Immobilienkonzern: Adler startet Sanierung mit ungewissem Ausgang
Vor dem Londoner Gericht will die schwer angeschlagene Adler-Gruppe ihren Restrukturierungsplan durchboxen.
Foto: ReutersDüsseldorf, Berlin. Der Vorstoß der Adler-Gruppe, in Großbritannien ihre Milliardenschulden zu restrukturieren, wird zur Zitterpartie. Adler sei auf die Unterstützung Dritter angewiesen, wie mehrere mit dem Plan vertraute Personen dem Handelsblatt bestätigten. Für das Gelingen des intern „Project Steel“ getauften Vorhabens braucht es zwingend das Mitwirken von Banken, Richtern und Gläubigern. Der angestrebte Befreiungsschlag ist mit vielen Unwägbarkeiten verbunden.
Nachdem im Dezember eine Gläubiger-Abstimmung in Deutschland an einer Minderheit gescheitert ist, will Adler seinen Plan nun mithilfe des High Court in London durchboxen. Vergangene Woche informierte der angeschlagene Immobilienkonzern über den Start des Verfahrens. Inhaber unbesicherter Anleihen in einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro erhielten einen entsprechenden „Practice Statement Letter“.
Die Hoffnungen des Managements ruhen auf dem britischen „Companies Act“ von 2006. Das Gesetz soll Unternehmen helfen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind oder wahrscheinlich geraten werden. Es kann nur angewendet werden, wenn ein Kompromissvorschlag zwischen der Firma und einem großen Teil der Gläubiger vorliegt. Das ist bei Adler der Fall, auch wenn sich eine Minderheit dagegen sträubt.