eigenleistung tragen – 8,5 Prozent davon müssen Eigenkapital sein, der Rest kann durch „handwerkliche Eigenleistungen“ erbracht werden.

Teils gibt es auch Auflagen bei der Energieeffizienz. Ein Förderprogramm für Familien in Niedersachsen setzt beispielsweise voraus, dass das Haus als KfW-Effizienzhaus 70 gebaut wird. Das heißt, dass das Gebäude nur 70 Prozent der Energie eines Hauses verbrauchen darf, das nach der aktuell geltenden Energiesparverordnung errichtet wurde.

Wo es Zuschüsse gibt

Die Programme der Länder bestehen meist aus zinsvergünstigten Darlehen. Wenn es Zuschüsse gibt, dann meist in Form von Tilgungszuschüssen. So kann beispielsweise bei der Wohnraumförderung des Landes NRW ein Tilgungsnachlass von 7,5 Prozent beantragt werden.

Zu den opulentesten Förderprogrammen zählen jene in Bayern. In seinem „10000-Häuser-Programm“ fördert der Freistaat energiesparende Maßnahmen mit Zuschüssen bis zu 18.000 Euro je Wohneinheit. Das Programm läuft Ende 2018 aus. Laut Bayrischem Wohnungsbauprogramm bekommen Familien beim Eigentumserwerb pro Kind einen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro.

Dies gelte auch, „wenn bei Antragstellung die Geburt eines oder mehrerer Kinder aufgrund bestehender Schwangerschaft zu erwarten ist“, heißt es beim Förderinstitut Bayern Labo. Doch auch diese Maßnahmen haben in angespannten Märkten ihre Grenzen: Baufinanzierungsexpertin Elgin Gorissen-van Hoek warnt Münchener vor übertriebenen Hoffnungen. „Jemand, der die Landesförderung bekommt, hat trotzdem nicht genug Geld, um in München zu kaufen.“
Wer in Hamburg baut oder kauft, für den ist das Zuschuss-Portfolio ebenfalls breit. Geld gibt es hier sowohl für energieeffizientes Bauen als auch den barrierefreien Umbau. In der Hansestadt gibt es aber noch ein Kuriosum: die Hamburger Gründachförderung. Gefördert wird die Begrünung von Dächern, egal ob bei Wohn- oder Nicht-Wohngebäuden. Maximal 50.000 Euro gibt es dafür.

Die Fördermöglichkeiten der jeweiligen Kommunen sind meist weniger vielfältig. Manche Kommune mit Einwohnerverlusten bietet etwa Zuschüsse bei den Grundstückspreisen an. Doch längst nicht jede Stadt bietet Programme. Eine Übersicht über kommunale Förderprogramme bietet die Plattform www.energiefoerderung.info, die von der Bürgerinformation Neue Energietechniken eingerichtet wurde. Die beste Anlaufstelle für Auskünfte ist in jedem Fall aber die Kommune selbst.

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