Immobilienwirtschaft Mietpreisbremse nutzt Gutverdienern

Die Mietpreisbreme scheint weiterhin nur begrenzt zu greifen. Neuste Untersuchungen zeigen, dass die meisten freien Wohnungen an Doppelverdiener gehen. Grüne, Linke und SPD fordern nun eine Verschärfung der Bestimmung.
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Die SPD will dem Vermieter auferlegen, die Vormiete offenzulegen. Quelle: dpa
Mietbremse greift kaum

Die SPD will dem Vermieter auferlegen, die Vormiete offenzulegen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Mietpreisbremse nutzt nach Einschätzung der Immobilienwirtschaft vor allem Besserverdienenden, die sich wegen ihres Jobs oder aus Lifestyle-Gründen kein Eigentum zulegen. Die wenigen Profiteure dieser vor zwei Jahren eingeführten gesetzlichen Regelung seien vor allem in der Gruppe „Doppelverdiener ohne Kinder“ zu finden, sagte der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), Andreas Mattner, am Dienstag in Berlin. In den seltenen Fällen, in denen begehrte Wohnungen aufgrund der Mietpreisbremse günstig angeboten würden, könnten die Vermieter nun unter noch mehr Interessenten auswählen. Den Zuschlag erhielten dann meist Bewerber mit hohen, sicheren Einkommen.

Die Mietpreisbremse gilt in Ballungsgebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt - ausgenommen sind Neubauten und frisch sanierte Immobilien. Durch eine Preisbegrenzung bei der Wiedervermietung soll verhindert werden, dass immer mehr Normalverdiener aus beliebten Quartieren verdrängt werden.

In diesen Städten sind die Immobilienpreise explodiert
Platz 5: Frankfurt am Main
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In der hessischen Mainmetropole stiegen die Wohnungspreise von Bestandsimmobilien zwischen 2009 und 2016 um 40 Prozent an. Im Vergleich zu Düsseldorf, München, Hamburg und Berlin bedeutet das Platz fünf. Eine Kerntriebfeder: Das Brexit-Votum und die damit verbundene Auswirkung auf den Finanzstandort Frankfurt. Für das Jahr 2017 wird eine weitere Preissteigerung erwartet.

Platz 4: Düsseldorf
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In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wiesen die Immobilienpreise zwischen 2009 und 2016 eine Steigerung von knapp über 60 Prozent auf. Im Vergleich zu anderen Metropolstädten entwickelte sich der Düsseldorfer Immobilienmarkt allerdings eher träge. Aufgrund einer zurückhaltenden Bautätigkeit und einer relativ hohen Leerstandsquote kann sich das Preisniveau in den kommenden Jahren laut Deutscher Bank vorerst halten und wird nicht so stark ansteigen wie in anderen Städten.

Platz 3: Hamburg
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Im besagten Zeitraum gingen die Wohnungspreise in Hamburg um etwa 70 Prozent nach oben. Eine rege Bautätigkeit sorgt in der Hansestadt dafür, dass der Nachfrageüberhang mehr und mehr abgebaut wird, und sich das Preissteigerungsniveau auf lange Sicht normalisieren dürfte. Bis dahin erwarten die Experten aber weiterhin ein kräftiges Plus in der Hansestadt.

Platz 2: Berlin
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Die Bundeshauptstadt erfreut sich zunehmender Beliebtheit – das schlägt sich auch in den Immobilienpreisen nieder. Zwar ist das Niveau der Preise deutlich niedriger als beispielsweise in München – so bekommt man etwa für drei Berliner Einfamilienhäuser in München nur eins – doch die Preise stiegen zwischen 2009 bis 2016 um etwa 75 Prozent an. In Zukunft wird eine deutliche Steigerung des Preisniveaus erwartet, da immer mehr Menschen nach Berlin ziehen, das Wohnangebot aber bei weitem nicht mithalten kann.

Platz 1: München
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In München sind die Preise in den vergangenen sieben Jahren um mehr als das Doppelte gewachsen. Die bayrische Landeshauptstadt ist nicht nur die teuerste Stadt Deutschlands, sondern verzeichnet auch einen starken Nachfrageüberschuss bei Wohnimmobilien. Die Leerstandsquote tendiert gegen null – somit sind weitere Preissteigerungen in Zukunft vorprogrammiert.

Platz 5: Einfamilienhäuser
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Betrachtet man die einzelnen Immobilienarten, so lassen sich teils große Unterschiede feststellen. So stiegen die Preise für Einfamilienhäuser zwischen 2009 und 2016 um etwa 35 Prozent an – im Vergleich zu anderen Immobilienarten, beispielsweise Eigentumswohnungen, ist das der niedrigste Wert. Experten erwarten in den kommenden Jahren allerdings weitere Preissteigerungen und eventuell könnten dann auch die Preise für Einfamilienhäuser stärker steigen.

Platz 4: Reihenhäuser (Bestand)
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Bei den Preisen für Reihenhäuser ging es um etwa 40 Prozent nach oben. Damit liegen die Preise nur knapp über denen für Einfamilienhäuser. Zwar werden auch hier weitere Preissteigerungen erwartet, allerdings dürften diese auch bei Bestands-Reihenhäusern niedriger ausfallen als beispielsweise bei Eigentumswohnungen.

Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass sich viele Vermieter nicht daran halten. Grüne, Linke und SPD treten deshalb für eine Verschärfung der Bestimmung ein. Die SPD will dem Vermieter auferlegen, die Vormiete offenzulegen. Die CDU hält laut einer Befragung durch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW/Köln) am Status quo fest. Die Linke will, dass eine Umgehung der Mietpreisbremse als Betrug geahndet wird. CDU und SPD wollen Familien mit Kindern einen Zuschuss für den Immobilienkauf gewähren.

  • dpa
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