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Immobilien Wohnen auf dem Land wird attraktiver – das treibt die Mieten und Kaufpreise

Eine Erhebung des Analysehauses Empirica zeigt, wie und wo die Mieten in Deutschland teurer geworden sind. Besonders Berlin sticht hervor.
12.01.2021 - 17:41 Uhr Kommentieren
Nicht nur aufgrund der hohen Immobilienpreise büßen Großstädte an Attraktivität ein. Quelle: dpa
Luftaufnahme einer Wohnsiedlung

Nicht nur aufgrund der hohen Immobilienpreise büßen Großstädte an Attraktivität ein.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Coronakrise hat bei vielen Deutschen die Sehnsucht nach einem Haus auf dem Land ausgelöst. Mehr Platz, ein Arbeitszimmer sowie ein Garten, und das alles mit einer bezahlbaren Miete – davon träumen viele, nachdem sie monatelang zwangsweise viel Zeit in ihren eigenen vier Wänden verbracht haben. Doch auch auf dem Land wird es immer teurer, sich eine Wohnung oder ein Haus zu mieten.

Das zeigt eine aktuelle Hochrechnung des Analysehauses Empirica zur Entwicklung der Mietpreise im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Zuletzt war das Wohnen auf dem Land nur noch etwa sieben Prozent günstiger als im Bundesdurchschnitt. Das misst Empirica anhand der inserierten Miete bestehender Wohnungen. Dabei war es zwischenzeitlich günstiger. Doch seit Ende 2018 nähern sich die regionalen Mietpreise wieder an, wie Empirica aufzeigt.

Nicht nur die Mieten steigen im Umland – auch die Kaufpreise. In den vergangenen fünf Jahren seien die Immobilienpreise in den Umlandgemeinden zum Teil sogar stärker angestiegen als in den Großstädten, erklärte die Maklergesellschaft Engel & Völkers kürzlich: „In Zeiten von Corona möchten die Menschen vermehrt ins Grüne ziehen, aber gleichzeitig nicht die Vorzüge des urbanen Lebens und die Sicherheit einer erstklassigen medizinischen Versorgung missen.“ Davon profitierten vor allem Kleinstädte im Umkreis der Ballungszentren.

Die Erfahrung der Coronakrise wird ländliche Gegenden noch attraktiver für Käufer machen, sind die meisten Marktbeobachter überzeugt.

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    Besondere Beachtung schenkt Empirica bei der aktuellen Untersuchung den von ihnen als „Schwarmstädte“ bezeichneten Städten. Diese locken – aus verschiedenen Gründen – eine spezielle Altersgruppe von Menschen in Scharen an, die dann aber nach einiger Zeit auch wieder abwandern.

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    Zur Illustration dieses „Schwarmverhaltens“ verwies Empirica in einer früheren Studie auf Trier: Hier lebten im Jahr 2008 insgesamt 5209 Personen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren (Geburtsjahrgänge 1989 bis 1993). 2013 hätten es nach Abzug der verstorbenen Personen noch 5203 sein müssen. Tatsächlich aber lebten fünf Jahre später insgesamt 11.640 Menschen im Alter von 20 bis 24 Jahren dort, ein Zuwachs um 124 Prozent. Eine Entwicklung, die unter anderem auf den Zuzug wegen der dortigen Universität erklärt wird.

    Preise in Berlin etwas über Bundesdurchschnitt

    Auch Berlin ist laut Empirica eine solche Schwarmstadt. Bevor die Bundeshauptstadt vor gut 13 Jahren eine Schar von Zuzüglern anzog, waren die Mieten dort laut Empirica 15 Prozent preiswerter als der Bundesdurchschnitt. Zwischenzeitlich waren sie dann sogar 27 Prozent teurer. Zuletzt betrug das Plus aber nur noch 13 Prozent.

    Dass diese Entwicklung eine Folge des viel diskutierten Mietendeckels sei, weisen die Experten jedoch zurück. Dieser sei schließlich erst seit Februar 2020 in Kraft. Er „mag diesen Rückgang verstärkt haben“, schreiben sie, „der Trendbruch erfolgte jedoch schon sechs Quartale zuvor“.

    Mehr: Überfüllt und überteuert – die Stadt verliert ihre Anziehungskraft

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