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Immobilienkredite Der Weg zum eigenen Haus wird verbaut

Neue Regeln für die Vergabe von Baugeld haben zur Folge, dass viele kein Geld mehr bekommen. Besonders betroffen: Rentner, junge Familien und Angestellte mit befristeten Verträgen. Wie die Finanzierung dennoch gelingt.
Deutlich weniger Interessenten bekommen wegen einer neuen EU-Richtlinie jetzt Geld für Haus oder Wohnung. Quelle: gms
Schwierige Baufinanzierung

Deutlich weniger Interessenten bekommen wegen einer neuen EU-Richtlinie jetzt Geld für Haus oder Wohnung.

(Foto: gms)

Ein Rentnerpaar möchte sein Haus altersgerecht umbauen und dafür 100.000 Euro von der Bank leihen. Ein Zeitsoldat braucht 280.000 Euro für ein Einfamilienhaus bei Koblenz. Ein 34-jähriger Betriebswirt und seine Familie wollen bei Mainz in ein Einfamilienhaus ziehen – und 350.000 Euro als Kredit aufnehmen.

Drei Fälle, ein Problem: Ihre Bank verweigert den Kredit, wegen einer Richtlinie der Europäischen Union (EU). Die wurde zum 21. März in deutsches Recht umgesetzt – und die Regierung diskutiert bereits über eine weitere Verschärfung der Regeln. Banken sollen sicherstellen, dass Kredite für den Schuldner dauerhaft tragbar sind.

Betroffen sind ältere Menschen und Interessenten mit schwer vorhersehbaren Einkünften. Das können Selbstständige sein, aber auch Eltern, denen während Kindererziehungszeiten Einkommensausfälle drohen. Deutlich weniger Interessenten bekommen jetzt Geld für Haus oder Wohnung. Bis zu 25 Prozent sollen – je nach Bank – davon betroffen sein.

Hier werden Eigentumswohnungen immer teurer
Platz 10: Ingolstadt
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Die Preise für Eigentumswohnungen (Alt- und Neubau) haben im Jahr 2015 um insgesamt 14,5 Prozent zugelegt, berichtet der Marktbeobachter Empirica – so viel wie noch nie innerhalb eines einzigen Jahres seit der Jahrhundertwende.
Auf Platz 10 der Städte und Landkreise mit den teuersten Eigentumswohnungen findet sich Ingolstadt. Berücksichtigt man alle Baujahre zahlt ein potentieller Käufer in der Heimat des Autobauers Audi 3.396 Euro pro Quadratmeter Eigentumswohnung.

(Foto: Imago)
Platz 9: Freiburg
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Landflucht und Zuwanderung sorgen für vermehrte Nachfrage und treiben im Zusammenspiel mit „Renditenotstand und Billigzinsen auf der Angebotsseite“, so empirica, die Preise nach oben. Auf Platz neun der teuersten Städte liegt Freiburg. Wer hier eine Eigentumswohnung kaufen will, der zahlt im Schnitt 3.514 Euro pro Quadratmeter (Alt- oder Neubau).

(Foto: Imago)
Platz 8: Landkreis Ebersberg
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Die Analyse basiert auf der Auswertung von zwei Millionen Immobilieninseraten. Am achtteuersten wird der Wohnungskauf in Deutschland für Menschen, die es in den Landkreis Ebersberg östlich von München verschlägt. Wie überall in der Metropolregion treibt die Näher zur bayrische Landeshauptstadt auch hier die Preise nach oben. Pro Quadratmeter kostet die Eigentumswohnung hier durchschnittlich 3.534 Euro.

(Foto: Imago)
Platz 7: Fürstenfeldbruck
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Auch im oberbayrischen Landkreis Fürstenfeldbruck kommt Käufer von Eigentumswohnung die Nähe zu München gewissermaßen teuer zu stehen. Der Quadratmeter Eigentumswohnung kostet im Schnitt 3.663 Euro, Neubauten durchschnittlich 4.569 Euro.

(Foto: Imago)
Platz 6: Dachau
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Nordwestlich von München wird es in Dachau dann noch etwas teurer. Die Eigentumswohnung kostet noch einmal 35 Euro mehr pro Quadratmeter – 3.698 Euro nämlich. Neubauten schlagen durchschnittlich mit 4.362 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

(Foto: Imago)
Platz 5: Landkreis Miesbach
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Alpines Gelände, der Tegernsee, eine gemeinsame Grenze mit – wer hätte es gedacht – dem Landkreis München: Im Süden Bayerns und des Regierungsbezirks Oberbayern liegt der Landkreis Miesbach. Und wer hier günstig eine Eigentumswohnung erstehen will, der findet in der Tat miese Bedingungen vor – und Preise von 3.789 Euro pro Quadratmeter. Betrachtet man nur Neubauten liegt der Preis bei 5.468 Euro.

(Foto: Imago)
Platz 4: Landkreis Nordfriesland
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Ein Ausreißer im Ranking, da nicht in Süddeutschland gelegen, ist der Landkreis Nordfriesland. Er ist sogar der nördlichste Landkreis Deutschlands mit Grenze zu Dänemark. Egal in welcher Sprache aber: 3.988 Euro pro Quadratmeter bleiben ein hoher Preis für eine Eigentumswohnung. Neubauten kosten 4.654 Euro durchschnittlich.

(Foto: Imago)

Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken warnt: Es zeichneten sich „gravierende Probleme ab“. So haben die 28 Filialen der Raiffeisenbanken rund um das bayrische Altötting in den acht Wochen nach Inkrafttreten der neuen Regeln zum Beispiel 41 Kredite verwehrt – etwa jede fünfte Anfrage lehnten sie ab.

Und wer nicht abgelehnt wird, bekommt teilweise schlechtere Konditionen. Stephan Gawarecki, Chef des Kreditvermittlers Dr. Klein, spürt das: „Unsere Kreditvermittler müssen nach den neuen Regeln für vermeintlich problematische Kunden manchmal länger nach einer Bank suchen, und diese Kunden müssen teilweise höhere Zinsen akzeptieren, um einen Kredit zu bekommen“, sagt Gawarecki.

Früher haben Banken zwei Dinge geprüft: die Person, die einen Kredit wollte, und das Objekt, das die Bank finanzieren sollte. Die Immobilie diente als Sicherheit für den Kredit – konnte der Kunde nicht mehr zahlen, durfte die Bank sie verkaufen. Seit Ende März aber ist die Welt eine andere: „Heute dürfen wir den Wert der Immobilie bei der Kreditvergabe nicht mehr berücksichtigen“, sagt Reinhard Frauscher, stellvertretender Vorsitzender der Raiffeisenbank Altötting.

Banken sollen sich nicht mehr darauf verlassen, dass sie ihr Geld zur Not aus dem Verkauf der Immobilie ziehen können. Stattdessen dürfen sie Geld laut Gesetz jetzt nur noch leihen, wenn „keine erheblichen Zweifel daran bestehen“, dass der Kunde seine Raten bis zur Abzahlung des Kredits auch leisten kann.

Erhebliche Zweifel haben Banken eigentlich selten, wenn es ums Geschäft geht. Doch bei der Kreditvergabe ist das anders. Banken fürchten, bei leichtfertiger Kreditvergabe später selbst zur Kasse gebeten zu werden.

„Das neue Gesetz sagt, dass der Kunde einen geringeren Zins verlangen darf, wenn die Bank seine Bonität nicht ausreichend geprüft hat und er Schwierigkeiten mit der Tilgung hat“, sagt Joachim Wuermeling, Verbandschef der Sparda-Banken. Kunden müssten dann nur den niedrigeren Zins zahlen, zu dem sich Banken selbst Geld für Immobilienkredite besorgen können.

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