Immobilienmarkt Deutlich mehr Baugenehmigungen für Wohnungen

Niedrige Zinsen und eine hohe Nachfrage nach Immobilien treiben den Bauboom an: Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist in den ersten beiden Monaten dieses Jahres auf ein Zwölf-Jahres-Hoch gestiegen.
In diesen Städten stößt der Bauboom an seine Grenzen
Berlin
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2015 wurden in Deutschland 309.000 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt. Nur ein Drittel aller Genehmigungen entfielen auf kreisfreie Großstädte, womit die Zahl weitestgehend stagnierte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Bei den sieben größten Städten Deutschlands ragt Berlin hingegen hervor. Hier stieg die Zahl erteilter Genehmigungen von 19.272 im Jahre 2014 auf 22.361 im vergangenen Jahr.

Veränderungen: + 16 Prozent*

*Erteilte Genehmigungen 2015 im Vergleich zu 2014

Big Seven mit Berlin
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Trotz der gestiegenen Zahl genehmigter Wohnungsbauten in der Bundeshauptstadt hat die Gesamtzahl der „Big Seven“ (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf) abgenommen. Wurden in den größten Städten Deutschlands 2014 noch 52.497 Genehmigungen erteilt waren es 2015 nur noch 50.927. „Das erreichte Baugenehmigungsniveau in den Großstädten ist zwar sehr beachtlich. Angesichts der hohen Preise in den Kernstädten suchen sich aber immer mehr Bauherren bezahlbarere Alternativen im Umland“, sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann.

Veränderung: - 3,0 Prozent

Big Seven ohne Berlin
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Nimmt man Berlin aus der Statistik der größten deutschen Städte heraus, ist die Zahl der Genehmigungen noch deutlicher zurückgegangen. 2014 lag sie bei 33.225, ein Jahr später sank sie auf 28.566. Dafür nehmen die Genehmigungen in großstadtnahen und ländlichen Kreisen zu.

Veränderung: - 14,0 Prozent

Stuttgart
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Eine Ausnahme bei den „Big Seven“ bildet neben Berlin auch Stuttgart. Vor zwei Jahren wurden hier 1936 Genehmigungen für den Wohnungsbau erteilt, 2015 waren es 2055.

Veränderung: + 6,0 Prozent

München
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Erstaunlich wacker hält sich der Wohnungsmarkt in München. Trotz der hohen Preise sank hier die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen nur leicht von 8566 auf 8445 im vergangenen Jahr.

Veränderung: - 1,4 Prozent

Frankfurt
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Ähnlich angespannt ist die Preislage auf dem Frankfurter Immobilienmarkt. Auch hier sind die Mietpreise bereits in astronomische Höhen geschossen. Im Gegensatz zu München macht sich das allerdings auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Genehmigungen ist in der Finanzmetropole von 5138 auf 4681 gesunken.

Veränderung: - 8,9 Prozent

Köln
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Wer schon einmal nach einer bezahlbaren Wohnung in Köln gesucht hat, dürfte um die Probleme gut Bescheid wissen. Kaum ein Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist so überhitzt wie der Kölner. Und daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern, blickt man auf die Entwicklung der Genehmigungsanzahl. 2014 wurde noch 3752 Genehmigungen erteilt, 2015 waren es nur noch 3389. „Eine entscheidende Stellschraube für die Großstädte ist es daher, Wohnbauflächen zu vertretbaren Preisen zu aktivieren“, betont Herrmann.

Veränderung: - 9,7 Prozent

BerlinDie Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um gut 33 Prozent auf ein Zwölf-Jahres-Hoch gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden weiter mitteilte, wurden im Januar und Februar Zusagen für 54.200 Wohnungen erteilt. Das seien 13.500 mehr gewesen als im selben Zeitraum 2015. Noch mehr Baugenehmigungen in diesen Monaten habe es zuletzt 2004 gegeben.

Antreiber des Baubooms dürften die niedrigen Zinsen und die hohe Immobiliennachfrage vor allem in Ballungsgebieten sein. Im vorigen Jahr waren rund 309.000 Baugenehmigungen erteilt worden, so viele wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hält aber einen Neubau von mindestens 350.000 jährlich für notwendig, während die Immobilienbranche etwa 400.000 jährlich für erforderlich hält. Den Neubau in Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten will die Bundesregierung mit einer neuen Sonderabschreibung in Milliardenhöhe fördern. Diese sollte am Donnerstag vom Bundestag verabschiedet werden, was aber nach Kritik an den Details in einer Experten-Anhörung verschoben worden war.

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