Immobilienboom Wohnungswirtschaft fordert mehr Geld für Mittelstädte

Deutschlands Mittelstädte brauchen laut Wohnungswirtschaft mehr Zuwendungen, um die Abwanderung junger Leute zu stoppen. Demnach sollte etwa gefördert werden, wer bestehende Wohnhäuser saniert oder ersetzt.
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Als sogenannte Mittelstädte gelten in Deutschland Kommunen mit einer Größe von 20.000 und mehr Einwohnern. Quelle: dpa
Ländlicher Raum

Als sogenannte Mittelstädte gelten in Deutschland Kommunen mit einer Größe von 20.000 und mehr Einwohnern.

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BerlinSchnelleres Internet, gezielter Fördermitteleinsatz und Wohnen im Ortskern: Deutschlands Städte mittlerer Größe brauchen aus Sicht der Wohnungswirtschaft mehr Zuwendung, um die Abwanderung junger Leute zu stoppen.

„Um die demografische Spaltung Deutschlands, schrumpfende Einwohnerzahlen in ländlichen Räumen und den Verlust der regionalen Kultur zu verhindern, brauchen wir Ankerstädte“, sagte Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, am Dienstag zum Auftakt des Tages der Wohnungswirtschaft in Berlin. Diese müssten gestärkt werden.

Wo die meisten von Eigentum nur träumen können
10. Platz: Düsseldorf
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Unter allen kreisfreien deutschen Städten belegt Düsseldorf den zehnten Platz, was die aktuellen Preise von neugebauten Eigentumswohnungen angeht. Wer in der Rheinmetropole eine Neubauwohnung sein Eigen nennen möchte, muss im Schnitt 4437 Euro pro Quadratmeter zahlen. Das verrät der Immobilienpreisindex 3/2017, in dem das Empirica Institut seit 2004 die Immobilienpreise untersucht und die Ergebnisse quartalsweise veröffentlicht. Demnach ist der Preis in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens innerhalb eines Jahres um 9,2 Prozent gestiegen.

9. Platz: Erlangen
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Die mittelfränkische Stadt Erlangen liegt mit 4455 Euro pro Quadratmeter auf dem neunten Platz. Der Preis für Neubau-Eigentumswohnungen ist damit im Gegensatz zum vergangenen Jahr um 9,2 Prozent höher. Nürnbergs kleiner Nachbar ist nur die erste von vielen bayerischen Städten in dem Ranking. Wie beliebt der Freistaat für Immobilieninvestment ist, zeigen gerade die hohen Preise bei den eher kleineren Großstädten.

8. Platz: Regensburg
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In der Rangliste fiel Regensburg um zwei Plätze runter auf die Acht. Mit einem Quadratmeterpreis von 4530 Euro legen die Preise gegenüber dem Vorjahr dennoch um 8,9 Prozent zu. Damit liegt die Domstadt ganz nah am Trend für alle kreisfreien Städte Deutschlands, bei denen die Preissteigerung durchschnittlich 8,8 Prozent betrug.

7. Platz: Hamburg
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Nur knapp davor folgt die Metropole Hamburg mit 4536 Euro für jeden Quadratmeter neugebauter Eigentumswohnung. Weil die Preise mit 8,4 Prozent in den letzten zwölf Monaten nicht so stark anzogen wie bei den anderen Top-Locations der Nation, fällt die Hansestadt von der Fünf auf die Sieben zurück.

6. Platz: Rosenheim
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Bayern, die dritte: Rosenheim weißt mit 4571 Euro je Quadratmeter die sechstteuersten Neubau-Preise für Eigentumswohnungen in der ganzen Bundesrepublik auf. Weil München immer teurer wird, ziehen die Preise für den gesamten Münchener Speckgürtel an. In Rosenheim, staufrei etwas mehr als eine Autostunde von der Landeshauptstadt entfernt, legten sie innerhalb eines Jahres um ganze elf Prozent zu. Allein in den letzten drei Monaten ging es fünf Prozent rauf.

5. Platz: Frankfurt
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Deutschlands Finanzplatz Nummer eins erlebt einen wahren Ansturm auf Immobilien. Im dritten Quartal 2016 tauchte die Mainmetropole gar nicht in den Top Ten auf. Mit 4779 Euro pro Quadratmeter springt sie nun aber direkt auf den fünften Platz. Wegen des Brexits erlebt London einen Exodus der Banken. Einen Großteil zieht es nach Frankfurt – und mit ihnen Hunderte von Bankern samt Familien. Das treibt die Preise. Seit der letzten Erhebung vor drei Monaten zogen die Preise um 6,1 Prozent an.

4. Platz: Ingolstadt
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Mit Ingolstadt findet eine weitere Stadt aus Oberbayern ihren Platz in den teuersten Städten Deutschlands, was neugebautes Wohneigentum angeht. Die wohlhabende Gemeinde, knapp 80 Kilometer entfernt von München, kommt auf 4817 Euro pro Quadratmeter. Immerhin beruhigt sich dort der Markt etwas: Mit 6,4 Prozent zogen die Preise innerhalb der letzten zwölf Monate langsamer an als im bundesdeutschen Schnitt (Gesamtdeutschland: 7,7 Prozent, kreisfreie Städte: 8,8 Prozent, Landkreise/Kreise: 7,0 Prozent). Innerhalb der letzten drei Monate kam das Wachstum mit 0,1 Prozent zum Stillstand.

So solle gefördert werden, wer bestehende Wohnhäuser saniert oder ersetzt, nicht Neubaugebiete am Stadtrand. Diese könnten Innenstädten schaden, die jetzt noch halbwegs funktionierten. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) forderte eine „Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe Ländliche Räume“. Wer Mittelstädte gezielt fördere, nehme auch Druck von den Metropolen, wo es schwieriger wird, bezahlbare Wohnungen zu finden.

Als sogenannte Mittelstädte gelten in Deutschland Kommunen mit einer Größe von 20.000 und mehr Einwohnern. Großstädte weisen 100.000 und mehr Einwohner aus.

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  • dpa
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