Immobilienpreise Stadtwohnungen sind viel zu teuer

Die Zinsen sind niedrig, doch der Kauf einer Eigentumswohnung ist zurzeit auch in einkommensstarken Städten wie Düsseldorf fast unbezahlbar. Das macht den Immobilienkauf weniger attraktiv als er scheint.
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Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) erwartet, dass in diesem Jahr mehr als 200.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Quelle: dpa

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) erwartet, dass in diesem Jahr mehr als 200.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden.

(Foto: dpa)

Der Trend zur Immobilien treibt weiter die Preise in den Metropolen. So sind nach einer jüngsten Untersuchung des Immobilienanalysehauses BulwienGesa neue Eigentumswohnungen zum Beispiel in Düsseldorf deutlich teurer geworden: fünf Prozent mehr als 2011 kostet derzeit der Quadratmeter Wohnfläche im Durchschnitt. BulwienGesa untersuchte 50 Neubau-Projekte in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt mit insgesamt 2157 Wohnungen. Fazit: Im Durchschnitt müssen Käufer 5150 Euro je Quadratmeter hinlegen.

Auf lange Sicht wird’s eng

Selbst im einkommensstarken Düsseldorf wird es da für viele Käufer dieser Wohnungen auf lange Sicht eng – trotz niedriger Zinsen. Laut Maklerverband IVD kommt der durchschnittliche Düsseldorfer Haushalt auf ein Jahresnettoeinkommen von 46.092 Euro. Wer sich nun dafür eine durchschnittliche Neubauwohnung mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern kaufen will, muss dafür 515.000 Euro ausgeben. Plus Nebenkosten (ohne Maklergebühren, die bei Neubauten häufig entfallen) kostet die Eigentumswohnung rund 550.000 Euro. Die Käufer bringen als Annahmen 150.000 Euro Eigenkapital mit – das entspräche einer Quote am Gesamtkaufpreis von 27,2 Prozent und wäre sehr viel: Nach einer Erhebung von Baufi24 konnten Privatkäufer im Juni dieses Jahres bundesweit gerade mal noch 13 Prozent ihrer Finanzierung aus eigenen Mitteln stemmen.

Im Düsseldorfer Beispielfall jedenfalls verblieben "nur" 400.000 Euro Kredit. Die lassen sich derzeit im besten Fall über 15 Jahre zu gut drei Prozent Zins finanzieren – Top-Bonität vorausgesetzt. Inklusive einprozentiger Tilgung kostet das Darlehen gut 16.000 Euro jährlich. Inklusive Rücklagenbildung und Nebenkosten, die anfänglich mit günstigen 4000 Euro Belastung im Jahr angenommen werden, liegt die Jahresbelastung für die Bewirtschaftung der Wohnung bei 20.000 Euro. Blieben vom Nettojahresgehalt also 26.000 Euro oder 2166 Euro monatlich "zum Leben": Für Versicherungen, Auto, Reisen, Lebensmittel, Kleidung und so weiter. Das sollte bei einem Single ohne allzu ausschweifendes Leben noch gut gehen. Bei einer Familie mit Kindern würde das schon eng.

Renovierungskosten nicht übersehen
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16 Kommentare zu "Immobilienpreise: Stadtwohnungen sind viel zu teuer "

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  • Wie sich die hohen Preise für Immobilien in attraktiven Innestadtlagen erklären und warum diese im Prinzip gerechtfertigt sind, das wird in diesem neuen Blog sehr prägnant erläutert. Grob gesagt sind Investitionen, die es einem ermöglichen in der Zukunft einen gewissen Betrag realer Werte zu extrahieren bei niedrigen Realzinsen deutlich mehr Wert als zuvor, weil niedrige Realzinsen bedeuten, dass Erträge der Zukunft in Relation zur Gegenwart mehr wert sind. Genaueres hier:
    http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/10/warum-fallende-realzinsen-zu-steigenden.html

  • Interessant und nicht zu verachten ist die Grundsteuer, die noch hinzukommt. Noch interessanter ist der Hebesatz zur Berechnung der Grundsteuer, der von Städten und Gemeinden veranschlagt wird. Und richtig interessant wird es, dass der Hebesatz in den Ländern bzw. Kommunen, wo rot/rot oder rot/grün regiert bzw. regiert hat, in den letzten 10 Jahren regelrecht explodiert ist. Ich spreche hier von Berlin. Aber auch Brandenburg darf sich "rühmen". Da freut man sich doch, wenn man im Jahr noch z.B. 1200,-Euronen an Grundsteuer für sein Häuschen berappen darf. Grunderwerbsteuer kommt auch noch hinzu. Ein vergleichbares Objekt im Rheinland aufm Land wird nur mit 350 Euro p.a. veranschlagt. Noch Fragen? 3 mal darf man raten, wo ich eine Immobilie kaufen werde.

  • Antwort zum Kommentar von Expat:
    Kompliment für diese 1A Kurzanalyse. Auf den Punkt gebracht. Meine sauer verdienten Euros stecken auch in Aktion und per Mausklick verkaufe ich oder kaufe nach.
    Jeder Mensch möchte nur seine persönliche Situation verbessern. Das ist nicht nur legitim, sondern auch förderungswürdig. Von der Politik erwarte ich, dass ALLES nur Erdenkliche getan wird, damit unser Europa zusammenwächst, wirtschaftlich weiter gestärkt wird und ich es mir im Ruhestand mit meinen Euros gut gehen lassen kann. Wohlstand für Europas Bürger gehört ins Lastenheft jeder ernstzunehmender Partei. Siehe Australien, Neuseeland usw. Ich wünsche mir eigentlich nur, dass all die Bargeldbeträge, welche irgendwo auf der "hohen Kante" sinn- und zunehmend auch wertlos rumliegen, sofort in die - wohlbemerkt europäische - Wirtschaft investiert werden. Dann rollt der Rubel und wir können uns den Wohnraum leisten. Den Rest regelt der Markt, a la Angebot und Nachfrage. Können Sie sich keine Famile leisten, dann bitte gründen Sie auch keine. Gilt analog auch für Wohnraum, dazu braucht es keine Politiker. If you like it, it`s fine, but if not, then it`s your problem.

  • Der Trend in der Gesellschaft geht momentan klar hin zum Wohnen direkt in der City. Vor allem jungen Menschen mögen das urbane Leben in direkter City Lage. Aber auch Senioren zieht es zurück in die Stadt um kurze Wege zu genießen. Durch diese steigende Nachfrage steigen natürlich auch die Preise. Doch jeder muss selbst entscheiden wie viel er bereit ist für eine bestimmte Lage zu bezahlen. Ansonsten gibt es durchaus schöne Immobilien in Randlagen die preiswerter sind und eine gute Anbindung zum Stadtzentrum haben.

  • Mir sind die 5000 Euro pro Quadratmeter für eine Düsseldorfer Wohnung nicht ganz klar, wenn der Tabellenwert aller Wohnungen bei 2237 liegt: Die 5000 können dann nur Neubau in absoluter Innenstadtlage sein.
    Da gehen die Preise in Ffm auch in Regionen um 8000 Euro und mehr rauf.... Das amortisiert sich niemals, klar.
    Der Markt ist versaut, das ist klar, aber andererseits ist in der Innenstadt alles in Reichweite - ohne Auto...
    Im Alter vielleicht nicht verkehrt. Und Zwangssparen ist kein Fehler, sofern die Last nicht so unrealistisch hoch ist wie im Beitrag geschildert....

  • Sehr gutet und anschaulicher Artikel! Vielleicht verstehen es die Betongeldfanatiker jetzt besser - Rechnen ist keine Kunst!
    Seit 2009 lassen sich die Menschen mit dem Horrorszenario "Inflation" und dank niedriger Zinsen in wagemutige Immobilienkäufe treiben. Hand auf's Herz, warum sollte die EZB anders agieren als die FED? Geld wird in die Märkte auch weiterhin gepumpt und der Zins künstlich unten behalten - schon seit vielen Jahren ohne Aussicht auf Änderung. Die beste und flexibste Geldanlage sind und bleiben Aktien (mit klar ausgerichteter Strategie); von der Dividende kann man Miete zahlen - realisierter Kursgewinn wird reinvestiert (gegen den Trend) - risikoarm und ohne Abhängigkeiten. Man muss "lediglich" in Dellen die Nerven behalten...

  • In diesem Punkt stimme ich Ihnen voll und ganz zu!

    Das selbe galt für Kalifornien im Besonderen für die Metropole Los Angeles. Auch dort hat man zu mir gesagt. Alle wollen nach Süd Kalifornien, das stimmt viele wollen dort hin, waren aber nicht mehr bereit jeden Preis zu bezahlen. Die Preise sind gefallen....sehr gefallen!!

  • Die Menschen werden ja insgesamt nicht klüger, sondern gerade
    auch in fainanziellen Dingen verrückter. Wer in der Kölner
    Innenstadt bzw. den besseren Randlagen ( Sülz/Lindenthal ) für eine 100 m2 Neubauwohnung bis zu 450.000 Euro zahlt, der
    hat entweder geerbt oder kann nicht rechnen oder der geht nur
    arbeiten, um in der Stadt zu wohnen; und gerade in Köln ist Verkehrschaos vorprogrammiert. Geht man in Lagen, die
    15 bis 25 km von Köln entfernt liegen, erhält man für dieses Geld freistehende Luxushäuser, erreicht per S Bahn
    den Kölner HbF in 15-20 Min. Für 225.000 gibt es dort neue
    passable Reihenhäuser. Warum sich dann gerade auch junge
    Leute ( auch mein Sohn/Tochter gehören dazu) die Kölner
    Preise antun, wird mir ein ewiges Rätsel sein. Und für andere Städte dürfte ähnliches gelten.

  • Wieso sind Städtchen wie Kiel, Erfurt oder Magdeburg dabei und größere Städte wie Augsburg fehlen? Muss man die Systematik der Auswahl verstehen? (Oder hat man Bayern schon abgespalten vom Rest der Republik? ;)

  • Immobilienpreise können auch fallen. Siehe Holland. Dort sinken die Preise seit 2008 und zuletzt im August besonders ( 8 % Rückgang im Vergleich um Vorjahresmonat). Wer dann nur 1 % Tilgung hat, wird irgenwann ein Problem bekommen und die finanzierende Bank ebenfalls. Wer jetzt überteuerte Immobilien auf Pump kauft ist wirklich blöd.
    Anders bei Menschen, die vorhandenes Papiergeld umwandeln möchten und z.B. eine Ferienwohnung oder selbstgenutzte Immobilie erwerben möchten.

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