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Immobilienwerte Wien und Salzburg heiß begehrt

Der Immobilienmarkt in Wien und Salzburg boomt. Viele Anleger sehen Gebäude in den Kulturstädten als sichere Anlage gegenüber der Euro-Krise. Das spiegelt sich natürlich in den Quadratmeterpreisen.
  • Anette Kiefer
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Auch das Kulturangebot macht die österreichischen Städte attraktiv: Festspielhaus Salzburg. Quelle: dpa

Auch das Kulturangebot macht die österreichischen Städte attraktiv: Festspielhaus Salzburg.

(Foto: dpa)

Dortmund Eine Zweitwohnung in Salzburg oder Wien? Musikliebhaber haben die Qual der Wahl, Theaterbesessene kommen vor allem in Österreichs Hauptstadt mit Burgtheater und zahllosen Kleinkunstbühnen auf ihre Kosten. Teuer allerdings wird es für beide: In Wien knackte der durchschnittliche Quadratmeterpreis für neu gebaute Eigentumswohnungen kürzlich die 3000-Euro-Marke.

In den Spitzenlagen der Inneren Stadt können die Preise auch schnell das Dreifache dessen erreichen. Und dem Salzburger Markt bescheinigen Immobilienexperten wie Thomas Malloth von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) derzeit „einen Boom, wie wir ihn noch nie gesehen haben“.

Und vorläufig ist kein Ende abzusehen, die Preise steigen kräftig. „Toplagen kennen keine Schmerzgrenzen“, titelte dazu die Oberösterreichische Zeitung. In den guten Salzburger Lagen sei ein Preis von 6000 Euro pro Quadratmeter bei neu gebauten Topobjekten inzwischen völlig normal, berichtet Thomas Stöllnberger, Geschäftsführer der Immobiliensparte bei der Linzer RLB-Gruppe. Selbst bei 10000 Euro pro Quadratmeter ließen sich die Objekte noch verkaufen.

Eigentumswohnungen boomen auch in der Bundeshauptstadt Wien. Allein im vergangenen Jahr verteuerten sie sich um fast zehn Prozent. Die Wiener Wirtschaftskammer rechnet damit, dass angesichts der starken Nachfrage die Preise auch in Zukunft weiter steigen werden. Zuwächse von zehn bis 20 Prozent seien in Wien nicht auszuschließen. Für Einfamilienhäuser in den Nobelbezirken Döbling und Hietzing legen Käufer derzeit zwischen 600000 und eine Million Euro auf den Tisch. Villen schlagen in Wien mit durchschnittlich 1,8 bis 2,6 Millionen Euro zu Buche, in Salzburg liegen die Preise nur leicht darunter.

Österreich profitiert von Euro-Krise

Die beiden wichtigsten Gründe für den Aufschwung in Österreich: Erstens flüchten sich viele Anleger angesichts der Euro-Krise in Immobilienwerte, sagen die Makler – in einigen Gebieten sei der Markt schon so gut wie leer gefegt. Zweitens liegen die Darlehenszinsen derzeit noch immer verhältnismäßig niedrig, so dass mehr Menschen einen Wohnkredit aufnehmen und nach geeigneten Objekten suchen.

Auch von außerhalb kommen viele Interessenten: Mit zunehmender Internationalisierung rücken Österreichs Großstädte ins Visier der Anleger – vor allem Wien, das in den vergangenen Jahren bereits wiederholt als Stadt mit der besten Lebensqualität weltweit ausgezeichnet wurde. Und wenn finanzkräftige Unternehmen wie Red Bull oder Kunststoffhersteller Borealis neue Topmanager in die Stadt holen, sind diese häufig höhere Immobilienpreise gewohnt und bereit, auch in Österreich entsprechende Summen auszugeben.

Weiter angeheizt wird der Innenstadtmarkt durch die demografische Entwicklung: Eine wachsende Zahl von Senioren sucht sich ihren Altersruhesitz in den Innenstädten und verkauft dafür die Villa im Speckgürtel, berichtet Thomas Stöllnberger. Auch deshalb wüchsen die Preisunterschiede zwischen Innenstadt und Umland.

Während die Innenstädte also weiter zulegen, stehen Objekte in ländlichen Gemeinden verstärkt unter Druck. Das bedeutet unter anderem: Gewerbeflächen, Landwohnungen und Wochenendhäuschen haben es schwer, ihre Preise zu halten, wie die Statistiken zeigen. Auch in einer Umfrage von Österreichs größter Immobilienplattform www.immobilien.net wollten nur zehn Prozent aufs Land ziehen. Die Hälfte der Befragten gab an, am liebsten in die Stadt ziehen zu wollen, weitere 40 Prozent wollen zumindest in der Nähe bleiben. Davon profitiert der Speckgürtel: „Citynahes Wohnen im Grünen“ sei attraktiv, sagt Karin Haider von Dr. Max Huber Realbüro Klosterneuburg.


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